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Kaspar-Eisert neue Direktorin der Heidi Horten Collection
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Seit der Eröffnung im Juni 2022 kamen über 330.000 Besucher in die Heidi Horten Collection, davon rund 115.000 im Vorjahr. Im Jahr 2025 kamen 53 Prozent der zahlenden Besucher aus Österreich, 26 Prozent aus Deutschland, die übrigen 21 Prozent aus anderen europäischen Ländern sowie den USA.

Dialog mit Öffentlichkeit

Mit dem Amtsantritt von Verena Kaspar-Eisert übernimmt eine Direktorin die Leitung der Heidi Horten Collection, die das Museum als offenen Denk- und Erfahrungsraum versteht. Sammlung, Ausstellungsprogramm und Vermittlung werden als gleichwertige Säulen der institutionellen Arbeit verstanden. Kunst wird dabei nicht als abgeschlossener Kanon präsentiert, sondern als lebendige, gesellschaftlich wirksame Praxis, offen, zugänglich und im Dialog mit einer breiten Öffentlichkeit. Ausgangspunkt dieser programmatischen Neuausrichtung bildet die bestehende Sammlung der Heidi Horten Collection. Sie wird künftig verstärkt aus der Perspekitve der Gegenwart gelesen und gezielt weiterentwickelt.

"Historische Positionen treten dabei in einen produktiven Dialog mit zeitgenössischer Kunst und aktuellen Fragestellungen – insbesondere dort, wo kunsthistorische Narrative bislang Leerstellen oder einseitige Zuschreibungen aufweisen", erzählt Kaspar-Eisert bei der Programmpräsentation.

Auszug aus dem Programm 2026

Das Ausstellungsjahr startet mit "ANIMALIA". Von Tieren und Menschen Ausstellungsdauer: 27. März–30. August 2026. Mit der Ausstellung Animalia. Von Tieren und Menschen untersucht die Heidi Horten Collection das komplexe Verhältnis zwischen Mensch und Tier. Der aus der Biologie entlehnte Begriff Animalia dient dabei als Leitgedanke einer kritischen Auseinandersetzung mit dem Umgang des Menschen mit dem Tier, der sich in über 100 Kunstwerken aus dem 20. und 21. Jahrhundert spiegelt.

Die Ausstellung geht der Frage nach, welche sozialen, gesellschaftlichen und historischen Strukturen in den Darstellungen von Tieren eingeschrieben sind. Sie spannen den Bogen von der Idee des „besten Freundes des Menschen“ über die Vermenschlichung und Verdinglichung des Tiers bis hin zu seiner Ausbeutung. Gleichzeitig erlaubt die Ausstellung den Ausblick auf Animalia als gedankliches Experiment – über eine gemeinsame biologische Kategorie hinaus – als Prinzip eines gemeinsamen Lebensmodells, das Tiere als Mitgeschöpfe und Mitakteure denkt.

Künstler:innen der Ausstellung: Georg Baselitz, Dominika Bednarsky, Cosima von Bonin, Rembrandt Bugatti, Marc Chagall, Jean Dufy, Gerhart Frankl, Helene Funke, Matthias Garff, Damien Hirst, Edgar Honetschläger, Hörner Maria Lassnig, Fernand Léger, Roy Lichtenstein uvm.

Programmhighlight: 18.4., 11–17h „Hundesalon“: Der Künstler Alois Mosbacher zeichnet live Porträts von Hunden. Wer will, kann mit seinem Vierbeiner vorbeikommen und ihn vom Künstler porträtieren lassen.

GOTTFRIED BECHTOLD. Betonporsche Ausstellungsdauer: 29. April–11. Oktober 2026. Gottfried Bechtold (*1947) zählt zu den prägenden Figuren der österreichischen Gegenwartskunst. Seit den späten 1960er Jahren entwickelt er eine konsequent konzeptuelle, medienübergreifende Praxis, die Skulptur, Fotografie, Zeichnung, Text und performative Setzungen im öffentlichen Raum umfasst. Sein Werk ist geprägt von einer präzisen Analyse gesellschaftlicher Symbole, von Fragen nach Wahrnehmung, Wertzuschreibung und den Bedingungen von Kunstproduktion selbst.

