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Wiens Erste Lagen vorgestellt
Wiens Erste Lagen vorgestellt
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Heute Vormittag stellten die WienWein Winzer, nun auch Regionalverein Wien der Österreichischen Traditionswengüter, ihre ersten Erste Lage Weine im Zuge der Jahrgangspräsentation vor. In der zugehörigen Pressekonferenz gab es viel Neues und quasi en Primeur 6 Erste Lagen, denn die Lagen-Präsentation der ÖTW findet ja erst im September statt

Wien und die ÖTW Erste Lage

Zum Eingang referierte Fritz Wieninger über die Lagenklassifikation als solche und was für ein wichtiger Anlass sie für alle WienWein-Winzer darstellt. Er berichtete stolz, man habe sich in den vergangenen Jahren und viele Systeme weltweit angesehen und evaluiert. "Vor eineinhalb Jahren haben wir erzählt, dass wir mit Jahrgang 2017 beginnen wollen, und es ist gerade dabei, etwas zu werden - zur Erinnerung: der 1. September ist der früheste Erscheinungetermin. Wir wollten ursprünglich Grosse Lagen machen, aber jetzt haben wir uns entschlossen, es wie die Traditionsweingueter zu machen, erst zu evaluieren und uns im Understatement zu üben. Erste ÖTW Lagen jetzt, Große Lagen gerne in der Zukunft." Der Regionalverein Wien wurde als völlig neuer Verein gegründet, auch wenn ihm vorerst ausschliesslich die WienWein Winzer angehören, ebenso wie die früheren ÖTW Mitglieder sich nun als Regionalverein Donau organisiert haben. Dritter im Bunde ist Carnuntum, bereits als Regionalverein gegründet, doch dort ist man noch im Entscheidungsproyess welche Lagen festgelegt werden sollen. Ergänzend dazu gibt es einen Dachverband der ÖTW.

Für Wieninger ist die erstmalige Präsentation der Ersten Lage eine historische Begebenheit, die einen kleinen ein Rückblick erfordert. Seit 1990 befassten sich Weingüter in Kamp- und Kremstal damit ein System fuer Erste Lagen zu etablieren. Willi Bründlmayer war erster Vorsitzender der daraus resultierenden ÖTW, die sich eine Evaluierung der Lagen von 1992 bis 2010 auferlegte, dann erst gab es erstmals deklarierten Lagenweine Erste Lage ÖTW. Bis 2010 stieg die Zahl der Weingüter auf 30, 60 Rieden in Donau waren in der Klassifizierung einbezogen. Mit Wien sind es nun insgesamt 72 erste Lagen im System der Traditionsweingueter Oesterreich, wobei jene aus Carnuntum bald hinzukommen werden. Die Mitgleiderzahlen der drei Regionalvereine:

Donau: 37 Weingüter, davon Traisental 2, Krems 16, Kamptal 15, Wagram 4

Wien: 6 Mitglieder

Carnuntum: 20 Mitglieder

Die Herkunft machts!

Der Fokus liegt darin, die besten Lagen der Regionen hervorzukehren - im ersten Prozess wurden 12 Lagen in Wien klassifiziert, weitere sollen folgen (Work in Progress). Es ist ja nicht nur die Lage, sondern auch der spezifische Weingarten, der sich in einem Wein ausdrückt. Nicht einmal 3% der Wiener Weingartenfläche wurden bisher als Erste Lage klassifiziert. Dennoch freut man sich, auf eine tolle Entwicklung verweisen zu können, gerade beim Gemischten Satz, zurückblickend, mit der Lagenklassifikation im Verbund wird ein wichtiger nächster Schritt gesetzt, um den Wiener Wein auf hohem Qualitätsniveau an die KonsumentInnen zu bringen. Das Lagensystem und die neue Pyramide sollen den Menschen draussen ein Tool geben, mit dem sie Qualität zuverlässig zuordnen können, auch ohne zu Fachleuten mutieren zu müssen. Herkunft ist der Trend - Wiener Wein, Nussberg, Ried Preussen - das ist Herkunft, das ist Identität, damit kann man Wiedererkennbarkeit bis nach Kalifornien schaffen.

