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Ausstellungsbericht
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Želimir Žilnik - Shadow Citizens
Ausstellungsansicht: Želimir Žilnik. Shadow Citizens, Kunsthalle Wien 2020
© eSeL.at - Lorenz Seidler
  

Diese Ausstellung gibt Einblick in das radikale Filmschaffen und umfangreiche Werk von Želimir Žilnik (geb. 1942, lebt und arbeitet in Novi Sad, Serbien).

von: 24.Oct 20
bis: 18.Apr 21


Kunsthalle Wien Museumsquartier
Museumsplatz 1 im MQ
1070 Wien, AT
Tel: +43 1 52 189 -0
Email: office ::: kunsthallewien. at
http://www.kunsthallewien.at/

Öffnungszeiten:
Di-So 11 - 19 Uhr



Karten mit Ziel und
momentanen Standort anzeigen

Seit seinen Anfängen in der lebendigen Amateurfilmszene, die sich in den 1960ern in Jugoslawien entwickelte, hat Žilnik über 50 Filme gedreht, darunter zahlreiche Spielfilme und Fernsehproduktionen, die oft der Gattung Dokumentardrama zuzurechnen sind.

Žilniks Arbeiten fanden schnell internationale Anerkennung; mit "Frühe Werke"" gewann er 1969 auf der Berlinale den Goldenen Bären für den besten Langfilm. Als seine Filme in den 1970ern auf politischen Widerstand stießen, verließ er Jugoslawien und ließ sich in Deutschland nieder, wo mehrere Independent-Filme entstanden, darunter einige der ersten Filme, die sich mit dem Thema GastarbeiterInnen auseinandersetzten. Auch in Deutschland sah er sich politischen Anfeindungen und Zensur ausgesetzt und kehrte nach Jugoslawien zurück, wo er in den 1980ern zahlreiche Fernseh- und Spielfilme drehte, in denen er die ersten Anzeichen der wachsenden gesellschaftlichen Konflikte in seinem Heimatland einfing. In den 1990ern und 2000ern entstanden Filme, die die Schattenseiten der postsozialistischen Umwälzungen und Migrationsfragen behandelten.

Viele von Žilniks Filmen nahmen auf geradezu prophetische Weise reale Entwicklungen vorweg, etwa den Zerfall Jugoslawiens, den wirtschaftlichen Übergang vom Sozialismus zu einer neoliberalen Ordnung, die Beseitigung von Arbeitnehmerrechten und die umfassende Zersetzung gesellschaftlicher Strukturen in den Bereichen Arbeit und Migration. Der Titel der Schau, Shadow Citizens, spiegelt Žilniks jahrzehntelanges Bemühen wider, die Aufmerksamkeit der Zuschauer*innen auf unsichtbare, unterdrückte, unterrepräsentierte und verzerrt dargestellte Mitglieder der Gesellschaft zu lenken.

Als konzeptueller Begriff deutet „SchattenbürgerInnen“ auf eine Form des politischen Engagements für eine „AmateurInnenpolitik“ hin – auf fantasievolles und subversives, nichtnormatives Wissen und auf die alternativen Sensibilitäten, die immer in einer Gesellschaft schlummern und manchmal sichtbaren Widerstand gegen eine Politik des "wie üblich" leisten. Dem Urbanisten Andy Merrifield zufolge sind amateurhafte und professionelle Politik tatsächlich politische Bereiche, die zurückerobert und wie tektonische Platten in Bewegung versetzt werden können (Andy Merrifield, The Amateur: The Pleasures of Doing What You Love, London: Verso 2017).

Žilniks Filme sind – konzeptuell wie methodisch – von einer mutigen Amateurhaftigkeit getragen. Die Idee der „SchattenbürgerInnen“, verstanden als unterschiedliche Minderheiten, die überall zunehmend zu Mehrheiten werden, zieht sich durch Žilniks Werk. Sie wird als eine Möglichkeit aufgegriffen, eine neue Vorstellung von Staatsbürgerschaft zu entwickeln, die gegenwärtige Beschränkungen und Grenzen verschiebt. Die verschiedenen Facetten der Potenziale von SchattenbürgerInnen und der Druck des unterschwellig Amateurhaften in emanzipatorischer Politik und künstlerischer Produktion, von denen Žilniks Filme handeln, geben nicht zuletzt Aufschluss über aktuelle gesellschaftliche und politische Dringlichkeiten.

Die Kuratorinnen What, How & for Whom / WHW zur Ausstellung und zu ihrer langjährigen Arbeit mit Želimir Žilnik: "Das ehrliche und tiefgehende Interesse an den Menschen, auf die er trifft und mit denen er arbeitet, zieht sich wie ein roter Faden durch Žilniks Arbeit und berührt damit seine ZuschauerInnen unmittelbar. Eine Position als "SchattenbürgerIn", wie wir sie genannt haben, wird mit der gegenwärtigen Verschlechterung der sozialen und wirtschaftlichen Bedingungen für immer mehr Gesellschaften auf der Welt von Belang sein. Als Kuratorinnen haben wir das Privileg, Želimir Žilnik und sein Werk schon viele Jahre zu kennen, und sind uns daher mehr denn je der großen Relevanz seiner künstlerischen und politischen Vision für unsere Gegenwart bewusst. Von seiner politischen Klarheit, seiner Sanftheit und kompromisslosen Integrität können wir nie genug lernen. Die Erfahrungen und Stimmen der Menschen, denen wir in Žilniks Filmen begegnen dürfen, ermutigen uns alle dazu, noch verantwortungsvoller, achtsamer und fürsorglicher gegenüber unseren Mitmenschen und unserem Planeten zu agieren."

Die Ausstellung ist eine erweiterte Neuauflage einer 2018 gemeinsam mit dem Edith-Russ- Haus für Medienkunst in Oldenburg entwickelten Schau, die später auch in der Galerie Nova in Zagreb zu sehen war. Sie basiert maßgeblich auf der langjährigen Forschung der Organisation kuda.org (Novi Sad) zu Žilniks Werk, die unter www.zilnikzelimir.net abrufbar ist.

[pge]

Želimir Žilnik, Brooklyn – Gusinje (Filmstill), 1988
© Radio Television of Serbia

Želimir Žilnik, Vera und Eržika (Filmstill), 1981
© Radio Television of Serbia

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