Das Festival Wien Modern vom 30.10.-30.11.2026 wird heuer von der Donau eröffnet. Genauer gesagt: Pia Palme komponiert Mit der Donau, eine abendfüllende Komposition und Rauminstallation, die am 30. Oktober im Wiener Konzerthaus uraufgeführt wird. Unter dem Titel Im großen Ganzen lädt die 39. Festivalausgabe dazu ein, einer Welt zuzuhören, in der Menschen nicht selbstverständlich im Zentrum stehen.
31 Spielstätten ind 15 Bezirken
Zu der musikalischen Erkundung verschiedenster Ökosysteme kommt Katharina Klement als Trägerin des Erste Bank Kompositionspreises 2026, Francesca Verunelli und ein fünftägiges Elfriede-Jelinek-Porträt zusammen mit den Musikverein Perspektiven. Fast fünf Wochen lang gibt es 72 Produktionen, 158 Veranstaltungen, 8 Ausstellungen und Installationen, 36 Rahmenveranstaltungen, Talks und Workshops, mit 197 KomponistInnen und ImprovisatorInnen, an 31 Spielstätten in 15 Bezirken sowie 82 Uraufführungen und 27 österreichische Erstaufführungen zu erleben.
Berge, Urwälder, Wasser
Flüsse, Wälder, Tiere, Bodenleben Vielfältige musikalische Expeditionen führen im Lauf des Festivals entlang der Donau, in den Wald, unter die Erde und auf den Berg. Die neuseeländische Deep-Listening-Pionierin Annea Lockwood kommt mit mehreren Arbeiten nach Wien: Mit ihrer Sound Map of the Danube lädt sie im MAK Forum einen Monat lang zum Hören von über 50 Orten entlang des Flusses zwischen Schwarzwald und dem Schwarzen Meer (27.10.–29.11.). Mit dem Piano Garden wird ein Klavier Teil eines Gartens im Otto Wagner Areal (04.11.) – ein Reenactment einer ökologischen Kunstaktion von 1969. Im Konzert Annea Lockwood: The Piano Works erklingt ihr gesamtes Klavierwerk (08.11.).
Gewissermaßen außerhalb des Festivalthemas, aber doch als eigenes Ökosystem und als Festival im Festival (31.10.–04.11.) stehen das Schaffen und der weite literarisch-musikalische Horizont von Elfriede Jelinek im Mittelpunkt der Musikverein Perspektiven, die nach Georg Baselitz und Peter Zumthor zum dritten Mal gemeinsam von Musikverein und Wien Modern gestaltet werden. Leben und Schaffen der Literaturnobelpreisträgerin und ausgebildeten Organistin sind tief durch Musik geprägt. Ausgangspunkt des Programms ist Jelineks seit 30 Jahren ungestimmter und ungespielter Steinway-Flügel. Für AnTasten Schatten. Eurydike spielt verbindet die Pianistin Marianne Schroeder aufgenommene Klänge dieses Instruments mit Live-Improvisation und Jelineks Text – teilweise von der Autorin selbst gesprochen (03.11.). Eine neue Multimedia-Installation, Konzerte und ein Filmprogramm zeichnen ein umfangreiches Porträt der künstlerischen Freundschaft zwischen Jelinek und Olga Neuwirth (31.10.–04.11.). Das Black 5 Page Orchestra spielt Kompositionen von Neuwirth und anderen nach Texten Jelineks, darunter mehrere Uraufführungen (02.11.). Auch Jelineks musikalische Fixsterne Messiaen und Ligeti (03.11.) sowie Schubert und Mahler (01.11.) werden hörbar. Unter dem Titel Besser wird’s nicht bringen drei Text-MusikPerformances aktuelle, bislang wenig bekannte Texte von Jelineks Websites erstmals öffentlich zur Aufführung; es lesen und spielen Josef Hader, Birgit Minichmayr, Samouil Stoyanov, Petra Slottová, Ferdinand Schmatz und Eva Jantschitsch (31.10./01./04.11.).
Acht Ausstellungen und Installationen
Das Festivalthema stärkt heuer die Tendenz weg von klassischen Konzert- und Theaterformaten, hin zu Environments, Ausstellungen, Installationen, 'Durational Performances' und weiteren Veranstaltungen, die eher mit Öffnungszeiten statt mit Beginnzeiten funktionieren. Allein acht Ausstellungen und Installationen stehen auf dem Programm: Bernhard Leitner: SOUNDSPACESCULPTURE (Secession 10.09.–22.11.), Donaurauschen & Flussgeflüster (ZOOM Kindermuseum 23.09.2026–05.09.2027), Annea Lockwood: A Sound Map of the Danube (MAK 27.10.–29.11.), die öffentlich zugängliche Langzeitinstallation Annea Lockwood: Piano Garden (Otto Wagner Areal ab 04.11.), die Insektenklänge des Chuchchepati Orchestra (Wiener Konzerthaus 30.10.–10.11.) sowie interaktive Installationen von Olga Neuwirth und Elfriede Jelinek (Musikverein 31.10.–04.11.), Heike Kaltenbrunner: Noise of War (Ruprechtskirche 08.11.) und Christoph Theiler: Plantage (Theater am Werk im Kabelwerk 23.–24.11.).
Karten & Information
Einzelkarten und Festivalpässe sind ab Dienstag 08.09.2026