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Ausstellungsbericht
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Hubert Scheibl - Seeds of Time
Hubert Scheibl: Kalben, 2020/21
© Hubert Scheibl | Foto: Pixelstorm
  

Diese phantastische und sehenswerte Ausstellung zeigt eine Auswahl vorwiegend aktueller Arbeiten von Hubert Scheibl, die großteils in der Abgeschiedenheit der Pandemie entstanden sind. Fragen über Leben und Tod, über die Natur mit ihren Mutationen und die Evolution auch kleinster Lebensbausteine drängen sich unter den neuen Gegebenheiten auf. 

  

von: 31.Aug 21
bis: 5.Dec 21


Albertina
Albertinaplatz 1
1010 Wien, AT
Tel: +43 1 534 83 -0
Fax: +43 1 534 83 -430
Email: info ::: albertina. at
https://www.albertina.at/home

Öffnungszeiten:
Tgl. 9 - 18 Uhr



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Die Pandemie hebt unsere Welt aus den Angeln: Ein Virus beweist eindrucksvoll und für alle spürbar, dass Zeit und Raum doch nur relative Größen im Angesicht von elementaren Bedrohungen sind. Gewohnte Bezugspunkte werden verschoben und müssen neu definiert werden. Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft verdichten sich zu einem flüchtig im Gemälde festgehaltenen Augenblick, der die lineare Kontinuität von Zeit negiert.

Der Zufall und das Unkontrollierbare stehen dabei im Mittelpunkt – ganz wie in Scheibls Kunst. Zentral für diese Präsentation sind die Skulpturen des Künstlers. Tatsächlich zeigen sich die verhältnismäßig kleinen Skulpturen als autonome wie gleichermaßen ebenbürtige Gegenüber zu den großformatigen Gemälden.

Scheibl selbst erklärt dazu: „Für einen Künstler ist der reflexive Blick auf das eigene Werk manchmal sehr hilfreich. In meinem Fall ist das ein ironischer Blick auf die Malerei. Ich versuche mein Werk durch Skulpturen ironisch zu hinterfragen. Künstler tendieren schon allein aus ihrer Beschäftigung heraus dazu, sich um einen narzisstischen Kern zu drehen. Deshalb ist etwas Distanz zu sich selbst und zum eigenen Werk essenziell. Ironie ist wie ein Filter, um mit dem Drama der Realität zu spielen.“

Die drei Ausstellungsräume widmen sich jeweils speziellen Phänomenen in Scheibls Kunst: In einem Raum kommunizieren sieben großformatige quadratische Gemälde miteinander, die durch viele übereinanderliegende Farbschichten entstanden sind. Die Kunstwerke entfalten einen faszinierenden Farbklang aus jeweils individuellen, koloristischen Akkorden. Farben transportieren wesentliche emotionale, atmosphärische und oft zwar nicht beschreibbare, aber spürbare Inhalte. Licht, Farbe, neue Materialien und ein spezifischer Umgang mit der malerischen Oberfläche verwandeln die Gemälde in raumgreifende Farbkörper, die weit in das Umfeld des Bildes hineinwirken und es energetisch durchdringen.

Scheibls Serien entstehen nicht innerhalb eines begrenzten Zeitraums, sondern bauen oft viel später auf alten Erfindungen auf. Im Fall der auf einem koloristisch subtilen Bildgrund aufbereiteten Ones sind nachträgliche Änderungen ebenso wenig erlaubt wie bei den neuen My Private B. betitelten Arbeiten. Auf einen atmosphärisch komplexen Hintergrund überträgt der vom Impuls und maximaler Konzentration geleitete Pinselstrich die Körperbewegung dynamisch und unabänderbar auf das Bild, gibt ihm Raum und Gestalt.

Ein weiteres wichtiges Thema der Präsentation bildet die Gegenüberstellung von Gemälden und zum Teil großformatigen Zeichnungen. Hier zeigt sich das wechselseitige Verfahren des Herauskratzens von Linien und Spuren bei Gemälden einerseits und das Auftragen von Linien auf das Weiß des Papiers beim Zeichnen andererseits.

Die abstrakten, impulsiv entstandenen Linienstrukturen erinnern an gegenständliche Formen aus der Natur, an Gräser, Äste oder Wälder. So auch bei der über elf Meter langen Zeichnung Itamaraca, die 2004 inmitten der Natur Brasiliens entstanden ist.

Scheibls Suche nach einem „evolutionären Urstrom“ verwandelt die Leinwand in eine Projektionsfläche unzähliger Versuchsanordnungen – so auch in seinen neuesten Bildern, die am unteren Bildrand auf den Ausschnitt eines Farbkeils als Hilfe für das Kalibrieren von Fotoaufnahmen verweisen. Sie unterstreichen Scheibls Überzeugung, dass die Farbe das größte Kommunikationsmodell in der Evolution ist.

Scheibls künstlerisches Universum ist ein Kaleidoskop an Vielfalt und Koexistenzen. Seine Kunst ist ein permanentes Experiment, das Gegensätze verbinden will. Zentrale Ausdrucksform von Scheibl ist das Malen, in das Musik, Film, Bildhauerei, Zeichnen, Literatur, Philosophie und Wissenschaft einfließen.

Hubert Scheibl (1952*) hat als Schüler von Arnulf Rainer und Max Weiler an der Wiener Akademie am Schillerplatz studiert und zählt seit Jahrzehnten zu den international anerkannten österreichischen Künstlern. Sein Weg hat ihn dazu geführt, sich intensiv als Teil der Natur, der Evolutionsgeschichte an der Schnittstelle zwischen Vergangenheit und Zukunft zu erleben. Mit seinen abstrakten und im Betrachter unterschwellig Gegenständliches evozierenden Bildern löst Hubert Scheibl ein existenzielles Erleben von Emotionen aus, das es jeden Tag neu zu überprüfen gilt. Sich auf sich selbst einzulassen ist dabei die beste Möglichkeit, in diese einzigartige Bildwelt einzutauchen. Auch deshalb zählt Hubert Scheibl zu den bedeutendsten Malern unserer Zeit.

[pge]

Ausstellungsansicht
© Life-style.at

Ausstellungsansicht
© Life-style.at

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