Mit einem Festkonzert und viel Prominenz aus Politik, Wirtschaft und Kultur wurde am 29. Mai 2026 der neue Rudolf Buchbinder Saal in der umfassend sanierten Reitschule seiner Bestimmung übergeben. Der Festakt markiert einen bedeutenden Meilenstein in der Weiterentwicklung des Kulturstandorts Grafenegg, der heuer in seine 20. Saison geht, und würdigt zugleich das herausragende Wirken Rudolf Buchbinders.
Kultureller Leuchtturm mit internationaler Strahlkraft
Bereits ab 17.30 Uhr wurden die Gäste am Vorplatz und im Foyer der Reitschule empfangen. Nach der Segnung des Gebäudes und dem symbolischen Durchtrennen des roten Bandes öffnete der Saal erstmals seine Türen für das Publikum. Zu Beginn des Festakts sprachen Grafenegg-Geschäftsführerin Simone Bamberg und Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner über die Bedeutung des neuen Saales für Grafenegg und das kulturelle Erbe Rudolf Buchbinders. Der historische Abend wurde von Barbara Rett moderiert.
"Mit dem Rudolf Buchbinder Saal setzt Niederösterreich ein kraftvolles Zeichen für Kunst und Kultur", so Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner. "Grafenegg wird damit einmal mehr zu einem Ort, an dem Tradition bewahrt und zugleich mutig in die Zukunft gedacht wird – ein kultureller Leuchtturm mit internationaler Strahlkraft."
Tief empfundene Dankbarkeit
Rudolf Buchbinder betonte in seiner Dankesrede, dass man als Künstler viel Glück und Erfolg erfahre, aber dass einem zu Lebzeiten ein Saal gewidmet wird – ein Ort der Musik, der Begegnung und der Zukunft, das ist etwas das tief ins Herz geht. Er empfinde vor allem eines: große Dankbarkeit! Dankbarkeit gegenüber einem Land, das Kultur nicht als Dekoration sondern als Teil seiner Identität versteht. Dankbarkeit gegenüber Menschen die Visionen nicht nur träumen, sondern sie verwirklichen und Dankbarkeit gegenüber all jenen die Grafenegg über viele Jahre hinweg mitgetragen, mitgestaltet und geliebt haben.
Von Beethoven bis Dvorák
Rudolf Buchbinder wählte als erstes Stück im neuen Saal die "Grande Sonate pathétique", eine der berühmtesten Klaviersonaten Ludwig van Beethovens als klingendes Bekenntnis zur unbändigen Kraft der Musik. Als Wunsch für die Zukunft sang Camilla Nylund, eine der herausragenden Sopranistinnen unserer Zeit, mit Rudolf Buchbinder am Klavier, "Morgen" von Richard Strauss und die "Zueignung", einen der schönsten hymnischen Feiersprüche der Musikgeschichte. Die Impromptus Franz Schuberts begleiten Rudolf Buchbinder ein Leben lang, er wählte das intim-dramatische As-Dur-Impromptu D 899/4, dem er noch zwei Miniaturen, die auch auf seiner jüngsten CD-Veröffentlichung "Schubert Treasures" enthalten sind, folgen ließ. Zum Abschluss spielte Rudolf Buchbinder gemeinsam mit dem Steude Quartett – Volkhard Steude, Elmar Landerer, Holger Groh und Wolfgang Härtel – den ersten Satz aus Antonín Dvoráks melodienseligem A-Dur-Klavierquintett op. 81 sowie als Zugabe den dritten Satz.
Der Abend endete mit langanhaltendem Applaus und anschließendem Empfang der geladenen Festgäste. Der Rudolf Buchbinder Saal wurde damit seiner Bestimmung als Kammermusiksaal in Grafenegg übergeben. Die Eröffnung des neuen Saals wurde das gesamte Wochenende mit Konzerten gefeiert.