Das traditionelle Fisser Blochziehen verwandelte am vergangenen Sonntag das Tiroler Bergdorf in eine bunte Bühne alter Bräuche. Unter der Leitung des Fuhrmanns und begleitet vom Klang der Kirchenglocken zogen die Fasnachtsfiguren den mächtigen Blochbaum durch die verschneiten Straßen, während tausende Zuschauer, darunter auch Landeshauptmann Anton Mattle, das eindrucksvolle Schauspiel verfolgten.
Spektakuläres Treiben der Fasnachtsfiguren
Ein besonderes Highlight bot der Bajatzl mit seinen waghalsigen Sprüngen über die Hausdächer, während der Giggeler das Publikum am Boden unterhielt. Das traditionelle Kräftemessen zwischen den verschiedenen Charakteren - von den Bärentreibern und Jägern bis zu den Hexen und dem "Schwoaftuifl" - entwickelte sich zu einem fesselnden Schauspiel, bei dem sowohl der Bär als auch der "Miasmann" schließlich gezähmt und zum Mitziehen gebracht wurden.
Rekorderlös bei Versteigerung
Den krönenden Abschluss bildete die Versteigerung des Blochbaums am Dorfplatz "Fonnes". Kommerzialrat Karl Handl ersteigerte den Baum für beachtliche 26.600 Euro - ein Erlös, der nach Aussage von Bürgermeister Simon Schwendinger der Fasnacht und sozialen Projekten in der Region zugute kommt. Martin Pregenzer, Obmann des Fisser Blochziehens, zeigte sich mit der Organisation und dem Ablauf der Veranstaltung hochzufrieden.
Lebendiges Kulturerbe
Das seit 2011 zum immateriellen UNESCO-Kulturerbe gehörende Fisser Blochziehen bewies einmal mehr seine ungebrochene Anziehungskraft. Wer die nächste große Austragung 2030 nicht abwarten möchte, kann bereits 2028 beim Kinderblochziehen die Faszination dieser einzigartigen Tiroler Tradition erleben.