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Heute geht Österreich der Fisch aus!
Stilisiertes Fischskelett
© Wikimedia
  

Auch wenn es für ein Binnenland, dessen Gewässer eher zu sauber für Fische sind, nicht überraschend ist, Österreich ist bei Fischen und Meeresfrüchten hochgradig von Importen abhängig. So sehr, dass der Inlandskonsum gerade bis heute durch die jährliche heimische Produktion und Fischfang befriedigt werden könnte. Doch auch im Rest Europas wird gut die Hälfte importiert.

Heute ist der österreichische "Tag der Fischabhängigkeit". In weniger als einem Monat hat Österreich seine jährlichen Fisch-Ressourcen verbraucht und ist nun auf Importe angewiesen. Der heimische Selbstversorgungsgrad liegt bei lediglich 5 Prozent. 95 Prozent des Bedarfs werden durch Einfuhren gedeckt. "Kein anderes europäisches Land ist stärker von Fisch- und Meeresfrüchte-Importen abhängig als Österreich. Eingeführt wird vor allem Meeresfisch. Die Ozeane sind jedoch hochgradig überfischt", warnt Axel Hein, Meeresexperte des WWF. Nach Angaben der FAO sind rund 33 Prozent der weltweiten Fischbestände überfischt und knapp 60 Prozent bis an nachhaltige Grenzen befischt. Noch dramatischer ist die Situation im Mittelmeer, dessen Bestände zu rund 80 Prozent überfischt sind.

Europa – der weltweit größte Markt für Fisch und Meeresfrüchte – verbraucht weit mehr, als in eigenen Gewässern gefangen oder durch Fischzucht produziert werden kann. Über die Hälfte wird importiert. Der europäische "Tag der Fischabhängigkeit" fällt demnach auf den 9. Juli. Etwa 50 Prozent aller Einfuhren kommen aus Entwicklungsländern, deren Bevölkerung in hohem Maße von Fisch als lebensnotwendige Nahrungs- und Einkommensquelle abhängig ist. "Wenn uns der Fisch nicht ausgehen soll, müssen wir die weltweite Fischerei und den Konsum in eine nachhaltige Richtung lenken. Leidtragende sind sonst vor allem Menschen in den ärmsten Regionen der Welt", so Hein.

Österreich im EU-Vergleich: Niedriger Verbrauch, höchste Importabhängigkeit Gemessen am Pro-Kopf-Verbrauch liegt Österreich mit jährlich 13,4 kg auf Platz 20 von 28 Staaten. Portugal (55,3 kg), Spanien (46,2 kg), Litauen (44,7 kg), Frankreich (34,4 kg) und Schweden (33,2 kg) haben die höchsten Verbrauchswerte in der EU. Zusammen machen diese fünf Länder etwa ein Drittel des europäischen Fischkonsums aus. Jeder europäische Bürger verbraucht im Schnitt 22,7 kg Fisch und Meeresfrüchte pro Jahr.

Lediglich vier Länder, die ihren Eigenbedarf oder mehr produzieren, gelten als autark (Kroatien, Niederlande, Irland und Estland). 24 von 28 Mitgliedsstaaten sind auf Fischimporte zur Deckung der Nachfrage angewiesen. Folgende Länder haben die größte Import-Abhängigkeit und entsprechend frühe Fischabhängigkeitstage: Österreich (17. Jänner), Slowenien (15. Februar), Slowakei (18. Februar), Belgien und Luxemburg (22. Februar), Rumänien (29. Februar), Malta (31. März), Italien (6. April) und Litauen (30. April) führen die Liste an. Es folgen Deutschland (4. Mai), Portugal (5. Mai) und Spanien (26. Mai).

"Ob heimischer oder importierter Fisch, Verbraucher sollten diese Delikatesse maßvoll konsumieren und sich unbedingt für nachhaltige Produkte entscheiden. Bio-, MSC- oder ASC-zertifizierter Fisch ist eine gute Wahl. Oder man folgt den Empfehlungen des WWF Fischratgebers nach dem einfachen Ampelsystem. Das hilft Meeren und davon abhängigen Menschen", schließt Hein.

[kjz]

Europäischer Fischkonsum im Vergleich
© wwf

Europäischer Vergleich der Importabhängigkeit bei Fisch
© wwf

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