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Mehr als ein Kostenproblem: Österreichs Gastronomie setzt auf Resilienz
Kellner in einem Terrassen-Cafe in Paris
© zoetnet
  

Österreichs Gastronomie kämpft – und dennoch bleibt die Branche aufrecht. Gestiegene Mitarbeiter- und Energiekosten sowie teurere Lebensmittel belasten vor allem kleine Betriebe massiv. Eine neue Branchenanalyse zeigt jedoch erste Zeichen der Stabilisierung und macht Mut: Die österreichische Wirtshauskultur gibt nicht auf.

Kostenexplosion trifft kleine Betriebe am härtesten

Der neue 'Gastronomie-Fitness-Check' der Österreichischen Hotel- und Tourismusbank (OeHT), Prodinger und Kohl & Partner liefert ein klares Bild: Besonders kleine Betriebe mit einem Jahresumsatz von bis zu einer Million Euro stehen unter erheblichem Druck. Der Personalaufwand liegt bei ihnen bei über 42 Prozent des Umsatzes – und das in einer Zeit, in der die Löhne in der Gastronomie überproportional gestiegen sind. Hinzu kommen massiv gestiegene Energiekosten, spürbar teurere Lebensmittel und nicht zuletzt deutlich höhere Bierpreise, die den Spielraum der BetreiberInnen weiter einengen. Größere Betriebe mit über 100 Sitzplätzen konnten sich vergleichsweise besser behaupten, doch auch dort bleibt das operative Ergebnis weit hinter dem Vor-Pandemie-Niveau. Alois Rainer, Obmann des Fachverbandes Gastronomie in der WKÖ, bringt es auf den Punkt: "Die aktuelle Analyse zeigt deutlich, dass es erneut vor allem die vielen kleinen Betriebe sind, die infolge von Preissteigerungen und den gestiegenen Mitarbeiterkosten am meisten unter Druck stehen. Höhere Umsätze helfen wenig, wenn sie aufgrund gestiegener Vorleistungen rein preisgetrieben sind."

Gäste zögern – Branche setzt auf Effizienz und Zukunft

Ein zentrales Problem bleibt die Schere zwischen Kosten und Konsumbereitschaft: Während Bier, Energie und Lebensmittel teurer werden, sind die Gäste zunehmend weniger bereit, drastisch höhere Preise auf der Speise- und Getränkekarte mitzutragen – zumindest nicht in einem Ausmaß, das den Betrieben echte Gewinnmargen ermöglicht. Höhere Umsätze täuschen dabei oft über die tatsächliche Lage hinweg, denn sie sind in erster Linie preisgetrieben, nicht frequenzgetrieben, und die Gästefrequenz verharrt weiterhin unter dem Vor-Pandemie-Niveau. Die gute Nachricht: Viele BetreiberInnen haben die Zeichen der Zeit erkannt und investieren konsequent in Effizienz und Sparsamkeit – mit sichtbarem Erfolg, denn die Eigenkapitalquote hat sich leicht verbessert. Rainer appelliert dennoch klar an die Sozialpartner: Die Branche brauche einen "ausgewogenen und wirtschaftlich tragfähigen KV-Abschluss", denn weitere Belastungen seien schlicht nicht stemmbar. Wer Österreichs lebendige Gastro-Kultur liebt und erhalten möchte, weiß: Jeder Besuch beim Lieblingswirt ist auch ein kleines Statement.

[kjz]

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