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Wiener Festwochen 2026 unter dem Motto: "Republic of Gods"
copyright: Michael Strausz
© Michael Strausz
  

Seit 75 Jahren stehen die Wiener Festwochen für Tradition und Innovation, Avantgarde und Experiment gleichermaßen und zählen heute zu den bedeutendsten europäischen Bühnen für visionäres und diskursives Kunst- und Kulturschaffen. Sein Jubiläum feiert das Festival 2026 von 15. Mai bis 21. Juni mit einer programmatischen Selbstbeschreibung: „75 Jahre Schönheit und Skandal, 75 Jahre Kunstreligion“.

So erklären sich die Festwochen – nach der Ausrufung der „Freien Republik Wien“ 2024 und der „Republik der Liebe“ 2025 – nun im dritten Jahr der Intendanz von Milo Rau zur „Republic of Gods“, die heuer mit insgesamt 35 internationalen Produktionen und rund 170 Vorstellungen an Schauplätzen in ganz Wien aufhorchen lässt. Offizieller Auftakt des Crossover-Festivals ist die Festwocheneröffnung, die erstmals am Heldenplatz stattfindet.

Opening-Programm vorgestellt

Dort wurde heute, am Mittwoch, dem 20. Mai, im Rahmen einer Pressekonferenz das Programm des spektakulären Openings vorgestellt. Gemeinsam mit Festwochen-Intendant Milo Rau begrüßten Kulturstadträtin Veronica Kaup-Hasler und ORF-TV-Kulturchef Martin Traxl, u. a. in Anwesenheit teilnehmender Akteure wie des musikalischen Leiters der Show, Herwig Zamernik, der ukrainischen Künstlerin Marichka Shtyrbulova vom Kiewer Kollektiv Opera Aperta, der deutschen Singer-Songwriterin Lara Hulo, die coram publico ihren musikalischen Beitrag zur Eröffnung – den Song „Für Änni“ – zum Besten gab, weiters Countertenor Steve Katona und Günter Roiss vom WITAF – Verein im Dienste der Gehörlosen, der die Veranstaltung auch heuer wieder für gehörlose und hörbehinderte Menschen interpretieren wird.

Godmother of Punk

Passend zum Thema des Jubiläumsjahres will die Eröffnung weniger Festakt als künstlerische Zeremonie sein: Wien wird zum Ort, an dem Hochkultur und Pop, Ritual und Gegenwart, Ernst und Überzeichnung bewusst aufeinandertreffen. Dem Wiener Heldenplatz als große Bühne für das Opening kommt als historischer Ort, der in besonderer Weise mit der Idee von Erinnerung, Öffentlichkeit und Gegenwartskultur verbunden ist, eine spezielle Bedeutung zu. Im Zentrum der Show steht die „Godmother of Punk“ – die für ihre künstlerische Unabhängigkeit, politischen Eigensinn und die Verbindung von Poesie, Rock und Widerstand bekannte US-amerikanische Punk- und Rockmusikerin, Singer-Songwriterin, Lyrikerin, Fotografin und Malerin Patti Smith, die gemeinsam mit der Band „Gods Republic“ und dem Schmusechor auftritt.

Das Konzept des Abends ist ein gezielter Genre-Crash: Gospel trifft auf Punk, Klassik auf Schlager. Die Festwochen sprechen von „schamlosem Synkretismus“ – einem lustvollen Zusammenführen von scheinbar Unvereinbarem – und spielen dabei auch mit dem Bild neuer und alter Göttinnen und Götter, die als Idole, Projektionen oder Stimmen nebeneinanderstehen. Der Heldenplatz wird so nicht nur Konzertfläche, sondern ein öffentlicher Resonanzraum zwischen Andacht und Aufruhr.

Zahlreiche weitere Acts

Neben Patti Smith stehen zahlreiche weitere Musiker:innen und Gäste auf dem Programm, die diese Vielstimmigkeit und Vielseitigkeit erweitern – darunter etwa das Duo Cari Cari mit seinem cineastischen Indie-Rock, NENDA mit mehrsprachigem Rap, Lara Hulo mit rotzig-intimem Chanson-Pop, Witch Club Satan als brachiale, performative Metal-Intervention und viele mehr. So entsteht ein Abend, der Wien in guter Tradition als Stadt der kulturellen Mischformen zeigt: spektakulär, direkt, kollektiv – und bewusst unberechenbar.

Das Opening wird heuer wieder für gehörlose und hörbehinderte Zuseher:innen mit Österreichischer Gebärdensprache (ÖGS) angeboten und von ÖGS-Dolmetscherinnen und -Dolmetschern live übersetzt – zu sehen auf ORF 2 Europe (via Satellit und Kabel), ORF 2 W (in SD via Antenne) und auf ORF ON via Live-Stream.

Originaltöne des Pressegesprächs

Milo Rau: „Große wilde Feier von 75 Jahren Schönheit und Skandal!“

„Es ist uns eine große Freude und Ehre, die Jubiläumsausgabe der Festwochen auf dem Held:innenplatz zu eröffnen. Von Patti Smith bis zur festivaleigenen Band Gods Republic, von NENDA über Cari Cari bis zur ukrainischen Sängerin Marichka Shtyrbulova, vom Schmusechor bis zu Witch Club Satan: Heldinnen und Helden, Göttinnen und Götter der Musik und des Widerstands versammeln sich zur großen, wilden Feier von 75 Jahren Schönheit und Skandal!“, jubelt Intendant Milo Rau.

Martin Traxl: „Bunt schillernd, experimentell und vereint in Vielfalt“

ORF-TV-Kulturchef Traxl: „Bei den Wiener Festwochen stand das Tor zur Welt immer ein wenig weiter offen als üblich. Zum 75-jährigen Jubiläum zeigt sich die Stadt erneut bunt schillernd, experimentell und vereint in Vielfalt. Ein Zeichen des Zusammenhalts und der Lebensfreude, aber auch des kreativen Widerstands, das wir gerne in die Welt hinaustragen – als Partner und Multiplikatoren der Kunst.“

Im Rahmen der aktuellen Kulturberichterstattung widmen sich weiters zahlreiche Channels des ORF.at-Netzwerks – von news.ORF.at und wien.ORF.at über oe1.ORF.at bis zu ORF Sound und ORF ON – dem Kulturereignis. Der ORF TELETEXT informiert im Rahmen der Kultur-Topstory (Seite 110) und des Magazins „Kultur und Show“ (ab Seite 190) über Eröffnung, Höhepunkte und Programm (Seite 415)

[mst]

Link zu: 75. Festwochen

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