Von 25. bis 27. September lädt OPEN HOUSE WIEN dazu ein, außergewöhnliche Baukultur in Wien und Umgebung zu erkunden. Bauwerke, die das ganze Jahr über nicht für die Öffentlichkeit zugänglich sind, gewähren einen exklusiven Blick hinter die Kulissen. Jetzt steht die Liste an teilnehmenden Gebäuden und Freiflächen fest, die kostenlos und ohne Voranmeldung besichtigt werden können.
3-tägiges Architekturfest
Wenn beeindruckende Gebäude, neue Stadtinitiativen und Freiflächen in Wien und Umgebung besichtigt werden dürfen, findet wieder OPEN HOUSE WIEN statt. Das Architekturfestival geht heuer zum elften Mal und an drei Tagen über die Bühne. Volunteers und Fachpersonal bieten kostenlose Führungen, bringen aktuelle Trends der Stadtentwicklung näher und liefern jede Menge Fun Facts und Hintergrundwissen. So wird Architektur für alle zugänglich und am eigenen Leib erlebbar.
Jährlich nehmen rund 20.000 Besucher und Besucherinnen an OPEN HOUSE WIEN teil, das zur weltweiten Initiative OPEN HOUSE WORLDWIDE mit fast zwei Millionen Besuchern in mehr als 60 Städten auf allen fünf Kontinenten gehört. Erstmals findet OPEN HOUSE WIEN heuer zeitgleich mit dem österreichweiten Tag des Denkmals am 27. September statt. An einem Wochenende laden daher sowohl zeitgenössische Architektur als auch bedeutende historische Bauwerke zum Entdecken ein.
Architektur im Zeichen von Resilienz und Transformation
"Architektur ist weit mehr als die Gestaltung einzelner Gebäude – sie prägt, wie wir leben, arbeiten und einander begegnen. Mit OPEN HOUSE WIEN möchten wir Menschen dazu einladen, diese Zusammenhänge zu entdecken, Architektur zu erleben und auch zu verstehen. Wenn Gebäude ihre Türen öffnen und die Geschichten dahinter sichtbar werden, entsteht ein neuer Blick auf die eigene Stadt", sagt Festivalleiterin Inge Boch.
Bei OPEN HOUSE WIEN stehen heuer die beiden Schwerpunktthemen Resilienz und Transformation im Mittelpunkt und damit Gebäude und Projekte, die zeigen, wie sich unsere gebaute Umwelt an gesellschaftliche, ökologische und klimatische Veränderungen anpassen kann und wie bestehende Architektur durch neue Ideen zukunftsfähig wird.
Resilienz beschreibt dabei die Fähigkeit von Gebäuden und Stadtquartieren, auf Herausforderungen wie den Klimawandel, steigende Energiekosten oder gesellschaftliche Veränderungen zu reagieren und langfristig funktionsfähig zu bleiben. Resiliente Stadtentwicklung entsteht durch das Zusammenspiel von innovativen baulichen Lösungen, natürlichen Kreisläufen und starken Gemeinschaften. Bei der Transformation geht es um die Frage, wie bestehende Gebäude und Stadtquartiere an neue Anforderungen (z. B. durch Umnutzung, Sanierung und Nachverdichtung) angepasst werden können, anstatt sie abzureißen und neu zu errichten.
Ökologische und soziale Aspekte
Resiliente Architektur findet neue Lösungen für die Anpassung an den Klimawandel. Das Roots House z. B. zeigt als Demonstrationsprojekt, wie sich Bestandsgebäude Schritt für Schritt auf erneuerbare Wärmeversorgung umstellen lassen – ohne kostspielige Generalsanierung. Dadurch wird die Dekarbonisierung bestehender Gebäude wirtschaftlich realistischer und zu einem Modell für die Wärmewende im Bestand. Dass Resilienz ebenso ökologische und soziale Aspekte umfasst, verdeutlicht z. B. die Kleine Stadt Farm, ein Lern- und Begegnungsort für urbane Selbstversorgung, Biodiversität und nachhaltige Kreisläufe, der erlebbar macht, wie Städte dadurch widerstandsfähiger werden. Im gemeinschaftlichen Wohnprojekt Assemblage Niklas Eslarn mit Fokus auf nachhaltigem Zusammenleben, Partizipation und nachbarschaftlichen Strukturen wiederum verbinden sich innovative Baustoffe wie Holz, Stroh und Lehm mit neuen Formen des Zusammenlebens.
Kunst, Forschung und Gemeinschaft
Das Kollektiv Kaorle auf dem Otto Wagner Areal zeigt schließlich, wie bestehende Gebäude durch gemeinschaftliche kulturelle Nutzung zu lebendigen Orten des Austauschs und der gesellschaftlichen Teilhabe werden. Weitere Projekte wie das Pilotprojekt Deutschordenstraße, In Generationen Wohnen oder die Bildungseinrichtung Willi Resetarits eröffnen zusätzliche Perspektiven auf zukunftsfähige, resiliente Architektur.
Wie Transformation gelingen kann, zeigt etwa Sophie 7, wo ein ehemaliger Spitalsstandort behutsam zu einem lebendigen Stadtquartier weiterentwickelt wird. Historische Pavillons bleiben erhalten und durch Nachverdichtung entsteht neuer leistbarer Wohnraum. Das Reallabor Fassfabrik verwandelt ein ehemaliges Industrieareal in einen experimentellen Ort für Kunst, Forschung und gemeinschaftliche Nutzung. Im Filmquartier Wien wurde eine historische Seidenfabrik erfolgreich zu einer Veranstaltungslocation umgestaltet und damit seine architektonische Identität bewahrt. Auch der Umbau eines Siedlungshauses in Hetzendorf verdeutlicht, wie bestehende Gebäude durch Sanierung, Wiederverwendung vorhandener Bauteile und energetische Optimierung zeitgemäß weiterentwickelt werden können. Ergänzt wird das Programm unter anderem durch Projekte wie das Funkhaus Wien, das Nordwestbahnhofareal, das Atelier Z57 oder die VinziRast am Land, die alle unterschiedlichen Facetten architektonischer Transformation sichtbar machen.
Vision von OPEN HOUSE WIEN
Mit den diesjährigen Schwerpunkten Resilienz und Transformation rückt OPEN HOUSE WIEN aktuelle Entwicklungen der Architektur und Stadtplanung in den Fokus. Anhand konkreter Projekte zeigt das Festival, wie bestehende Gebäude ressourcenschonend weiterentwickelt, neue Nutzungen geschaffen und lebenswerte Räume für kommende Generationen gestaltet werden können. Besucher:innen erhalten dadurch nicht nur Einblicke in außergewöhnliche Architektur, sondern erleben unmittelbar, welchen Beitrag Baukultur zur nachhaltigen Entwicklung unserer Städte leisten kann.
Termin: von Freitag, dem 25. bis Sonntag, dem 27. September 2026 jeweils von 10:00 bis 17:00 Uhr