Ein aktueller Report der Verbraucherschutzorganisation Foodwatch deckt auf, dass zahlreiche in der EU verbotene Pestizide über Importware ihren Weg auf österreichische Teller finden. Die Analyse basiert auf dem Pestizid-Monitoring der EU-Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) aus dem Jahr 2023. Besonders betroffen sind Bananen, Birnen und Langkornreis.
Erschreckende Befunde bei Standardprodukten
Die EFSA-Untersuchung von 907 konventionellen Lebensmittelproben aus Österreich zeigt besorgniserregende Ergebnisse: Über 19 Prozent der unverarbeiteten pflanzlichen Lebensmittel enthielten verbotene Pestizide. Besonders alarmierend ist die Situation bei Bananen, wo 100 Prozent der Proben Pestizidrückstände aufwiesen - davon 84 Prozent mit in der EU verbotenen Substanzen. Auch Birnen und Langkornreis zeigten überdurchschnittlich hohe Belastungen.
Der 'Pestizid-Bumerang-Effekt'
Paradoxerweise exportiert die EU weiterhin verbotene Pestizide in Drittländer. Beispielsweise wurde der in der EU nicht zugelassene Wirkstoff Bifenthrin aus Österreich nach Belarus und in die Ukraine exportiert. Diese Substanzen kehren dann über importierte Lebensmittel zurück in europäische Haushalte, da die EU Rückstandshöchstwerte über der Nachweisgrenze toleriert.
Forderungen nach strengeren Regelungen
Foodwatch verlangt ein umfassendes EU-weites Verbot für Produktion und Export von nicht zugelassenen Pestiziden. Zusätzlich fordert die Organisation eine Absenkung der Rückstandshöchstwerte auf die Nachweisgrenze. Eine entsprechende Petition wurde bereits gestartet, um den politischen Druck zu erhöhen.
Verbraucherschutz in Gefahr
Es sei inakzeptabel, dass über 250 in der EU als gefährlich eingestufte und verbotene Pestizide durch die Hintertür wieder auf unsere Teller gelangen, kritisiert Foodwatch. Die Organisation betont die Dringlichkeit eines kohärenten Vorgehens zum Schutz von Verbrauchern und Umwelt, das Produktions-, Export- und Importregeln gleichermaßen umfasst.