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Ausstellungsbericht
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Lois Weinberger - Basics
Lois Weinberger, Green Man, 2004
© Paris Tsitsos © Studio Lois Weinberger
  

Lois Weinberger gilt als Vordenker einer anderen, künstlerischen Ökologie. Ab den 1990er-Jahren prägte er den Diskurs über das Verhältnis von Natur und Kultur wesentlich mit, seine künstlerische Praxis bezeichnete er als poetische Feldarbeit. Für diese sehenswerte Ausstellung hat Lois Weinberger noch bis kurz vor seinem unerwarteten Tod im April 2020 eine Auswahl von Arbeiten und Texten zusammengestellt. Mehr als einhundert Werke von den 1970er-Jahren bis 2020 sind im Innen- und Außenraum des Pavillons zu sehen, fast alle davon erstmals in Wien.

  

von: 2.Jul 21
bis: 24.Oct 21


Belvedere 21
Österreichische Galerie Belvedere
Arsenalstraße 1
1030 Wien, AT
Tel: +43 1 79 557 0
Email: info ::: belvedere. at
https://www.belvedere.at/besuch/...

Öffnungszeiten:
Di - So & Fei 11 - 18 Uhr



Karten mit Ziel und
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Lois Weinberger (1947–2020) war ein früher und visionärer Kritiker der Verwerfungen des Anthropozäns – jenes Zeitalters, in dem der Mensch den entscheidendsten Einfluss auf die Erde ausübt. In seinem künstlerischen Werk behandelte er existenzielle Fragen zum Verhältnis von Mensch und Welt: Was begründet unser Sein? Welche Bedeutung haben kulturelle Prägung, persönliche und familiäre Geschichte, geografische Gegebenheiten? Welche Auswirkungen hat die Entfremdung von der Natur? Sind Kultur und Natur überhaupt ein Gegensatzpaar? Können wir unser Sein außerhalb der Natur denken?

Lois Weinberger zog aus einem Tiroler Bauernhof aus, um vom Kunstschmied und Schlosser zum Schauspieler und schließlich zum bildenden Künstler zu werden. Seine Sozialisation erfolgte vor dem Hintergrund der 68er-Bewegung und in Zeiten eines kulturellen Umbruchs. Er bahnte sich in seiner Arbeit zwischen Minimal Art, Land Art, Wiener Gruppe, Surrealismus und Jungen Wilden seinen eigenen Weg einer Konzeptkunst. Zwischen ironischem Schamanismus und strikt konzeptuell gedachter, aber immer auch poetischer Herangehensweise zeigen seine Werke die Grenzen menschlicher Handlungsmacht auf. Sie machen unsere vermeintliche Überlegenheit über die Umwelt als Illusion erfahrbar. Mit einer „präzisen Achtlosigkeit“ hinterfragen Weinbergers Arbeiten unsere ethischen Maßstäbe und stellen ihnen scheinbar Randständiges, Nutz- und Wertloses gegenüber. Dabei bringen sie einen alles umfassenden, unvermeidbaren Kreislauf aus Werden und Vergehen lustvoll zum Ausdruck.

Die Ausstellung des zweifachen documenta-Teilnehmers erstreckt sich über das Erdgeschoss sowie den Skulpturengarten des Belvedere 21 und umfasst Arbeiten auf Papier, Fotografien, Skulpturen und Objekte, Malerei, zwei Videos sowie sechs Installationen im Außenbereich. Sie ist nicht als Retrospektive angelegt, auch wenn Arbeiten aus den letzten Jahrzehnten versammelt sind. Vielmehr ist die Schau als dynamisches Gebilde aus Querverbindungen und Beziehungen zu sehen, als Flechtwerk, das einlädt, verschiedenen gleichberechtigten Erzählsträngen durch Lois Weinbergers Œuvre zu folgen.

Ab Herbst 2018 arbeitete der Künstler an der Konzeption dieser Ausstellung – seiner zweiten im Pavillon von Karl Schwanzer –, bis er am 21. April 2020 unerwartet verstarb. Franziska Weinberger, die ihm seit den 1990er-Jahren künstlerisch und privat zur Seite stand, nahm seine Ausstellungsideen auf und setzte sie gemeinsam mit Kurator Severin Dünser zu einer Schau in seinem Sinne um. Den Titel Basics legte noch der Künstler selbst fest, entlehnt ist er seiner Arbeit Basics – die Idee einer Ausdehnung: Sieben Skulpturen, aus Holzstücken und einem Erdgemisch geknetet, liegen wie unfertige Golems da und harren ihrer Gestaltwerdung.

Kurator Severin Dünser über Lois Weinberger: „Sein Blick auf Grundsätzliches – das Verhältnis des Menschen zur Natur, die Relativität des Daseins, die Subjektivität menschlicher Maßstäbe – ist vor dem Hintergrund gesellschaftlicher Debatten über Klimawandel und Umweltschutz relevanter denn je. Weinberger rückt Überlegungen von der Peripherie ins Zentrum, die uns unsere als selbstverständlich erachtete Herrschaft über die Umwelt überdenken lassen. Er nimmt dabei viele Wege, die ein poetisch-politisches Netzwerk bilden, das nicht einfach zu fassen ist.“

[pge]

Ausstellungsansicht
© Johannes Stoll / Belvedere, Wien

Lois Weinberger, Wild Cube, 1991/2011
© Johannes Stoll / Belvedere, Wien

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