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Fischkauf: ÖsterreicherInnen wollen Nachhaltigkeit
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Wir alle wissen, dass unsere Nahrung den größten mensch-gemachten Einfluss auf die Umwelt hat. Doch nicht nur der Methanausstoss bei der Rinderhaltung und, noch wichtiger, dem überfluteten Reisanbau sind kritisch, auch die Überfischung der Meere bringt viele Fischpopulationen an den Rand der Ausrottung. Daher ist Nachhaltigkeit, etwa das MSC oder ASC Siegel, auch hier so wichtig wie nie zuvor

Acht von zehn österreichischen Fischessern wollen, dass Supermärkte und Restaurants nicht nachhaltige Fisch- und Meeresfrüchte-Produkte aus ihrem Angebot streichen

Eine landessweite repräsentative Umfrage des Marine Stewardship Council zeigt:

  • Fast 9 von 10 österreichische Konsument*innen wünschen sich bessere Informationen beim Einkauf, um nicht nachhaltigen Fisch meiden zu können
  • Mehrheit sieht Verschmutzung und Überfischung als größte Bedrohung der Ozeane
  • Etwa die Hälfte der Befragten hat in den letzten fünf Jahren ihren Verzehr von Fisch und Meeresfrüchten verändert
  • Bekanntheit des MSC-Siegels wächst - fast drei Viertel bescheinigen dem Marine Stewardship Council hohe Vertrauenswerte
Berlin, 10.9.2020 - Nachhaltigkeit ist noch immer kein Top-Kriterium, wenn sich österreichische Konsument*innen für den Kauf eines Lebensmittels entscheiden. Frische, Preis, Geschmack oder etwa die Haltbarkeit spielen noch immer eine deutlich gewichtigere Rolle.

Da mag es erstaunen, dass die Sensibilität bei österreichische Konsument*innen für das Thema Nachhaltigkeit bei Fisch und Meeresfrüchten recht stark ausgeprägt ist: Fast 9 von 10 (88%) sagen, dass sie gern bessere Informationen und Auskünfte hätten, um sicher zu gehen, dass sie beim Einkauf nicht nachhaltig gefangenen Fisch und Meeresfrüchte meiden. So ein Ergebnis der Verbraucherumfrage von GlobeScan im Auftrag des Marine Stewardship Council (MSC).

Mehr Nachhaltigkeit in Gastronomie und Handel gefordert

Damit nicht genug: 85 Prozent der Fischesser*innen hierzulande stimmen der Aussage zu, dass Restaurants Gerichte mit nicht nachhaltig gefangenem Fisch von der Speisekarte nehmen sollten. Und ebenso viele (85%) sind der Meinung, dass Supermärkte alle Produkte mit nicht nachhaltig gefangenem Fisch oder Meeresfrüchten aus ihrem Angebot nehmen sollten.

Dass diese Forderungen nicht allein der „sozialen Erwünschtheit“ wegen formuliert, sondern auch in die Tat umgesetzt werden, mögen folgende Umfrageergebnisse verdeutlichen: 82 Prozent der Fischesser*innen hierzulande kaufen gelegentlich oder so oft sie können (42 bzw. 40%) Fisch und Meeresfrüchte mit einem Umweltsiegel. Konkret für den Kauf von MSC-gesiegelten Produkten lauten die Ergebnisse wie folgt: Gefragt, wie häufig sie denn Fisch oder Meeresfrüchte mit dem MSC-Siegel kaufen, antwortete fast ein Viertel (24 %) „gelegentlich“, weitere 14 Prozent mit „jedes zweite Mal“ und immerhin 41 Prozent mit „meistens“ (total 83%).

Sorge um die Ozeane

In der umfangreichen Umfrage (in 23 Ländern durchgeführt) wurde nicht nur die Einstellung zum nachhaltigen Fischangebot im Supermarkt oder Restaurant beleuchtet. Gefragt nach der Sorge umAuswirkungen des Klimawandels auf die Ozeane spielen Verschmutzung (etwa durch „Meeresplastik“) und „Überfischung/Rückgang von Fischarten“ nach wie vor die größte Rolle – sie belegen mit 74 bzw. 47 Prozent der Stimmabgaben die Positionen eins und zwei.

Mutmaßlich spielt die „Fridays for Future“-Bewegung mit rein, jedenfalls legen die Begriffe „Auswirkungen des Klimawandels auf die Ozeane“ (plus 6 Prozentpunkte) und auch „Meeresplastik“ (plus 2) zu, während „Überfischung“ (minus 5) und „Beifang“ (minus 1 Prozentpunkte) gegenüber den 2018 erhobenen Daten etwas abnehmen.

Wie die Nachhaltigkeit in den Meeren gestärkt werden könnte

In der alle zwei Jahre stattfindenden internationalen Umfrage werden Verbraucher*innen auch nach den möglichen Perspektiven für mehr Nachhaltigkeit in den Ozeanen und für Fisch gefragt.

