Der Verein für Konsumenteninformation (VKI) sammelt seit mehr als 15 Jahren Hinweise von KonsumentInnen, die Unstimmigkeiten oder Ärgernisse bei Lebensmitteln melden auf einer eigenen Plattform. Die Meldungen werden vom VKI geprüft und Stellungnahmen der betroffenen Unternehmen eingeholt, anschließend werden die Ergebnisse veröffentlicht. Aus Ihnen wählen KonsumentInnen die ärgerlichsten Fälle.
Lange Liste ärgerlicher Lebensmittel
Jede Woche erscheinen zwei neue Beiträge – insgesamt bereits über 1.500 Lebensmittel-Checks. Auch heuer haben Konsument:innen wieder die Möglichkeit, das ärgerlichste Lebensmittel des Jahres zu küren. Fünf Produkte stehen zur Wahl. Die Teilnahme an der Abstimmung zur KONSUM-Ente 2026 ist von 09.09.2026 bis inklusive 09.10.2026 unter nachfolgendem Link möglich.
Fünf Produkte stehen bis zum 09.10.2026 zur Wahl
Folgende Produkte wurden vom VKI für die KONSUM-Ente 2026 nominiert (in alphabetischer Reihung):
Bardollini Pistachio Cookies – übergroße Verpackung: Wer den Karton der „Bardollini Pistachio Cookies“ öffnet, erblickt eine Plastiktasse mit vier Mulden, in denen die mit Pistaziencreme gefüllten Kekse untergebracht sind. Greift man zu und nascht zunächst die oberen Kekse aus den beiden äußeren Kammern, kommt darunter jeweils ein zweites Gebäckstück zum Vorschein. In den beiden inneren Kammern findet sich hingegen jeweils nur ein Keks, der anstelle eines zweiten Kekses auf einem „Podest“ thront. Die Verpackung hätte somit Platz für acht Kekse, enthält aber nur sechs Stück.
Ferrero Fiesta – überraschende alkoholische Zutat: Süße Kuchenriegel im Einzelpack landen schnell in der Schultasche, im Rucksack oder am Pausentisch. Wer solche Produkte für sich oder Kinder kauft, sollte auf einen Blick erkennen können, was darin enthalten ist – insbesondere, wenn es um alkoholische Zutaten geht. Beim „Ferrero Fiesta l'Originale“ ist der Alkoholzusatz (8,5 Prozent Likör) allerdings nur in der Zutatenliste auf der Rückseite ausgewiesen und am Geschmack erkennbar. Auf der Vorderseite findet sich kein Hinweis darauf. Das ist nicht nur für Kinder, sondern auch für Menschen, die Alkohol meiden, problematisch.
Neoh Crunch – übergroße Verpackung: Bei den „NEOH Crunch“ Riegeln erwarten Konsument:innen aufgrund der Verpackungsgröße mehr oder größere Riegel. Jeweils drei Riegel sind pro Karton in übergroßen Kunststoff-Einzelverpackungen verpackt. Das Übermaß an Verpackungsmaterial füllt den Karton insgesamt gut aus. Doch erst wenn man die Riegel auspackt und sie neben den Karton legt, wird der deutliche Größenunterschied sichtbar.
Rama Margarine – Shrinkflation: Bereits zum zweiten Mal steht Rama Margarine zur Wahl. Schon 2022 hatte das Produkt die KONSUM-Ente eingeheimst. Damals schrumpfte die Füllmenge von 500 auf 450 Gramm, seit dem Frühjahr 2026 sind es sogar nur noch 400 Gramm, bei einem deutlich höheren Preis. Die Verpackungsgröße hat sich hingegen seit damals nicht verändert. Die Preissteigerung beträgt aktuell bis zu 46 Prozent im Vergleich zur 450-Gramm-Packung bzw. 63 Prozent im Vergleich zur früheren 500-Gramm-Packung. Zudem gibt es aktuell zwei 400-Gramm-Verpackungen: eine runde und eine eckige. Allerdings unterscheiden sich diese sowohl im Fettgehalt als auch bei den Zutaten. So enthält die runde Verpackung beispielsweise Palmöl.
Ruben’s Pistanziencreme – Skimpflation: Noch im Dezember 2025 wurde „Ruben’s Pistaziencreme“ zum Sieger des VKI-Taste:Checks in der Kategorie Pistaziencreme gekürt. Das Produkt schmeckte im Rahmen einer Blindverkostung mit Abstand am besten. Zudem überzeugte die Creme mit dem geringsten Zuckergehalt und dem zweithöchsten Pistazienanteil unter den verkosteten Produkten. Doch nur wenig später gingen beim VKI-Lebensmittel-Check Meldungen ein, wonach das Unternehmen die Rezeptur geändert habe. Und tatsächlich: Aus ursprünglich 45 Prozent Pistazienanteil sind 15 Prozent geworden – der Preis ist hingegen unverändert geblieben, ebenso die Produktaufmachung. Diese Vorgangsweise kann als Skimpflation bezeichnet werden und beschreibt die Reduktion einer wertgebenden Zutat, während der Preis gleich bleibt.
Ärger mit Wirkung
Mit der Wahl zur KONSUM-Ente soll nicht nur der Ärger von Konsument:innen sichtbar gemacht, sondern Anstoß für konkrete Verbesserungen gegeben werden. Die Bilanz kann sich sehen lassen: Rund jedes vierte im Lebensmittel-Check kritisierte Produkt wird schlussendlich abgeändert und im Interesse der Konsument:innen verbessert. Zuletzt konnten Verpackungsverkleinerungen bei gleichbleibender Füllmenge (Govinda Vegane Bio Pralinés), ein Verzicht auf zuvor eingesetzte Azofarbstoffe (Friends of Asia Frozen Dessert) oder Abänderungen bei Auslobungen und Produktnamen (Gewußt wie Bio Heidelbeer Sirup, dm Bio Früchtetee mit Waldfrüchten) erzielt werden.