Gerhard Lobner hat die dankbare Aufgabe, die Lagen kurz vorzustellen, mit denen (und ihrem Potenzial) sich die Mitglieder der WienWein Gruppe schon seit so vielen Jahren beschäftign. Diese Lagen, und darauf ist man besonders stolz, gehen vielfach auf Urkunden aus dem 12. und 13. Jahrhundert zurück - gelebte und auch wiederbelebte Tradition im besten Sinne des Wortes!. Heute wurden 22 Weine aus den 12 Ersten Lagen präsentiert um diese Tradition trinkbar und verkostbar ins Glas zu bringen und zukünftig als Flaggschiff für WienWein voranzusegeln. Die Exklusivität dieser Topqualität zeigt sich auch im Anteil an der Anbaufläche - in Wien gibt es insgesamt 637ha, die 12 Ersten Lagen machen gearde einmal 18,4 ha aus - das sind karge 2,9%.

Die Lagen und die WienWein Rebflächen:

Ried Falkenberg (Bisamberg, Wiener Sandstein) 0,5 ha

Ried Wiesthalen (Bisamberg, Wiener Sandstein mit Löss) 1,1 ha

Ried Ulm (Nussberg, zur Donau geneigt, Wiener Sandstein) 3,6 ha

Ried Gollin (Nussberg, warm, schottrig) 1,5ha

Ried Rosengartl (Nussberg, verwitterter Kalksand) 0,5ha

Ried Preussen (Nussberg, Kessellage, Kalkhaltiger Sandstein) 3ha

Ried Langteufel (Nussberg, kalkhaltiger Sandstein) 0,7ha

Ried Steinberg (Grinzing, Hochplateu, Wiener Sandstein ) 1,2 ha

Ried Seidenhaus (Grinzing, Wiener Sandstein mit Quartzeinlagerungen) 0,8 ha

Ried Schenkenberg (Grinzinh nahe Kasgrabenkirche, Wiener Sandsteinzone) 1,1 ha

Ried Himmel (Maurerberg, Dolomit mit hohem Kalkanteil) 1,9 ha

Ried Sätzen (Maurerberg, Dolomit mit hohem Kalkanteil) 2,5 ha

Die Lagen der ÖTW Wien sollen allerdings kein exklusiver Club für WienWein Weine bleiben, andere Winzer können (und sollen!) einen Antrag auf Lagenklassifikation stellen, berichtet Thomas Podsednik. Ein Klassifizierungsprozess über etwa 3 Jahre folgt, in dem 3 Prozesse stattfinden: Die Lage, die Geologie und Meteorologie wird beurteilt; die Weine und ihre Qualität werden akribisch über mehrere Jahre (mindestens 3) evaluiert; die Geschichte und Reputation des Betriebes spielt ebenfalls eine wichtige Rolle. Die Klassifizierung findet unter den Statuten der ÖTW Wien statt.

Die für die für die Lagenklassifizierung angewendeten Qualitätskriterien schildert Michael Edelmoser kurz. WienWein hat ja weder den gemischten Satz noch die nun als ÖTW Lagen klassifizierten Lagen erfunden, das ist vielmehr altes Wissen, das schon die Grossväter hatten. Allen Weingärten sind Hanglagen, die Böden sind wichtige Grundlage, auch mit dem Maurer Dolomitkalkuntergrund oder dem Muschelkalk am Nussberg. Die Lagen haben lange Tradition, Preussen etwa geht bis ins 14. Jhdt. zurück. Über Jahre wurden interne wie externe Verkostungen durchgeführt - blind natürlich. Ein Wein sollte schon über mehrere Jahre bekannt sein, wir haben dabei viele alte Jahre nachverkostet, auch um zu sehen wie die Weine reifen, das Lagerpotenzial zu evaluieren, denn die Weinen sollen ja auch reifen und über die Zeit Qualität entfalten und eine spannende Entwicklung bieten. Eine wichtige Rolle bei der Beurteilung spielt auch das Ansehen bei nicht-Winzer Fachleuten, etwa Sommeliers und Journalisten. Als Rebsorten wurden ausgewählt: Grüner Veltliner, Gemischter Satz, Riesling und Weissburgunder.

