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Von einer, die auszog Erdäpfelgulasch zu essen
Menütafel mit dem Erdäpfelgulasch
© apb
  

Gerade in der kalten Jahreszeit ist das Erdäpflgulasch das, was man im Englischen als 'Soulfood' oder 'Comfort Food' bezeichnet: Es wärmt Körper und Seele. Und auch wenn es ein recht einfaches Gericht ist, das in Ostösterreich jeder kennt, ist es köstlich und durchaus variantenreich. 3 Dinge sind jedoch fix: Erdäpfel, auf Zwiebel und Paprika basierender Gulaschsaft und Würstel - sollte man glauben

Dass dies nicht immer so sein muss durfte eine Freundin der Redaktion kürzlich in Wien erfahren. Bei letzten vorweihnachtlichen Erledigungen sah sie in der nach dem Umbau auch nicht unbedingt schöneren oder belebteren 'MaHü (so nennen die Wiener schelmisch die Einkaufsmeile Mariahilferstrasse) ein ob des kalten Dezemberwetters doppelt verlockendes Angebot: Auf der Karte mit dem Tagesmenü wurde ein klassisches Erdäpfelgulasch mit Hasubrot angeboten, als Menü mit Bröselknödelsuppe (High Carb Warning!) für wohlfeile EUR 7,90 und - auf Nachfrage - auch alleine für EUR 6,90. Gesehen, gehört - bestellt. Der Genuss sollte seinen herzerwärmenden Lauf nehmen.

Das Gulasch kam auch prompt und warm auf den Tisch aber ach - nach erstem Kosten zeigte sich, dass eine der erwähnten Grundzutaten fehlte. Neben Erdäpfeln und Gulaschsaft fand sich im Teller kein einziges Stückchen Wurst. Das konnte doch nur ein Irrtum sein! Also wurde flux reklamiert. Auf freundliche Nachfrage erklärt der Mitarbeiter, das sei vegetarisch und entschwand. Weder auf der Tafel außen noch auf der Menütafel innen stand etwas von vegetarisch. Auf nochmalige Nachfrage verdrehte die Bedienstete die Augen und sagt: „macht Kollege“.

Damit befinden wir uns wieder einmal in der an dieser Stelle bereits öfters kritisierten Servvicewüste Österreich, aber davon wollen wir nicht wieder anfangen. Es vergehen gefühlte 5 min bis besagter Kollege wieder erschien. Es erstaunt wohl niemand, dass die Freundin der Redaktion mittlerweile nicht mehr sehr freundlich war. Und der junge Mann beharrt darauf: „es steht nirgends geschrieben, dass ein Erdäpfelgulasch Wurst enthalten muss.“ Nun, unsere Redaktionskollegin Sarah S. hätte an dieser Stelle wohl den Mitarbeiter, wie einst den Patron eines Münchner Sternelokales, zurechtgewiesen 'Der Gast hat immer recht!'

Schlagen wir den Klassiker unter den Wiener Kochbüchern auf, das legendäre Sacher Kochbuch - dort steht auf Seite 408 (Ausgabe 1975) im Rezept '...geschnittene geräucherte Wurst als Einlage am Schluß beigeben und kurz erhitzen.' Und auch Reinhard Gerer lässt im grpßen Gehrer (Auflage von 2000) keinen Zweifel und spezifiziert schon in der Zutatenliste gleich unter den Erdäpfeln and zweiter Stelle seine präferierte Wurst als '300g dürre Wurst (Braunschweiger)'. Im Plachutta schliesslich wird klein gewürfelte Frankfurter gewünscht.

Und googelt man Erdäpfelgulaschrezepte findet man bei Radatz auch eine stimmige Erklärung, warum dieses Gulasch bei Kindern besonders beliebt ist: 'Das Erdäpfelgulasch ist eines der schnellste Gerichte in der Wiener Hausmannsküche. Vor allem ist es bei Kindern besonders beliebt. Das könnte an den Würsteln liegen, die bei dieser Speise das Fleisch ersetzen. Wir schlagen Dürre oder Waldviertler für diesen köstlichen Eintopf vor.' Q. E. D.

Abgesehen davon, dass ich unsere Freundin als Kunde erwartet hätte, dass man sich entschuldigt, dass das Vegetarische Menü nicht eindeutig deklariert war - was nicht erfolgte - empfand sie es auch als absolute Frechheit, ein paar gekochte Erdäpfel mit Saft um 6.90 anzubieten. Das ist reiner Nepp! Jedenfalls ungeachtet der Frage, wer in der Sache recht hat und ob die angeführten Rezepte als Indizien ausreichen, die vorgebliche Philosophie des betreffenden Esslokals, 'österreichische Qualität und handgemachter Genuss ' lässt sich vor diesem Geschehen ebenso trefflich hinterfragen wie die Servicequalität des involvierten Personals...

[kjz]

Der traurige Teller Erdäpfelgulasch - ganz ohne Wurst
© apb

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