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6.500 Besucher beim Hin & Weg- Festival in Litschau
copyright: www.mussil.eu vl. horn_stanek_wais_stemberger
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Über sechs Festivaltage mit rund 130 Veranstaltungen und zahlreichen Workshops bis zu „Faust. Der Tragödie Allerlei“ vom Schuberttheater Wien spannte sich das Programm des heurigen Theaterfestivals Hin & Weg in Litschau am Herrensee, das Sonntagabend mit einer Abschlussparty im Festivalzentrum im Strandbad ausklang. Das 10. Theaterfestival Hin & Weg findet vom 13.–22.08.2027 statt.

Begegnung zwischen Künstlern und Publikum

In ihrer bereits 9. Ausgabe boten die „Tage für zeitgenössische Theaterunterhaltung“ zum heurigen Festivalthema „Schuld und Schönheit“ eine dichte, thematische und stilistischen Bandbreite, die zum Nachdenken und Diskutieren in begleitenden Gesprächsformaten einlud. Von Premieren und österreichischen Erstaufführungen, szenischen Lesungen, Matineen und Hörspielen, Küchenlesungen und Konzerten bot Intendant Zeno Stanek ein in der nördlichsten Stadt Österreichs verortetes, sich ständig weiterentwickelndes Festivalformat, das seine internationalen Vernetzungen der letzten Jahre deutlich verstärkte.

"Das Theaterfestival Hin & Weg lebt von Begegnungen – zwischen KünstlerInnen und Publikum, zwischen jungen Talenten und etablierten Theaterschaffenden, zwischen Österreich und der internationalen Szene. Besonders freut mich, dass wir diese Verbindungen heuer weiter stärken konnten und rund 6.500 Besucher:innen zum Festival gekommen sind. Mit der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch, dem Max Reinhardt-Seminar Wien, der Musik und Kunstuniversität Wien und der Anton Bruckner Privatuniversität Linz waren gleich vier renommierte Ausbildungsstätten Teil des Festivals – diese Vernetzung und der Austausch mit der nächsten Generation von Theaterschaffenden sind für Hin & Weg von besonderer Bedeutung – und werden weiter ausgebaut“, resümiert Zeno Stanek, der zusammen mit Katharina Stemberger und Sigrid Horn das künstlerische Leitungstrio bildet.

Schuld und Schönheit

Unter dem Festivalthema „Schuld und Schönheit“ spannte Hin & Weg einen Bogen zwischen gesellschaftspolitischen Fragen und der Auseinandersetzung mit Schönheit, Körper und Ästhetik. Neben dem Schauspiel rückte dabei auch der zeitgenössische Tanz verstärkt in den Mittelpunkt. Eröffnet wurde das Festival im Theaterhaus MOMENT mit der österreichischen Erstaufführung „Young, beautiful and forever“ des Südböhmischen Theaters Budweis. Produktionen wie „Tanz der Zilien“ von Ilona Roth, „Superbodies“ von dance beyond und „Wo ist Walzer?“ von kollektiv kunststoff loteten das Verhältnis von Körper, Schönheitsidealen, Wissenschaft und Heimat aus – wohingegen ein ehemaliger Schauspieler „The Great Resignation“ in einer Autowaschanlage erkundete (F.v.Strolchen) und in „Mega Dive“ des Teater ? trik der Raubbau an der Tiefsee satirisch-düster verhandelt wurde.

Zahlreiche Ur- und Erstaufführungen prägten das Programm: Die Theatergruppe kollekTief begeisterte mit ihrer Uraufführung „kunstraub oder der wirbel um das große bild“ in Form eines rasanten Stationentheaters quer durch Litschau und am Herrensee entlang. Johannes Deckenbach überführte mit „Don Giovanni unrasiert“ Mozarts Opernstoff in die Jetztzeit, während Fabian Eder in „Tanz der Dämonen“ eine über Generationen von Krieg und Schicksal geprägte Familiengeschichte eindrücklich erzählte. Zu den weiteren Produktionen zählten „KörperSchafft“ von Luna Projects, „Die 7 Marien“ von Marlene Reiter, Mercedes Echerers „Arrivederci Roma“, die österreichisch-schweizerische Produktion „Zur Rettung der Blasmusik“ von bumbumpieces & vanderbolten production – mit anschließendem Dämmerschoppen mit der Stadtkapelle Litschau – sowie Sören Kneidls Live-Hörspiel/Konzert „Frankenstein 2.0“. Einen weiteren Schwerpunkt des Festivals bildeten Neuinterpretationen klassischer Stoffe wie „Macht Liebe Tod“ von der MUK nach Shakespeares Romeo und Julia, „Rosenkranz & Güldenstern sind tot“ von Johanna Kainz, der eingangs erwähnte „Faust. Der Tragödie Allerlei“ vom Schuberttheater Wien sowie „Lottes Werther“ von Anja Jemc nach Goethe. Mit „INVERS“ und „Mosaik“ steuerte schließlich das beamen ensemble als Ensemble in Residence zwei Uraufführungen zum vielfältigen Festivalprogramm bei.

Workshops rund um Hin & Weg

Vor und während des Theaterfestivals Hin & Weg fanden zahlreiche Workshops in Kooperation mit dem Theater- und Feriendorf Königsleitn statt. Den Auftakt bildete „To Build a World – Staging and Acting Immersive Theatre“ mit rund 20 Teilnehmenden aus Österreich und Tschechien, geleitet von Lino Kleingarn und Rebekah Wild, kofinanziert durch den Kleinprojektefond „Interreg People-to-People“. Zwischen den beiden Festival-Wochenenden folgten sechs praxisorientierte Theater-Workshops mit rund 70 Teilnahmen. Das Spektrum reichte von „Bühnen Bilder Räume – Werkstatt visuelles Erzählen“ mit Birgit Kellner und „Status spielerisch erforschen“ mit Dana Csapo über „Sprechkunst und Rhetorik“ mit Hannah Heckhausen und „Bühnenkampf“ mit Anna Soibert bis zu „Szene und Improvisation“ mit Margarete Schuler sowie „Songwriting“ mit Thomas Gravogel . Eine teilnehmende Person fasste ihre Erfahrung so zusammen: „Es war ein Raum, der zum Wachsen und Aus-sich-Herauskommen einlud. Ich bin unendlich dankbar für diese Erfahrung.“ Ergänzt wurde das Angebot durch ein gemeinsames Sternenschauen des Waldviertler Nachthimmels am Vorabend der partiellen Sonnenfinsternis mit rund 70 Teilnehmenden.

[mst]

Link zu: 9. Hin & Weg Festival

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