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Ausstellungsbericht
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Inspiration Beethoven. Eine Symphonie in Bildern aus Wien 1900
Josef Maria Auchentaller, Elfenreigen. Für das Beethoven-Musikzimmer der Villa Scheid in Wien, 1898/99
© Andreas Maleta
  

Im Zentrum von dieser Fokus-Ausstellung steht das repräsentative Bildprogramm Josef Maria Auchentallers für das Musikzimmer der Villa des Wiener Schmuckfabrikanten Georg Adam Scheid. Dieses besteht aus fünf Gemälden von beinahe zweieinhalb Metern Höhe und rund neun Metern Gesamtlänge, zu denen Auchentaller 1898/99 von Beethovens VI. Symphonie, der Pastorale, inspiriert wurde. 

  

von: 8.Dec 20
bis: 6.Jun 21


Leopold Museum im MQ
Museumsplatz 1 im MQ
1070 Wien, AT
Tel: +43 1 525 70 -0
Fax: +43 1 525 70 -1500
Email: office ::: leopoldmuseum. org
http://www.leopoldmuseum.org/

Öffnungszeiten:
Mi - So: 10 - 18 Uhr



Karten mit Ziel und
momentanen Standort anzeigen

Das für die facettenreiche Beethoven-Verehrung um 1900 repräsentative Musikzimmer wird nun im Leopold Museum erstmals in Österreich rekonstruiert – im Dialog mit Werken von Künstlern der Wiener Secession. Wenngleich Auchentallers vielfältiges Œuvre heute paradigmatisch für eine Jugendstilkunst steht, an der er sowohl in seiner Münchner Zeit (1892–96) als auch als Mitglied der Wiener Secession (1898–1905) Anteil hatte, so war sein Schaffen – bis zu seiner ersten großen Retrospektive im Leopold Museum im Jahr 2009 – kaum bekannt.

1865 in Wien geboren, studierte der spätere Maler, Grafiker und Schmuckdesigner an der k. k. Akademie der bildenden Künste. Mit seiner Frau Emma, Tochter des Wiener Schmuckfabrikanten Georg Adam Scheid, zog Auchentaller im Jahr 1892 nach München, wo er Zugang zum Künstlerkreis der dortigen Secession fand und insbesondere durch die Arbeiten von Franz von Stuck nachhaltig geprägt wurde.

Nach seiner Rückkehr nach Wien im Jahr 1897 fand er Anschluss an die soeben erst gegründete Vereinigung bildender Künstler Österreichs Secession, war später im Redaktionskomitee der Zeitschrift Ver Sacrum tätig und als Entwerfer von Plakaten, Stoffmustern und Schmuck erfolgreich. Bis 1905 wirkte Auchentaller als Mitglied der Wiener Secession an zehn Ausstellungen mit, unter anderem mit einem im Leopold Museum gezeigten Plakat für die VII. Ausstellung der Secession (1900).

Josef Maria Auchentallers Jugendstil-Ensemble stellt die erste künstlerische Umsetzung aller Sätze einer Symphonie Beethovens dar. Die fünf Sätze von Beethovens VI. Symphonie, der Pastorale (1808), wollte Beethoven als „Ausdruck der Empfindung“ verstanden wissen – vom Erwachen heiterer Empfindungen bei der Ankunft auf dem Lande über die Szene am Bach, ein Lustiges Zusammensein der Landleute, dem folgenden Gewitter, Sturm bis zum abschließenden Hirtengesang. Frohe und dankbare Gefühle nach dem Sturm. Als Sinnbilder ebendieser Empfindungen treten in den Gemälden Auchentallers unter anderem Elfen in Erscheinung, für welche die fünf Töchter des Auftraggeber-Ehepaares Modell standen.

Ursprünglich 1898/99 für die Villa seines Schwiegervaters im Wiener Cottage-Viertel – heute die Residenz der südkoreanischen Botschaft – gestaltet, wurde das Musikzimmer mit dem Umzug der Familie Scheid bereits 1906 wieder abgebaut und der Zusammenhang zur Beethovens Pastorale geriet über die Jahrzehnte in Vergessenheit.

Als Orte des privaten Kunstgenusses, aber auch der Repräsentation sind Musikzimmer auch Ausdruck eines gehobenen Lebensstils im Bildungsbürgertum um 1900. Den Künstlern der Wiener Secession boten die Aufträge zur Ausgestaltung von Musikzimmern ein zu innovativen Gestaltungslösungen anregendes Betätigungsfeld: Gustav Klimts Supraporten für den Musiksalon im Palais Dumba (1893–99), die Jugendstil- Ensembles von Josef Maria Olbrich (um 1899) in Wien oder die Musik- und Theatersaalentwürfe Josef Hoffmanns für das Ehepaar Stoclet (ab 1905) in Brüssel.

Dies gilt insbesondere für die an der XIV. Ausstellung, der sogenannten Beethovenausstellung, beteiligten 21 Künstler, darunter Gustav Klimt, Alfred Roller und Friedrich König. Im Zentrum der als Gesamtkunstwerk konzipierten Schau stand Max Klingers Beethoven – eine skulpturale Huldigung des gottgleichen Genies und zugleich die berühmteste unter den Denkmälern des thronenden Komponisten. Sowohl Caspar von Zumbuschs Reduktion (1877) für das Wiener Beethovendenkmal als auch die Statuette (um 1909) des Mitbegründers der Münchner Secession, Franz von Stuck, sind in der Ausstellung zu sehen.

Als Pendant zu Gustav Klimts 34 Meter langen und mehr als zwei Meter hohen Beethovenfries schuf Josef Maria Auchentaller das heute verlorene Wandbild Freude, schöner Götterfunken für die XIV. Ausstellung der Wiener Secession. Alfred Roller entwarf die Wand hinter der Beethoven-Statue Klingers. Seine stilisierten Engelsfiguren und das Leitthema der „sinkenden Nacht“ bildeten motivische Grundlagen für das Ausstellungsplakat, das im Leopold Museum gezeigt wird. Friedrich König, ebenfalls Gründungsmitglied der Secession, kreierte ein den aufbegehrenden, mit seinem Schicksal ringenden Titanen Prometheus abbildendes Kupferrelief. Josef Hoffmanns Ausstellungskonzept – er hatte 1902 die künstlerische Gesamtleitung inne – verlieh der Beethovenausstellung die weihevolle Stimmung eines Kunsttempels.

Die Schau stellt die Rekonstruktion des Jugendstil-Musikzimmers von Josef Maria Auchentaller in einen facettenreichen Dialog mit Werken von Künstlern der Wiener Secession um 1900 und ermöglicht erstmals in Österreich ein räumliches Erleben dieses einzigartigen Gesamtkunstwerks.

[pge]

Max Klinger, Beethoven / Das Beethoven-Musikzimmer von Josef Maria Auchentaller in der Villa Scheid in Wien, 1899
© LETTER Stiftung, Köln / Privatsammlung, Foto: Luca Pedrotti, Bozen

Moriz Nähr, Josef Maria Auchentallers Wandgemälde Freude, schöner ­Götterfunken für die XIV. Ausstellung der Wiener Secession (Ausschnitt), 1902
© Bildarchiv und Graphiksammlung der Österreichischen Nationalbibliothek, Foto: ÖNB/Wien

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