Passwort vergessen?
 
Neuen Account erstellen
 
Warum registrieren
 
Nachricht
DruckenArtikel als pdf anzeigen

Veganer Aufschnitt kann die Gesundheit gefährden
copyright: Life-style.at
© Life-style.at
  

Es gibt viele Gründe, warum Leute zu veggie und veganen Produkten greifen. Oft steht die Ansicht im Vordergrund, damit etwas für Tierwohl und Umwelt, aber auch für die eigene Gesundheit zu tun. Dass dies nicht unbedingt der Fall sein muss zeigt eine Presseaussendung der Konsumentenschützer der AK Oberösterreich, der sich auf einen großen Test der deutschen Öko-Test stützt und teils erschreckt.

Wie sehr Tierleid durch industriellen Wurstersatz aus pflanzlichen Zutaten verhindert wird, darüber lässt sich vortrefflich und ausgiebig diskutieren. Wurstwaren enthalten ja zu einem Großen Teil jene Fleischpartien, die sich als Braten oder Steak nicht oder schlecht verkaufen lassen. So lange man also den Konsum von Fleisch bei Fleischessern nicht allgemein reduziert, werden diese weniger begehrten Cuts ebenso wie viel Fett übrig bleiben und das lässt sich dann, in absteigender Wertigkeit, zu Wurstwaren, Hackfleisch, oder Tierfutter verarbeiten, will man es nicht als ökologisch wie ethisch katastrophalen Lebensmittelabfall enden lassen. Letztlich weiss jeder 'Nose-to-Tail' Fan dass die beste Lösung dafür die gekonnte Verwurstung ist. Auch das ökologische Argument hat so nur Gültigkeit, wenn die Zutaten zumindest überwiegend aus heimischem, oder wenigstens europäischem, Anbau stammen. Und dass es sich bei Wurstwaren, egal ob tierisch oder pflanzlich, um hochverarbeitete Produkte handelt, kann niemand bestreiten - die naturwissenschaftliche Evidenz dafür, dass dies per se ungesund ist, ist aktuell allerdings noch eher dünn.

Ganz klar ist hingegen, dass in veggie oder veganer Wurst keine Antibiotika zu finden sein sollten und auch auf Nitritpökelsalz kann wohl in der Regel verzichtet werden. Dafür finden sich in vielen Proben industrielle Zusatzstoffe, die notwendig sind, um Geschmack, Konsistenz und Mundgefühl der Ersatzprodukte möglichst ähnlich an die tierisch basierten Vorbilder zu bringen. Das zeigt in dem Test auch deutliche, durchaus positive Auswirkungen: Fast alle der 19 getesteten verganen Aufschnittprodukte wurden von den Testern als tadellos bei Aussehen, Geruch, Geschmack und Mundgefühl bezeichnet. Bei der - oft langen - Liste der Inhaltstoffe hingegen war dies nur bei 2 Produkten, also knapp 10%, der Fall.

Dabei muss man schon zwischen Inhaltstoffen unterscheiden. Während Aromen und Geschmacksverstärker noch zu den eher lässlichen Sünden gehören, die in 'normalen' Produkten ja auch oft verwendet werden, gibt es auf der Mängelliste von Öko-Test durchaus auch Inhaltstoffe vor, denen MedizinerInnen eine klare negative Auswirkung auf die Gesundheit attestieren. Dabei reden wir hier gar nicht von Gluten, Soja oder Nüssen, die für einschlägige Allergiker sehr problematisch sind, aber deswegen ja auch deutlich gekennzeichnet sein müssen. Ein ebenso gerne verwendeter wie gesundheitlich bedenklicher Inhaltsstoff ist etwa Carrageen. Das Verdickungsmittel, das aus Rotalgen gewonnen wird, steht nämlich unter anderem im Verdacht, Darmentzündungen auszulösen und damit das für Menschen so wichtige Biom nachhaltig durcheinander zu bringen.

Noch schlimmer sind Mineralkohlewasserstoffe, die leider häufig in industriellen Ersatzprodukten auftauchen. In 2 der getesteten Produkte wurden MOAHs nachgewiesen, also aromatische Mineralölkohlenwasserstoffe gesättigte Mineralölkohlenwasserstoffe. Dass diese sich im Körper ansammeln ist nachgewiesen, die Evidenz zeigt aber noch nicht, ob sie auch schädliche Wirkungen entfalten. Bei den meisten Produkten handelte es sich um kleine Mengen, bei immerhin 5 Produkten war die Belastung jedoch stark erhöht. Über künstliche Aromen kann man lang und viel diskutieren,hier zeigte der Test aber einen klaren Ausweg. Wer diese nämlich meisten will kann zu Bio-Produkten greifen, die weitestgehend davon frei sind.

