Wenn in London die Guildhall zum Schauplatz der International Wine Challenge wird, hält halb Illmitz den Atem an. Zum zwölften Mal wurde Hans Tschida dort zum "Sweet Winemaker of the Year" gekürt – ein Titel, den kein anderer Winzer weltweit öfter tragen darf. Süßweingeschichte, made in Burgenland.
Zwölfmal London, zwölfmal Gänsehaut
Nominiert zu sein ist die eine Sache, das Kuvert geöffnet zu bekommen eine ganz andere. In der historischen Guildhall stand die Entscheidung zuletzt zwischen Hans Tschida vom Weingut Angerhof Tschida und Aleksandar Kolundzic von der kanadischen Pillitteri Estates Winery. Am Ende fiel der Name, den man in Illmitz inzwischen fast schon erwartet und trotzdem jedes Mal wie zum ersten Mal feiert: Hans Tschida. "Zum unglaublichen zwölften Mal! Und trotzdem ist die Anspannung vor der Bekanntgabe jedes Mal dieselbe", erzählt der Winzer. "Man weiß bis zu diesem letzten Moment nicht, ob man auf die Bühne gerufen wird. Deshalb ist auch jeder einzelne Titel etwas ganz Besonderes. Für mich ist es vor allem eine Bestätigung für die Leidenschaft, die wir jeden Tag in unsere Weine stecken."
Ein Pokal, vierzehn Medaillen und ganz viel Zucker
Die internationale Jury ließ sich vom Seewinkel restlos überzeugen. Neben dem Haupttitel gab es die "Austrian Sweet Trophy" für den Sämling 88 Trockenbeerenauslese Ried Domkapitel 2021, prämiert als bester österreichischer Süßwein des Jahrgangs. Dazu gesellten sich drei Gold-, sieben Silber- und vier Bronzemedaillen – eine Ausbeute, die selbst hartgesottene Weinkeller-Buchhalter ins Schwärmen bringt.
Eine Erfolgsgeschichte, die einfach nicht aufhören will
2010 begann Hans Tschida, sich in die Annalen der Weltklasse-Süßweine einzuschreiben, und setzte diese Serie 2011, 2012, 2013, 2015, 2019, 2021, 2022, 2023, 2024, 2025 und nun 2026 fort. Auch zuhause bleibt die Familie unter den Besten: Beim Wettbewerb 'SALON Österreich Wein' holte der Muskat Ottonel Neusiedlersee DAC Reserve Seewinkel 2023 den Titel "SALON Bundessieger 2026". Österreich als Süßweinland darf sich freuen – und ein Stück des Rampenlichts fällt automatisch auf die gesamte Region rund um den Neusiedlersee.
Konstanz statt Zufall
Hinter dem Erfolg steckt kein Geheimrezept, sondern schlicht harte Arbeit im Weingarten und im Keller. Sortentypizität, Balance und Reifepotenzial – das sind die Stichworte, an denen sich Vater und Tochter Jahr für Jahr messen lassen. "Wir freuen uns riesig über den zwölften Titel. Aber am Ende geht es immer um den Wein. Wir wollen jedes Jahr Weine machen, hinter denen wir zu hundert Prozent stehen und die den besonderen Charakter unserer Region zeigen", meint Daniela Salzl-Tschida, die das Weingut gemeinsam mit ihrem Vater führt.
Über die IWC
Die International Wine Challenge zählt zu den angesehensten Weinwettbewerben der Welt: Eine hochkarätige Jury aus Masters of Wine, WinzerInnen, WeinhändlerInnen und Fachjournalistinnen und Fachjournalisten bewertet jährlich Einreichungen aus aller Welt, wobei der Titel "Sweet Winemaker of the Year" zu den bedeutendsten Auszeichnungen für Süßweinproduzenten überhaupt gehört.
Über das Weingut Angerhof Tschida
Im Weingut Angerhof Tschida bewirtschaftet die Familie Tschida dreißig Hektar Rebfläche im burgenländischen Seewinkel, wo das besondere Mikroklima rund um den Neusiedlersee und mineralisch geprägte Böden ideale Bedingungen für Prädikatsweine schaffen – von Spätlese und Auslese über Beerenauslese und Trockenbeerenauslese bis zu Eis- und Schilfwein. Das Motto des Hauses bringt es auf den Punkt: 'Süßwein in Perfektion' - oder, noch kürzer und ebenso programmatisch: 'Stay Sweet!'