Am 11. und 12. Juni 2026 wurde mit der Sommernachtsgala vor viel Prominenz am Wolkenturm die Jubiläumssaison in Grafenegg eröffnet. Sopranistin Angel Blue, der ukrainische Tenor Bogdan Volkov, Cellistin Julia Hagen sowie das Tonkünstler-Orchester unter Leitung von Chefdirigent Fabien Gabel verzauberten das Publikum bei kühler Witterung mit Meisterwerken des Opern- und Konzertrepertoires.
Buntes Programm
Das Programm spannte sich von der Ouvertüre zu Otto Nicolais "Die lustigen Weiber von Windsor", Arien aus Wolfgang Amadeus Mozarts "Così fan tutte", Charles Gounods "Faust", Giacomo Puccinis "Tosca", Pjotr Iljitsch Tschaikowskis "Eugen Onegin" über den "Schwan" aus Camille-Saint- Saëns’ "Der Karneval der Tiere", das Pezzo capriccioso von Tschaikowski bis zu "La Danza" von Gioachino Rossini, "I Could Have Danced All Night"aus Frederick Loewes "My Fair Lady" und dem Finale des ersten Akts aus Giacomo Puccinis "La Bohéme". Hinzu kamen Orchesterbilder wie "La Tregenda" aus Puccinis "Le Villi", das Intermezzo aus Umberto Giordanos "Fedora" und "Pas des écharpes" der französischen Komponistin Cécile Chaminade. Die Sommernachtsgala läutete gleichzeitig die Sommerresidenz des Tonkünstler-Orchesters Niederösterreich in Grafenegg ein.
Laudatoren
Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner würdigte vor der Sommernachtsgala die Entwicklung Grafeneggs zu einem der bedeutendsten Kulturstandorte Europas und blickte zugleich optimistisch in die Zukunft: "Grafenegg ist eine Erfolgsgeschichte, die Kunst, Natur und Architektur auf einzigartige Weise verbindet. Gemeinsam mit der Familie Metternich-Sándor ist der Standort langfristig bis 2070 abgesichert worden: Grafenegg soll und wird weiterwachsen. Das gibt Anlass zu großer Zuversicht für die kommenden Jahrzehnte."
Der künstlerische Leiter Rudolf Buchbinder verwies auf die besondere Mischung aus Vertrauen, gewachsenen Freundschaften und der besonderen Atmosphäre, die Grafenegg bietet. Vor allem strich er auch die Bedeutung des Tonkünstler-Orchesters als Residenzorchester hervor und verwies auf zwei besondere Begegnungen im Festival: "Da ist einerseits meine frühere Studienkollegin Martha Argerich, die Anfang September ihr Grafenegg-Debüt feiern wird. Und zum Festivalabschluss debütiert ein anderer großer Musiker unserer Zeit in Grafenegg: Riccardo Muti bringt zum Festivalabschluss am 6. September sein Jugendorchester nach Grafenegg, wir werden gemeinsam das d-Moll-Konzert von Mozart aufführen."
Sommerklänge und Grafenegg Festival
Direkt nach der Eröffnung der Sommersaison in Grafenegg mit der beschwingt-festlichen Sommernachtsgala hebt der Sommerklänge-Zyklus an: Die Samstagabende von 27. Juni bis 8. August stehen ganz im Zeichen der musikalischen Vielfalt mit Broadway-Melodien und dem Zauber der spanischen Nächte mit dem Tonkünstler-Orchester, Mozart auf kubanisch mit Sarah Willis und der Sarahbanda, menschlichen Abgründe und eine intensive Seelenschau mit Musik des österreichischen Komponisten Georg Friedrich Haas im Rahmen der Grafenegg Academy, Brahms und Rachmaninow mit dem European Union Youth Orchestra mit María Dueñas, die Philharmonix sorgen für einen brillanten Rausschmeißer.
Das 20. Grafenegg Festival unter Rudolf Buchbinders künstlerischer Leitung beginnt am 14. August 2026 und erstreckt sich bis zum 6. September 2026. Die Vielfalt der Musik in herausragenden Interpretationen: Das stand von Anfang an im Mittelpunkt des Grafenegg Festival. 2026 reicht die Bandbreite am Wolkenturm, im Auditorium und im Rudolf Buchbinder Saal vom Solo-Rezital über Kammermusik und Lied bis zu großen Chor-Orchesterwerken und konzertanter Oper, von populären Solokonzerten und Symphonien bis zu spannenden Erst- und Uraufführungen.