Ein Problem, dass die veganen Wurstwaren mit ihren tierischen Geschwistern aber auch vielen anderen hochverarbeiteten und industriellen Produkten teilen, ist der hohe Salzgehalt. Un dieser ist, da sind sich Ernährundwissenschaftler wie Internisten ziemlich einig, erhöht das Risiko für Bluthochdruck und damit für alle dadurch bedingten oder begünstigten Folgeerkrankungen. Erschwerend kommt hier hinzu, dass bei manchen Produkten der auf der Packung angegebene Salzgehalt deutlich unter dem nachgewiesenen lag. Dafür gibt es in den veganen Produkten eben, wie bereits erwähnt, kein Nitrit-Pökelsalz und auch keine tierischen Fette, was je nach verwendetem pflanzlichen Fett auch einen Vorteil bringen kann.

Während sich bei den künstlichen Aromen ein klarer Vorteil für Bio-Produkte zeigt, lässt sich nicht allgemein sagen, dass diese gesünder wären. So zeigte der Test in 4 von 6 Bio-Produkten signifikant erhöhte Mineralölbestandteile - bei den konventionellen Produkten war dies lediglich knapp mehr als die Hälfte. Ebenso wenig zeigte sich eine unmittelbare Korrelation zwischen Preis oder Marke und Testergebnis - 3 der 5 teuersten Produkte im Test wurden mit mangelhaft beurteilt, das mit der einzigen Note 'gut' am besten beurteilte Produkt hingegen ware unter den 5 billigsten und eine Eigenmarke von Lidl. Unter den 5 Produkten die mit der Note 'befriedigend' beurteilt wurden waren drei Bio-Produkte von Alnatura, Dennree und Wheaty sowie zwei konventionelle Produkte Green Legend und Hobelz. Die übrigen 13 Produkte im Test fielen mit Wertung 'magelhaft' und 'ungenügend' deutlich zurück.

Und in noch einem Punkt viel der Test relativ enttäuschend aus: Die meisten der Produkte liegen zwar bei den Fett-Werten teils deutlich unter tierischen Wurstwaren, sind jedoch für proteinreiche oder low-carb Ernährung ungeeignet. Stammt bei tierischen Wurstwaren gut 20% der Energie aus Protein liegt der Werte bei fast der Hälfte der veganen Alternativen teils deutlich darunter, Schlusslichter hierbei Produkte von Rewe und der Rügenwalder Mühle mit nur 9,5 beziehungsweise 6,3% des Brennwerts aus Protein - also in Kombination mit dem niedrigeren Fettanteil ein starker Überhang an Kohlehydraten.

In Summe verweisen sowohl Ökotest als auch die Arbeiterkammer darauf, dass es ja auf veganen Brötchen nicht unbedingt Wurstimitationen als Belag sein müssen. Denkt man an das traditionelle britische Cucumber-Sandwich lässt sich dieses, auch mit anderen Gemüsen, sehr gut auch vegan realisieren. Oder man dippt frisches, knackiges Gemüse gleich in Sauce oder Aufstrich, ohne Brot. Da heisst es aber auch wieder auspassen, Etiketten genau lesen und am besten selber machen!

[kjz]

Link zu: Beitrag der oberösterreichischen Arbeiterkammer 'Vegane Auf­schnitte im Test: Leider Großteils nicht empfehlenswert!'

Link zu: Öko-Test Artikel 'Vegane Wurst im Test: 13 Aufschnitte sind "mangelhaft" oder "ungenügend"'

Mehrere Tassen mit aufgeschnittenem Schinken und Wurst am Frühstücksbuffet
© kjz/Lifestyle

Kommentare
Nur registrierte Benutzer können Kommentare schreiben!

3.26 Copyright (C) 2008 Compojoom.com / Copyright (C) 2007 Alain Georgette / Copyright (C) 2006 Frantisek Hliva. All rights reserved."

 
Drucken
Lifestyle Nachrichten

600 Acts bei Samma in da City

Eruption Winzer präsentierten ihre Lagenweine

Nadja Ibrahim ist neue General Managerin von The Bank

Spak ab Ende Mai noch geschmackvoller

DOTS GROUP führt neuen Markenauftritt ein

24.000 Besucher beim sägenhaften Event vor dem Rathaus

down
Suche nach News

Bitte geben Sie den gewünschten Suchbegriff ein:

 
GO

  smsParkschein - Das App zum Erstellen einer SMS an Handy Parken