Der Betonporsche gehört zu den ikonischsten Arbeiten Bechtolds. Die Skulptur ist eine originalgetreue Kopie eines Porsche 911, gegossen aus massivem Beton und wiegt über 16 Tonnen. Der Werkstoff Beton – Sinnbild für Dauer, Bauindustrie und urbane Infrastruktur – steht in radikalem Gegensatz zur Idee des Sportwagens. Bechtold entzieht dem Objekt damit seine Funktion und transformiert es in eine Skulptur, die Mobilität negiert und zugleich deren kulturelle Überhöhung sichtbar macht. Ende April 2026 wird ein Betonporsche aus der Serie „Elf Elf“ (2006) im Innenhof des Hanuschhofs auf dem sogenannten „Direktorinnenparkplatz“ einparken. Die tonnenschwere Skulptur konterkariert die Versprechen von Geschwindigkeit, Freiheit und individueller Verfügbarkeit

ELISABETH VON SAMSONOW. Großes Mädchen Ausstellungsdauer: 17. September 2026–28. Februar 2027. Mit Elisabeth von Samsonow widmet die Heidi Horten Collection einer künstlerischphilosophischen Position eine große Soloausstellung, die sich jenseits enger disziplinärer Zuordnungen entfaltet. Erstmals wird das vielschichtige Werk von Elisabeth von Samsonow (*1956, Deutschland; lebt seit 1995 in Österreich) in seiner künstlerischen Bandbreite und intellektuellen Tiefe in diesem Umfang präsentiert. Die Ausstellung ist als kraftvolle, erzählreiche Personale angelegt, als lebendiger Parcours, der frühe Arbeiten ebenso einbezieht wie aktuelle Werkgruppen. Skulpturen, Malereien, Zeichnungen, Filme sowie eine ortsspezifische Installation machen ein erstaunliches Werk erfahrbar, das sich durch performatives Denken, formale Vielfalt und eine interdisziplinäre Haltung auszeichnet.

Rahmenprogramm Highlights: 26.9., 11–16h: Brezelfest – Veranstaltung mit Performances, Diskurs und Kinderprogramm sowie 14.11., 16–19h: Laternenfest – Veranstaltung mit Performances, Diskurs und Kinderprogramm

TO SHOE OR NOT TO SHOE. Warhol and others. Ausstellungsdauer: 20. Oktober 2026–18. April 2027. Andy Warhols grafische Serie Á La Recherche du Shoe Perdu entstand 1955 im Umfeld seines Auftrags, allwöchentlich Schuhanzeigen für die New York Times zu gestalten. Es entstanden mehr als ein Dutzend Zeichnungen, die von dem Dichter Ralph Pomeroy mit ironischen literarischen Anspielungen versehen und von Warhol zu einer Mappe zusammengefasst wurden. Ausgehend von dieser Serie widmet sich diese Präsentation dem Damenschuh als Fetischobjekt, Projektionsfläche und feministischer Kritik. Neben Andy Warhol sind weitere Künstlerinnen wie Birgit Jürgenssen, Gudrun Kampl und Lena Henke mit ihren Interpretationen des Schuhs vertreten. Sie hinterfragen das Objekt auch als Symbol von Begehren, Disziplinierung und Geschlechterrollen.

Neue inklusive Formate

Am 27. Februar 2026 findet der inklusive Welttag für blinde, sehschwache, gehörlose und demenzbetroffene Menschen in der Heidi Horten Collection statt. Stündliche Führungen, Musik-, Lese- und Atelierangebote sowie taktile Reliefs zu Werken von Picasso, Magritte und Warhol ermöglichen sinnliche Zugänge zur Kunst und stärken das barrierearme Museumsangebot. In Kooperation mit „Ich bin O.K.“ entsteht eine inklusive Tanzperformance mit rund 50 Tänzer:innen. In Workshops, inspiriert von der Ausstellung „Die Linie“ und der Permanent Collection, werden Performances entwickelt, die am 2. und 6. März 2026 in der Heidi Horten Collection präsentiert werden.

Ab April 2026 starten monatliche inklusive Führungen für Besucher:innen mit und ohne Sehbehinderung sowie ein multisensorischer Workshop für blinde und sehbeeinträchtigte Kinder und Jugendliche. Zusätzlich werden Kunstgespräche für Menschen mit Demenz und ihre Begleiter:innen unter dem Titel „Herz über Kopf“ angeboten.

Kostenlose Workshops

Die Kunstvermittlungsangebote für Kindergärten und Schulen sind in der Heidi Horten Collection kostenlos, was in der österreichischen Museumslandschaft eine Besonderheit darstellt. Allein im vergangenen Jahr nahmen mehr als 800 Gruppen an diesem Angebot teil. Seit der Eröffnung der Sammlung haben über 46.000 Kinder und Jugendliche an kostenlosen Workshops und Führungen teilgenommen. Das Programm leistet damit einen
wesentlichen Beitrag zur Bildungsgerechtigkeit und wird insbesondere von Schulklassen aus sozioökonomisch benachteiligten Bezirken sowie von Integrations- und Inklusionsklassen intensiv genutzt.

[mst/kjz]

Link zu: Horten Collection

copyright: Galerie Krinzinger
© Galerie Krinzinger

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