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Ausstellungsbericht
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Gustave Courbet - Realist und Rebell bis 21. Juni im Leopold Museum
copyright: Paris Musées/Petit Palais, musée des Beaux-Arts de la Ville de Paris
© Paris Musées/Petit Palais, musée des Beaux-Arts de la Ville de Paris
  

Mit einer großangelegten Retrospektive widmet das Leopold Museum dem französischen Ausnahmekünstler Gustave Courbet (1819–1877) die erste umfassende Einzelausstellung in Österreich. Rund 130 Exponate – darunter 90 Gemälde und 20 Grafiken aus allen Schaffensphasen sowie zahlreiche Archivalien – bieten einen Gesamteindruck des malerischen und grafischen Œuvres des Begründers des Realismus.

von: 19.Feb 26
bis: 21.Jun 26


Leopold Museum im MQ
Museumsplatz 1 im MQ
1070 Wien, AT
Tel: +43 1 525 70 -0
Fax: +43 1 525 70 -1500
Email: office ::: leopoldmuseum. org
http://www.leopoldmuseum.org/

Öffnungszeiten:
Mi - So: 10 - 18 Uhr



Karten mit Ziel und
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(Selbst)-Portraits, Akte, Landschaften

Nach Jahren der intensiven konzeptuellen und netzwerkstrategischen Arbeit ist die Ausstellung „Gustave Courbet. Realist und Rebell“ nun Wirklichkeit geworden und wir freuen uns sehr, unserem Publikum diese äußerst umfangreiche Personale präsentieren zu können. Da das Gesamtwerk des Künstlers von beachtlichem Ausmaß ist, galt es, eine sorgfältige Auswahl zu treffen, die sowohl repräsentativ für alle Schaffensphasen ist, als auch die inhaltlichen und formalen Facetten seiner Kunst als Maler, Zeichner und politischer Akteur entsprechend berücksichtigt. In seinen bahnbrechenden Porträts, Akten, Landschaften und Stillleben setzte sich Courbet radikal über die idealisierenden Konventionen des 19. Jahrhunderts hinweg.

Neben den ikonischen Hauptwerken werden auch bislang wenig beachtete Aspekte – darunter das grafische Werk und die prägenden Jahre im Exil – in den Fokus gerückt und in einen kunsthistorischen Kontext gestellt. Sie umfasst frühe Selbstporträts, ebenso wie Landschaften aus Ornans, Jagdszenen, Meeres- und Grottendarstellungen, Akte sowie Arbeiten aus Haft und Exil verdeutlichen die thematische Vielfalt. Zeichnungen und Grafiken werden gleichwertig neben den Gemälden präsentiert und erweitern den Blick auf Courbets künstlerische Praxis.

Szenen aus dem Leben einfacher Menschen

"Mit Gustave Courbet zeigen wir einen herausragenden Avantgardisten, der immer wieder mit Konventionen gebrochen hat", erzählt Hans-Peter Wipplinger , Direktor des Leopold Museum und Kurator der Ausstellung, im Rahmen eines Presserungangs. Gustave Courbet erkannte bereits früh, dass er mit Skandalen Erfolge erzielen konnte. Er revolutionierte die Bildsprache des 19. Jahrhunderts, indem er die sichtbare Wirklichkeit seiner Zeit zum Gegenstand der Kunst machte. An die Stelle historischer oder mythologischer Sujets treten Szenen aus dem zeitgenössischen Leben. Einfache Menschen aus seinem unmittelbaren Umfeld – Bauern, Arbeiter oder Bürger – erscheinen in monumentalem Format und mit einer Präsenz, die bis dahin heroischen Themen vorbehalten war. "Realismus im Sinne Courbets bedeutet nicht bloße Wiedergabe, sondern eine programmatische Hinwendung zur Gegenwart, einen bewussten Verzicht auf Idealisierung und einen nahezu pastosen Malduktus."

Isolation führt ins Schweizer Exil

Courbets Selbstverständnis als unabhängiger Künstler schlägt sich auch in seinem politischen Engagement nieder. Mit der Ausrufung der Dritten Republik im Jahr 1870 und insbesondere während der Pariser Kommune 1871 übernimmt er Verantwortung im öffentlichen Kunstwesen. Kunst und politisches Handeln stehen bei Courbet in engem Zusammenhang – beides folgt dem Anspruch auf Eigenständigkeit und gesellschaftliche Verantwortung. Nach der gewaltsamen Niederschlagung der Kommune wird er inhaftiert und später zu hohen finanziellen Leistungen verurteilt. Die zunehmende politische und wirtschaftliche Isolation zwingt ihn ins Schweizer Exil, wo er 1877 im Alter von 58 Jahren stirbt.

Unerfüllte Erwartungen in Wien

Bereits 1873 hatte Courbet erwogen, sein Schaffen in der Donaumetropole im Rahmen einer umfassenden Retrospektive zu präsentieren. Mit großen Erwartungen blickte er auf das Wiener Parkett – Hoffnungen, die sich zu seinen Lebzeiten jedoch nicht erfüllten. Die Ausstellung im Leopold Museum verwirklicht nun – mehr als 150 Jahre später – gewissermaßen den Wunsch einer ambitionierten Wiener Präsentation, die Courbet sich einst vergeblich erträumte, und unterstreicht eindrucksvoll die anhaltende Aktualität und Bedeutung seines revolutionären Werks. ick nicht nur in Bezug auf die Technik und Malweise, sondern zeigt auch die Aktualität eines Künstlers, dessen kompromissloses Verständnis von Autonomie und Wirklichkeit die Kunst bis heute herausfordert.

Im Atrium treten Werke von Yan Pei-Ming und Georg Baselitz in einen imaginären Dialog mit Courbet. Die Gegenüberstellung schärft den Blick nicht nur in Bezug auf die Technik und Malweise, sondern zeigt auch die Aktualität eines Künstlers, dessen kompromissloses Verständnis von Autonomie und Wirklichkeit die Kunst bis heute herausfordert.

[mst]

Link zu: Leopold Museum

copyright: The National Museum of Norway
© The National Museum of Norway

copyright: Musée Fabre de Montpellier Méditerranée Métropole/Frédéric Jaulmes
© Musée Fabre de Montpellier Méditerranée Métropole/Frédéric Jaulmes

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