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Ab 1. Jänner 2019 sind Österreichs Hühner noch glücklicher
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Der EZG Frischei Produzent und Obmann des Vereins der österreichischen Frischeiererzeuger, Franz Kirchweger, zieht Bilanz: vor zehn Jahren wurde das Verbot der konventionellen Käfighaltung umgesetzt und spätestens mit Ende des Jahres verlässt die letzte Henne den ausgestalteten Käfig. Bereits jetzt decken Österreichs Hühner den Inlandskonsum zu 87 Prozent.

70.000.000 Ostereier

Auch heuer präsentieren sich die Eier zu Ostern wieder in ihrem schönsten Kleid: viele Farben und neue kreative Muster verlocken nicht nur Kinder, sondern auch Erwachsene zur Ostereiersuche. Dabei haben es die Eier gar nicht notwendig, sich so in Schale zu werfen, denn auch wenn die schöne Hülle nach dem Eier pecken weg ist, punkten die Eier mit ihrer Herkunft, ihrer Qualität und natürlich mit ihrem tollen Inhalt. Franz Kirchweger nimmt das Osterfest zum Anlass, die Herausforderungen der letzten Jahre an die Eierproduzenten Revue passieren zu lassen.

Österreich als erstes Land in der EU käfigfrei

Beschlossen wurde das Verbot der Käfighaltung bereits 2003, als ein neues Bundestierschutzgesetz mit den Stimmen aller Parteien umgesetzt wurde. Konventionelle Legebatterien mussten schon bis 01.01.2009 demontiert werden. Für „ausgestaltete Käfige“ wurde eine Übergangsfrist bis 31.12.2019 vereinbart. "Also, ich war zu dieser Zeit mehr als skeptisch“, gibt Franz Kirchweger zu. „Die Kosten für die Umstellung, die Vermarktung der Eier, weniger Legehennen und der Druck aus dem billiger erzeugenden Ausland, das alles bescherte mir schon so manche schlaflose Nacht", erinnert sich der Eierproduzent heute zurück. Doch Lamentieren war nie seine Sache, und so hat er in die Umstellung auf die Bodenhaltung ca. 150.000 € investiert und es bis heute nicht bereut. „Wenn ich es baulich umsetzen könnte, würde ich wahrscheinlich sogar dem Trend in Richtung Freilandhaltung entsprechen", schmunzelt Herr Kirchweger.

Auf der sicheren Seite mit dem Österreichpaket

Die heimischen Eierproduzenten sind Vorreiter: artgerechte Tierhaltung ohne Käfiganlagen, seit 2010 gentechnikfreie Fütterung, seit 2013 europäischer Soja (Donausoja). Dazu kommen Lebensmittelsicherheit, Qualität und transparente Herkunft durch Qualitätsprogramme, wie das AMA – Gütesiegel, unabhängige Kontrollen und die Österreichische Eierdatenbank. Auch alle diese Anforderungen hat der Betrieb Kirchweger erfolgreich gemeistert und ist heute stolz darauf, sich mit diesen Kriterien vom ausländischen Markt abzuheben, was sich auch in den sicheren Erzeugerpreisen widerspiegelt.

Auslobung der Herkunft in Verarbeitungsprodukten

Der österreichische Lebensmittelhandel setzt erfreulicher Weise bereits ausschließlich auf alternative österreichische Frischeier in den heimischen Regalen, die korrekt mit dem Herkunftscode für Haltungsform und Herkunftsland gekennzeichnet sind. "Für mich ist der nächste logische Schritt die Auslobung der Haltungsform und des Landes, in dem die Eier erzeugt wurden auch bei Produkten, in denen sich die Eier „verstecken“, wie beispielsweise Teigwaren oder Mehlspeisen.", ist Kirchweger überzeugt. „So haben auch die Konsumenten endlich die Möglichkeit, sich für Produkte, in denen österreichische Eier verarbeitet wurden, bewusst zu entscheiden“, fordert der Legehennenhalter nicht zum ersten Mal.

Sorgen-Eier aus anonymen Rohstoff

Zwei Drittel des Ei-Bedarfs werden als Frischei gekauft und gegessen, deren Herkunft ist auf jedem Ei transparent nachvollziehbar. Der Rest wird in der Gastronomie und Verarbeitung eingesetzt – meist als anonymer Rohstoff. Die AMA startet in Kürze mit der neuen Richtlinie für die durchgängige Absicherung von Qualität und Herkunft von Eiprodukten. Martin Greßl, Leiter des Qualitätsmanagements der AMA, sieht die Richtlinie als Angebot für mehr Transparenz für das Ei in der Verarbeitung. „Jedes Ei, das einen AMA-Gütesiegel-Legehennenbetrieb verlässt, ist gestempelt und gibt den Konsumenten beim Einkauf von frischen Eiern Information über Herkunft und Haltungsform. Bei verarbeiteten Lebensmitteln wie Nudeln oder Kuchen ist die Herkunft des Rohstoffes Ei kaum nachvollziehbar. Mit unserer neuen Richtlinie sichern wir nun Flüssigei und Eipulver durchgängig ab, damit die Gastronomie, Gemeinschaftsverpflegung und Verarbeiter die Haltungsform und Herkunft der Eier klar angeben können“, so Greßl. Der Qualitätsmanager erhofft sich durch die neue Richtlinie auch einen Schub in Richtung mehr Vertragsproduktion. „Bei Flüssigei haben wir in Österreich einen Marktanteil von rund 50 Prozent. Da ist noch viel Potenzial vorhanden“, meint Greßl.

Zur Herstellung von AMA-Gütesiegel-Eiprodukten dürfen nur Hühnereier aus Boden-, Freiland- oder biologischer Haltung eingesetzt werden. Diese müssen von AMA-Legehennenbetrieben stammen. Bei den Qualitätsparametern sind die AMA-Kriterien strenger als die gesetzlichen Vorgaben. So sind Farbstoffe verboten und es gibt Richtlinien für mikrobiologische, chemisch/physikalische und sensorische Qualitätsparameter, die eingehalten werden müssen. Dies wird in Labors regelmäßig kontrolliert.

Karriere als Osterei Das Osterfest: Zu keiner Zeit steht das Ei so im Mittelpunkt, wie zum Osterfest. Es ist der Höhepunkt für die Eierproduzenten, Färbereien und natürlich für das Ei, das sich so richtig in Schale werfen kann. Heuer liegt übrigens wieder das klassische einfarbige Ei voll im Trend. „Nicht jedes Ei eignet sich als Osterei“, erklärt Franz Kirchweger, „sondern nur Eier der Gewichtsklasse M von jungen Legehennen mit besonders stabiler Schale. Das Osterei, muss auch eine bestimmte Reifezeit hinter sich gebracht haben, denn es erreicht erst zwischen dem 10. und 18. Tag seinen vollen Geschmack und lässt sich auch leichter schälen“, freut sich Franz Kirchweger auf den Genuss der Ostereier.

[mst]

Link zu: EZG-Frischei

Link zu: AMA Marketing

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