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Ausstellungsbericht
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Maja Vukoje - auf Kante
Maja Vukoje, SPA 3, 2020
© Roland Krauss © Bildrecht, Wien
  

Maja Vukoje verschränkt in ihrem Werk Themen unserer globalisierten Lebenswelt mit aktuellen Malereidiskursen. Für ihre bislang umfassendste Personale schuf die Künstlerin eine ortsspezifische Rauminstallation im ehrwürdigen österreichischen Pavillon der Weltausstellung 1958 in Brüssel.

  

von: 8.Dec 20
bis: 23.May 21


Belvedere 21
Österreichische Galerie Belvedere
Arsenalstraße 1
1030 Wien, AT
Tel: +43 1 79 557 0
Email: info ::: belvedere. at
https://www.belvedere.at/besuch/...

Öffnungszeiten:
Di - So 11 - 18 Uhr
Do, Fr bis 21 Uhr



Karten mit Ziel und
momentanen Standort anzeigen

Maja Vukoje nimmt die Vermischung und Verschmelzung von Elementen verschiedener Kulturen mehrfach in den Blick. Die Künstlerin beschäftigen Fragen wie: Was erzählen uns Materialien wie Jute und Produkte wie Zucker, Kaffee, Kakao über Wirtschaft und Macht in einer globalisierten Welt? Wie hängt dies mit dem Autonomieanspruch der malerischen Abstraktion der Moderne zusammen? Und welche Ansätze verfolgt die Malerei heute, um sich selbst, ihre Geschichte und ihre vielfältigen Wechselverhältnisse zu reflektieren?

In dieser hervorragenden Ausstellung treffen tropische Früchte und andere Handelswaren mit kolonialen Spuren auf Symbole unseres digitalisierten Alltags und der Überwachung unserer Körper, Motive aus der Populärkultur begegnen ikonischen Werken der malerischen Abstraktion. In den dargestellten Motiven wie auch in den gewählten malereifremden Materialien und künstlerischen Verfahren betont die Künstlerin das Überschreiten medialer Grenzen. Seit 2014 verwendet sie als Bildträger ausschließlich grob gewebte, nicht grundierte Jute. Materielle Eigenschaften und inhaltliche Bedeutungsebenen lotet sie in Experimenten mit (mal-)technischen Prozessen aus. So setzt Maja Vukoje in einer Reihe von Arbeiten Zucker, Kaffee oder Kakao sowohl als Bildsujet als auch als Malmittel ein.

Eine eindrucksvolle Werkserie zeigt halbgeschälte Früchte wie Avocado, Orange oder Süßkartoffel in plastisch-illusionistischer Darstellung. In ihrer vereinzelnden, monumentalen Inszenierung lassen diese an Bildkompositionen der Porträtmalerei denken. Durch Gesten des Auf- und Abtragens von Farbe arbeitet Vukoje die taktilen Beschaffenheiten von Fruchtoberfläche, Schale und Fruchtfleisch heraus.

In einer Reihe großformatiger gemalter Collagen treffen Motive aus unterschiedlichen Epochen und Kulturen auf solche aus unserer Gegenwart: Masken aus dem Neolithikum auf Unterwäsche und einen Flipflop oder auch Hygieneartikel wie Toilettenpapier und Desinfektionsmittel – in der aktuellen Pandemie stark aufgeladene Gegenstände. Als Dinge aus unserem Alltag erzählen sie von sozialem Zusammenleben, aber auch von Verhältnissen und Abhängigkeiten zwischen Mensch und Natur, Mensch und Technik.

Die ikonische Serie Homage to the Square des Malers Josef Albers ist für Maja Vukoje ein wichtiger Bezugspunkt. Diese Werkgruppe lotet die Wirkung reiner Farben abhängig von ihrer Kombination und Proportion zueinander im gleichbleibenden Bildaufbau eines stufenweise vergrößerten Quadrats aus. Vukoje zitiert diesen Bildaufbau nicht nur in den erwähnten Arbeiten, die Zucker, Kaffee und Kakao als Malsubstanzen verwenden. Für diese Schau erarbeitete sie zudem die mehrteilige ortsspezifische Intervention "Nach Albers" im Obergeschoss des Karl-Schwanzer-Pavillons, eines Paradebeispiels der österreichischen Nachkriegsmoderne: Industriell vorgefärbte Jutebahnen sind in spezieller Anordnung in die Gliederung der Innenfassade eingepasst. Sie entfalten ein lebendiges Spiel von Licht und Schatten, Farbe und Materialität und lenken den Blick auf die Qualitäten des offenen Raumplans. Für Passant_innen ist die Installation von Arsenalstraße und Schweizergarten aus Tag und Nacht wahrnehmbar und fungiert so als Signal in den Außenraum.

„Maja Vukojes Gemälde sind bunt, anziehend, manchmal irritierend, sie zitieren Dinge, die wir aus dem Alltag kennen oder aus dem Kunstmuseum, sie fordern unsere Wahrnehmung heraus, aber auch unsere Haltung. Und vor allem weisen ihre Gemälde Maja Vukoje als virtuose Malerin aus, die die Möglichkeiten dessen, was heute ein Bild sein kann, reflektiert und experimentell ausreizt“, so Kuratorin Luisa Ziaja.

Mit mehr als einhundert Arbeiten präsentiert diese sehenswerte Ausstellung den bislang umfassendsten Einblick in das Werk der Künstlerin. Die Hängung folgt keiner Chronologie oder Thematik, sondern verschränkt vielmehr assoziativ Werkgruppen der letzten Dekade mit der aktuellsten Produktion.

2020 wurde Maja Vukoje mit dem Preis der Stadt Wien für bildende Kunst ausgezeichnet.

[pge]

Maja Vukoje, Paravent, 2014
© Markus Wörgötter, © Bildrecht, Wien

Maja Vukoje, Avocado, 2015; Albersburg, 2017; Orange, 2017
© Roland Krauss © Bildrecht, Wien

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