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Anwesend waren die Botschafterin der Republik Moldau Victoria Rosa, Starkünstler Pavel Brailas, Manuel Gras (Red Carpet Art Award), Elena Busuioc (Künstlerin), sowie die Vertreter der Kinderland-Stiftung Georg Burger-Scheidlin, Maximilian Schönfeldt, Wolfgang Dibiasi und Richard Pichler u.v.a.
Im Mittelpunkt stehen die Kinder aus dem Kinderland Tageszentrum in Pirita, Moldau. In einem fünftägigen Workshop unter der Leitung der Künstlerin Elena Busuioc haben sie 23 Leinwände gestaltet. Die Themen der drei Werkgruppen leiten sich direkt aus dem Leitsatz von Kinderland ab: 'Aus Geborgenheit Chancen wachsen lassen – für jedes Kind'.
Geborgenheit, Heimat und Chancen
Herzstück der Ausstellung ist die Werkgruppe 'Geborgenheit': Für die 16 großformatigen Leinwände legten sich die Kinder auf den Malgrund, die anderen zeichneten ihre Umrisse nach. In warmen Farben gehalten, wirken die Silhouetten wie kleine Lichtquellen. In Herzhöhe malte jedes Kind, was ihm Sicherheit gibt – auffallend oft ein Haus, aber auch Katzen, Mütter und Großmütter. Für Heimat entwarfen die Kinder eine Sammlung imaginärer Teppiche – inspiriert von den traditionellen moldauischen Teppichmustern und von Pavel Brailas Arbeit auf der Biennale Venedig – und versahen sie mit Quasten aus Textilfäden. Die vierteilige Arbeit 'Chancen ergreifen' ging aus einem Schattenspiel hervor: Aus den nachgezeichneten Händen der Kinder wachsen Formen, Ideen und Träume, die Wirklichkeit werden können.
Von 'Das ist viel zu groß!" zu "Wir haben es geschafft!'
Als die Kinder die leeren Leinwände zum ersten Mal sahen, war die Reaktion: 'Wie sollen wir so etwas überhaupt bemalen?' Wenige Tage später waren sie voller Spuren, Ideen und Silhouetten. Die Kinder konnten erleben, dass man mit etwas beginnen kann, das zunächst viel zu groß oder schwierig erscheint, und am Ende zu einem Ergebnis kommt, das man als sein eigenes bezeichnen kann“, so Elena Busuioc. Ebenso wichtig war ihr das gemeinsame Arbeiten: Viele Teppiche wurden von einem Kind begonnen und von anderen weitergeführt. Und die Kinder entdeckten auf der Landkarte, wo Wien liegt – und dass ihre Bilder nun in einem anderen Land zu sehen sind.
Junge Kunst im öffentlichen Raum
Die Red Carpet Showrooms im Wiener U-Bahn-Netz wurden 2013 in Kooperation mit den Wiener Linien und der Kulturformat GmbH vom gemeinnützigen Verein Red Carpet Art Award gegründet und machen Kunst in knapp 100 Ausstellungen jährlich für alle kostenlos zugänglich. Über die gesamte Laufzeit wird die Ausstellung rund drei Millionen Passantinnen und Passanten erreichen. „Da selbst in einer Kulturstadt wie Wien die Menschen immer seltener in Galerien oder Museen pilgern, muss die Kunst eben überall dorthin, wo viele Menschen sind. Ob das die Schulen, Spitäler, Kasernen oder eben U-Bahn-Stationen der Stadt sind, spielt dabei keine Rolle. Wichtig ist, dass Kreativität, Motivation und Neugier auf Bildung so vielen Menschen wie möglich zugänglich gemacht werden. Jede Künstlerin und jeder Künstler wächst an der Konfrontation mit einem so großen Publikum im öffentlichen Raum. Und jedes Kind, das in frühen Jahren versteht, dass die Realität nur ein Vorschlag und daher nichts unmöglich ist, geht gestärkt im Wissen, gehört und gesehen worden zu sein, durch das weitere Leben und inspiriert wiederum andere Menschen. Aus diesem Wissen schöpft das Team des Vereins seine Kraft für diese gemeinnützige Tätigkeit“, so Manuel Gras, Obmann des Red Carpet Art Award.
Kulturelle Brücke zwischen Moldau und Österreich
Die jährliche künstlerische Verhüllung des Ringturms – die „Ringturmverhüllung“ – ist das kulturelle Leuchtturmprojekt des Wiener Städtischen Versicherungsvereins, das weit über die Landesgrenzen hinauswirkt. Robert Lasshofer, Vorstandsvorsitzender des Wiener Städtischen Versicherungsvereins, Hauptaktionär der Vienna Insurance Group (VIG): "Wir freuen uns, dass moldauische Kunst vom Wiener Ringturm nun ihren Weg in die Wiener U-Bahn-Stationen findet. Während die Ringturmverhüllung Your Happiness is in Your Own Hands von Pavel Brailas über die Sommermonate das Stadtbild am Donaukanal prägte, ist seine Arbeit nun auch in ausgewählten Red Carpet Showrooms zu sehen – Seite an Seite mit Werken moldauischer Kinder, die in Zusammenarbeit mit einer Künstlerin entstanden sind. Damit möchten wir moldauischer Kunst in Wien mehr Sichtbarkeit verleihen und den kulturellen Austausch zwischen Moldau und Österreich fördern. Zugleich möchten wir mit der Kunst eine Brücke zu sozialem Engagement schlagen und insbesondere jungen Menschen neue Perspektiven und Chancen für ihre Zukunft eröffnen."
Hoffnung für Kinder im ländlichen Moldau
Kinderland setzt sich mit einem Tageszentrum und einem Familienstärkungsprogramm für sozial benachteiligte Kinder und Familien in Pirita, im ländlichen Moldau, ein. Im Bezirk Dubasari ist etwa jedes vierte Kind mit vielfältigen Formen der Gefährdung konfrontiert, darunter Vernachlässigung und häusliche Gewalt. Mögliche Folgen reichen von Armut über Jugendkriminalität bis hin zu Kindesmissbrauch. Entsprechend dringend ist der Bedarf an pädagogischer und psychologischer Unterstützung, Elternbildung sowie an außerschulischen Aktivitäten und digitalen Lernressourcen – genau hier setzt Kinderland an. [mst]
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