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Ausstellungsbericht
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Martin Noël - Die Retrospektive
Martin Noël: M. L., 2010
© Estate Noël Foto: Mick Vincenz
  

Diese Ausstellung gibt einen umfangreichen Überblick über die wichtigsten Schaffensphasen von Martin Noël (Berlin 1956 – Bonn 2010) und fokussiert zugleich auf seine Bedeutung als Objektkünstler. Er hat mit seinen Werken die zeitgenössische Druckgrafik in Deutschland entscheidend mitgeprägt. 

von: 11.Dec 21
bis: 20.Feb 22


Albertina
Albertinaplatz 1
1010 Wien, AT
Tel: +43 1 534 83 -0
Fax: +43 1 534 83 -430
Email: info ::: albertina. at
https://www.albertina.at/home

Öffnungszeiten:
Tgl. 9 - 18 Uhr



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Mit der unverwechselbaren Liniensprache seiner Arbeiten leistete der Künstler einen höchst individuellen Beitrag zur Entwicklung dieser Technik an der Wende vom 20. zum 21. Jahrhundert. Seine Kunst schafft Verbindlichkeit und es gelang Noël, das alte, traditionsreiche Medium des Holzschnitts in die Kunst der Gegenwart zu holen. In nahezu all seinen Werken steht das Verhältnis von Linie und Fläche im Mittelpunkt. Indem Noël den Betrachtenden die Schönheit einzelner Linien vor Augen führt, erweist er sich als ein Meister der Reduktion auf das Essenzielle.

Martin Noël wird zeitlebens durch die verschiedensten Strömungen der Kunstgeschichte zu seinen Werken inspiriert. "Mit jedem Bild, das ich in der Kunstgeschichte sehe, mach ich neue Erfahrungen, lerne ich. [...] ich sehe immer in Ausschnitten", sagte der Künstler 2004 in einem Gespräch, das er mit Bettina Papst führte, die im selben Jahr gemeinsam mit Noël die große Ausstellung: "Martin Noël – bis jetzt. Hölzer und andere Arbeiten" kuratierte.

Im Zuge seiner unermüdlichen Suche nach dem Unentdeckten stößt er in den Arbeiten verschiedenster Künstler auf Details, die ihn interessieren und deren Linien er stetig studiert. Aus diesen Linien entwickeln sich schlussendlich die Motive seiner Holzschnitte, Grafiken, Objekte und Gemälde. Chronologisch durchforstet er die einzelnen Epochen und deren Hauptwerke und erhält dadurch wichtige Impulse, die ihm dabei helfen, seinen eigenen, unvergleichbaren künstlerischen Standpunkt zu entwickeln. Noël ist diese Entwicklung durch die Auseinandersetzung mit der Kunstgeschichte sowie Werken seiner Zeitgenossen wichtiger als die Frage, was der Kunstmarkt gerade verlangt, um erfolgreich zu sein.

Als er 2010, im Alter von nur 54 Jahren an den Folgen eines Hirntumors stirbt, umfasst seine Bibliothek über 4000 Kunstbücher. Die unzähligen Post its, mit denen er die für ihn wichtigen Seiten und Abbildungen markiert, zeugen davon, dass er all die Publikationen nach unentdeckten, bildwürdigen Motiven, Linien und Flächen durchsucht und sich auf diese Weise ein unerschöpfliches Reservoir an Material schafft, auf das er jederzeit zurückgreifen konnte.

Neben seiner aktiven Suche nach unentdeckten Details verstand es Martin Noël jedoch auch im Alltäglichen besondere Details und Bildausschnitte wahrzunehmen. Er verfügt über einen feinen Spürsinn, der ihn bedeutungslos erscheinende Details wahrnehmen lässt, ohne, dass er aktiv nach ihnen sucht. So entdeckt er auf Spaziergängen Risse im Asphalt, über den er sich bewegt, oder erkennt in verzweigten Ästen von Bäumen Strukturen, die ihn zu seinen Arbeiten inspirieren.

Der Blick des Künstlers reduziert das Wahrgenommene auf einzelne Linien und komponiert aus dem Gesehenen seine nüchtern konzipierten, abstrakten Motive. Bettina Papst fasst treffend zusammen: "Sehen, Wahrnehmen und Erkennen, Überdecken und Freilegen sind die grundlegenden Parameter in der Kunst Noëls, die seine künstlerischen Ausdrucksmittel bestimmen. Das meist nicht Wahrgenommene, das Unscheinbare, das Alltägliche ist dabei wesentlicher Auslöser für die formale Bildfindung des Künstlers. Martin Noël ist ein Forscher mit den Augen."

Immer wieder sucht Noël nach verschiedenen Materialien und will auf Aluminium oder auch Leinwand arbeiten. Bildträger, die am Beginn der 2000er Jahre jedoch bereits stark durch die Werke seiner Künstlerkollegen Imi Knoebel und Ingo Meller besetzt waren. So kehrt er jedes Mal zum Holz zurück, jenes Material, das schlussendlich sein gesamtes Œuvre bestimmt und prägt. Sicherlich trägt auch die Vertrautheit, die Noël von Kindesbeinen an zum Holz empfand, da sein Großvater Tischlermeister war, dazu bei.

[pge]

Martin Noël: Hässler, 1994
© Estate Noël Foto: Mick Vincenz

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