Die heimische Erdbeersaison 2026 war wetterbedingt eine Herausforderung – und dennoch ein Triumph der Regionalität. Ein aktueller Store-Check des Österreichischen Branchenverbandes für Obst und Gemüse zeigt: Wenn heimische Ware verfügbar ist, landet sie ganz oben im Regal – und im Einkaufskorb.
Sonnenverwöhnt und sturmgeprüft: Eine Saison unter erschwerten Bedingungen
Die Freiland-Erdbeersaison 2026 hat den österreichischen Obstbetrieben alles abverlangt. Lange Trockenphasen, markante Temperaturschwankungen und Spätfröste sorgten für einen mengenmäßig unterdurchschnittlichen Ertrag, der unter dem erfreulichen Vorjahreswert von 14.100 Tonnen liegen wird – genaue Zahlen werden noch erhoben. LKÖ-Präsident Josef Moosbrugger bringt die strukturellen Herausforderungen dahinter auf den Punkt: "Auf etwas mehr als 1.000 Hektar werden in Österreich Erdbeeren produziert, der überwiegende Teil davon im Freiland. Anbau, Pflege und Ernte sind dabei besonders arbeitsintensiv. Auch wenn die Qualität hervorragend ist, setzen Wetterextreme, hohe Lohnnebenkosten sowie steigende Ausgaben für Energie und Betriebsmittel die Obst- und Gemüsebetriebe zunehmend unter Druck." Manfred Kohlfürst, Obmann des ÖBOG, ergänzt mit Blick auf die Zukunft: "Da sich extreme Wetterereignisse häufen, steigt das Produktionsrisiko deutlich an. Investitionen in Bewässerung, Frostschutz und andere klimaresiliente Produktionssysteme sind daher unverzichtbar."
Store-Check: Österreich dominiert das Regal zur Hauptsaison
Was die Saison trotz allem auszeichnet, belegt ein aktueller Store-Check des ÖBOG eindrucksvoll. Zwischen dem 22. Mai und dem 2. Juli 2026 wurde in Wiener Filialen von Billa, Hofer, Spar und Lidl die Herkunft von insgesamt 40 Erdbeerangeboten erhoben. Das Ergebnis ist bemerkenswert: Während zu Saisonbeginn noch überwiegend Importware aus Spanien und Italien in den Regalen lag, drehte sich das Bild mit dem Start der heimischen Haupternte deutlich – im Zeitraum von 11. Juni bis 2. Juli stammten mehr als 80 Prozent der angebotenen Erdbeeren aus Österreich. Begünstigt wurde dieser Anteil auch dadurch, dass Wetterextreme in den südeuropäischen Anbauregionen die dortige Verfügbarkeit einschränkten. Kohlfürst sieht darin ein Signal mit Signalwirkung: "Der Store-Check unterstreicht die große Bedeutung der heimischen Produktion für die Versorgung des Marktes. Bei entsprechender Verfügbarkeit sollte heimischer Ware im Supermarktregal stets der Vorzug gegenüber Importprodukten gegeben werden" – und dankt dabei ausdrücklich allen regionalitätsbewussten KonsumentInnen.
Qualität mit Zukunft: Was es braucht, damit Österreichs Erdbeeren weiter glänzen
Der Zuspruch der KonsumentInnen ist unübersehbar – und er verpflichtet. "Die Konsumentinnen und Konsumenten senden ein klares Signal: Sie wollen heimische Erdbeeren und schätzen deren Qualität, Frische und kurze Transportwege", so Kohlfürst. Damit dieses Versprechen auch künftig eingelöst werden kann, braucht es laut ÖBOG verlässliche Planungsperspektiven, Investitionsanreize für klimaresiliente Produktionssysteme sowie wettbewerbsfähige Lohn(neben)kosten. "Wer regionale Versorgungssicherheit will, muss die Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Obstproduktion stärken. Nur so können österreichische Erdbeeren auch künftig in ausreichender Menge und höchster Qualität angeboten werden", betont der ÖBOG-Obmann. Die Botschaft der Saison 2026 ist damit so klar wie die roten Früchte selbst: Regionalität ist kein Nischenthema, sondern eine gesamtgesellschaftliche Investition in Geschmack, Nachhaltigkeit und Versorgungssicherheit.