Museen erzielen hohe volkswirtschaftliche Effekte – jeder investierte Förder-Euro kommt mehrfach zurück. Die gesamtwirtschaftliche Leistung der Museen in Österreich übersteigt die öffentlichen Zuschüsse bei Weitem. Museen generieren etwa 180 % der erhaltenen Subventionen als Wertschöpfung – jeder Euro öffentliche Förderung ermöglicht rund 1,8 Euro an volkswirtschaftlichem Ertrag.
Kulturförderung ist damit kein verlorener Zuschuss, sondern eine Investition, die sich vielfach auszahlt. Pauschale Budgetkürzungen im Museumsbereich richten folglich nicht nur kulturell, sondern auch ökonomisch Schaden an, indem sie erfolgreiche Wertschöpfungsketten und Arbeitsplätze gefährden. Außerdem tragen sie wesentlich zum Image Österreichs als Kulturnation und den damit verbundenen Tourismusströmen bei: Die Wertschöpfungseffekte im Tourismus betragen ca. 1,8 Mrd. Euro, die Impulse seitens der Museen sichern rund 30.800 Arbeitsplätze.
Museen als außerschulische Bildungsorte
Museen sind zentrale Bildungsorte für Gesellschafts- und Demokratiebildung: Rund zwei Millionen Menschen, darunter viele Kinder und Jugendliche, nehmen jährlich an ihren Bildungs- und Vermittlungsprogrammen teil. Als außerschulische Orte des informellen Lernens, des interkulturellen Austauschs und der kulturellen Teilhabe leisten Museen einen unverzichtbaren Beitrag zum gesellschaftlichen Zusammenhalt – Kürzungen schwächen diese Bildungswirkung unmittelbar.
Vor allem im ländlichen Raum sind Regional- und Heimatmuseen zentrale kulturelle Ankerpunkte: Sie wirken als Begegnungsorte, stärken regionale Identität und werden vielfach durch ehrenamtliches Engagement getragen. Kürzungen treffen hier nicht nur einzelne Einrichtungen, sondern ganze Gemeinden, indem soziale Treffpunkte, Bildungsangebote und lokale Identität geschwächt werden.
Museen bewahren das Kunst-, Kultur- und Naturerbe
Museumsarbeit geht weit über Ausstellungen hinaus: Museen bewahren, erforschen und vermitteln Kulturerbe und übernehmen zunehmend auch digitale Aufgaben. Kürzungen gefährden vor allem diese oft unsichtbaren, aber zentralen Leistungen und führen langfristig zu Lücken in Forschung, Vermittlung und Wissenssicherung.
Erhalt der Sammlungen
Die Sammlungspflege ist die zentrale Kernaufgabe der Museen: In Österreich werden rund 100 Millionen Objekte bewahrt, deren Erhalt kontinuierliche personelle und finanzielle Ressourcen erfordert. Kürzungen verschärfen bestehende Engpässe und gefährden langfristig das kulturelle Gedächtnis.
Weniger Budget bedeutet weniger Leistung
Mit weniger Budget können Museen nicht dieselben Leistungen erbringen: Kürzungen führen zwangsläufig zu Abstrichen bei Angeboten, Vermittlung, Öffnungszeiten und der Betreuung der Sammlungen. Da die österreichische Museumslandschaft höchst unterschiedlich ist und nicht alle Häuser über finanzielle Puffer verfügen, braucht es differenzierte, weitsichtige Entscheidungen statt pauschaler Kürzungen nach Besuchszahlen.
„Wir verantworten heute, was wir der kommenden Generation überlassen. Die wissenschaftliche Bearbeitung der österreichischen Sammlungen muss auch in Krisenzeiten gewährleistet sein, die Sammlungspflege darf nicht auf der Strecke bleiben. Die Krise ist dahingehend auch eine Chance, Museumsarbeit endlich anders zu bewerten und den Erfolg nicht nur an der Zahl von Ausstellungsbesuchen zu messen", erzählt Museumsbund-Präsident Matthias Beitl .