Unveränderte Nummer-eins-Antwort bei den Österreichern: „Wir müssen die Fischbestände schützen, damit auch noch unsere Kinder und Enkel in den Genuss von Fisch kommen.“
Diese weiteren Statements erhielten die höchsten Zustimmungswerte:
2. „Die Menschen sollten sich darauf einstellen, einen anderen Fisch zu essen, sollte diese Art nachhaltiger sein.“
3. „Ich möchte wissen, dass der Fisch, den ich kaufe, zu einer vertrauensvollen Herkunft zurückverfolgt werden kann.“
4. „Ich habe manchmal Zweifel, dass der Fisch in Produkten auch wirklich das ist, was die Verpackung angibt.“
5. „Um die Meere zu bewahren, dürfen wir nur Fisch und Meerestiere aus nachhaltiger Herkunft konsumieren.“ (Alle Werte sind seit 2018 leicht zurückgegangen, bis auf Punkt 4)

Vertrauen in den MSC und sein Siegel wächst

Seit gut 20 Jahren ist das blaue MSC-Siegel (erkennbar an stilisiertem Fisch und „Check“-Haken) auf dem österreichischen Markt, und die Wiedererkennung erfreulich hoch: 69 Prozent der Österreicher kennen das MSC-Siegel, das sind vier Prozentpunkte mehr als bei der letzten Erhebung vor zwei Jahren. Doch Kennen und Wiedererkennen ist das eine – wie sieht es mit dem Vertrauen aus? Unter den Verbraucher*innen, die das MSC-Siegel kennen, ist das Vertrauen in die Umweltorganisation MSC sehr groß – und es wächst: 73 Prozent geben hohe Vertrauenswerte ab, ein Zuwachs von acht (!) Prozentpunkten gegenüber 2018. Weitere 14 Prozent gaben einen mittleren Vertrauenswert an (lediglich 13 Prozent haben wenig bis kein Vertrauen in den MSC).

Gefragt, ob sie MSC-zertifizierte Produkte Freunden und Bekannten weiterempfehlen würden, stimmte mehr als die Hälfte der Verbraucher*innen zu: 52 Prozent (fünf Prozentpunkte mehr als 2018) meinten, dass sie mit hoher bis sehr hoher Wahrscheinlichkeit eine Empfehlung aussprechen würde.

Österreicher ändern ihr Einkaufsverhalten

In Österreich gaben gut sechs von zehn Befragten an, ihr Einkaufsverhalten von Fisch und Meeresfrüchten in den vergangenen zwölf Monaten geändert zu haben – mit sichtbaren Unterschieden zwischen den Altersgruppen: Während bei den 18 bis 24-Jährigen mehr als 70 Prozent aussagten, die Art ihres Fischkonsums im vergangenen Jahr bewusst geändert zu haben, waren es bei den über 55-Jährigen „nur“ – oder auch: immerhin! – 55 Prozent.

Generationsübergreifend haben sich die Befragten dabei am häufigsten bei der Wahl ihrer Fischprodukte umorientiert: Fast ein Drittel gab an, in den letzten Monaten gezielter zu Produkten gegriffen zu haben, die als nachhaltig und umweltfreundlich gekennzeichnet waren, zum Beispiel durch das blaue MSC-Siegel. 20 Prozent gaben an, weniger häufig Fisch gegessen zu haben, als in den Jahren zuvor. Und jeweils 12 Prozent haben ihren Fischhändler oder Supermarkt gewechselt, um Zugriff auf ein nachhaltigeres Fisch-Sortiment zu haben, oder sind auf andere, mutmaßlich weniger überfischte Fischarten umgestiegen.

ÜBER DEN MSC

Der MSC (Marine Stewardship Council) ist eine internationale gemeinnützige Organisation. Unsere Vision sind gesunde Meere, deren Ertragsfähigkeit für die heutige wie für künftige Generationen gesichert ist. Unser Zertifizierungsprogramm und das MSC-Siegel belohnen nachhaltige Fischereien und helfen dabei, ein positives Umdenken bei Fischereien herbeizuführen und ökologische Verbesserungen für unsere Meere zu erwirken.

Das MSC-Siegel auf Produkten bedeutet, dass:
  • die Fische und Meeresfrüchte aus Fischereien stammen, die unabhängigen Gutachtern bewiesen haben, dass sie die strengen Nachhaltigkeitskriterien des MSC erfüllen. Welche Kriterien das sind, erfahren Sie in diesem Video .
  • die Rückverfolgbarkeit bis zum Ursprung gewährleistet ist.
Rund 400 Fischereien in 36 Ländern sind aktuell nach dem MSC-Umweltstandard für nachhaltige Fischerei zertifiziert. Zusammen fangen diese Fischereien fast 12 Millionen Tonnen Fisch und Meerestiere pro Jahr – das sind ca. 15 Prozent der weltweiten marinen Fangmenge.

[kjz]

Link zu: Marine Stewardship Council

Link zu: Aquaculture Stewardship Council

Link zu: MSC Thunfisch-Bericht 2020

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