Thomas Huber beschreibt die idealen Voraussetzungen eines idealen Klassifizierungssystem. Wichtig dafür ein klares und umfassendes Rebflächenverzeichnis, wir können das auf den Quadratmeter genau zuordnen, und das seit rund 20 Jahren. 145 Rieden sind aktuell definiert (auf der Website des Wineer Magistrats ist lediglich von 140 die Rede germäß Verordnung von 2016), 86 in Döbling, 33 in Floridsdorf, Mauer 11 Rieden, dazu einige weitere, vor allem am Laaerberg, in Ottakring und Henals. Der Anteil der 12 ÖTW Ersten Lagen macht gerade einmal 2,5%, also 18.4ha, aus - das ist wirklich nur das Beste, auch historisch.

Pyramide der Herkunft

Gerhard Lobner erzählt, wie WienWein angetreten ist, um dem Wiener Wein das Ansehen wiederzugeben, das er schon einmal hatte. Nun geht man den nächsten Schritt, es geht in die Tiefe. Ebenso wie Wien mit dem traditionellen Gemischten Satz, quasi als Gallisches Dorf, gegen Klosterneuburgs Reinsortigkeits-Gebot getrotzt hat und ihn in die Neuzeit gerettet hat, so sollen nun Lagen in den Vordergrund stellen. Bis Mitte des vorigen Jahrhunderts war es durchaus üblich, Wein nach seiner Herkunft zu benennen, auch und gerade in Wien, erzählt Rainer Christ, genauso soll man in Zukunft wieder einen Neustifter trinken, wie man eben schon viel früher beim Heurigen ein Glas Nussberger bestellt hat. Wichtiges Instrument für dieses Bestreben ist die Qualitätspyramide:

Gebietswein

Ortswein

Riedenwein

Erste Lagenwein

In Zukunft (viele Jahre?) Grosse Lagen

Mit 2013 wurde mit diesem System mit dem Gemischten Satz DAC die Grundlage für die Lagenpyramide gelegt. Inwieweit man einen Veltliner oder einen Riesling in dieses Herkunftssystem einordnet, ist ein wichtiger nächster Schritt in Diskussion.

Die 2017er können sich sehen lassen!

Rainer Christ berichtet, dass 2017 ein überaus spannendes Jahr war, das von Anfang an viel Nerven gekostet hat. Auch einen kalten Winter folgte ein rekordverdächtiger März mit 1 Monat früheren Austrieb als typisch, Anfang April. Der April gab sich wechselhaft, inklusive drohendem Spätfrost, der schliesslich gerade noch nicht signifikant war. Die Wasserversorgung vom Winter her war gut, das hat den trockenen Sommer weitgehend ausgleichen können. Die Extreme, die Wetterphänomene werden deutlich grösser, alte Weingärten und Lagen mit ausreichend durchwurzelbarem Raum glänzen. Der trockene Sommer hat dann die Vegetation gebremst, die Reben schützten sich vor zu viel Verdunstung und haben den Metabolismus herunter gefahren. Erst mit den Regenfällen im September hat die Natur richtig durchgestartet. Das Spektrum reicht von frischen, knackigen Weinen vom Beginn der Lese bis zu komplexen, tiefgründigen Lagenweinen aus der zweiten Hälfte der Lese

Ausblick 2018 2018 ist ein historisch frühes Jahr, bis Ende Juli war die Wasserversorgung gut und hat den extrem heissen, trockenen August etwas ausgeglichen. Fast überall hat die Lese begonnen, wir stehen mitten drin und 2018 ird wieder ein ganz besonderer Jahrgang, auch weil wir in Österreich mittlerweile mit heissen, trockenen Jahrgängen in Österreich immer besser umgehen können. Aus heutiger Sicht sollten jedenfalls sehr gute Weine in guten Mengen gekeltert werden können, die kruze kühle Regenphase vorige Woche hat die Rebstöcke nach der anhaltend trockenen Hitze geradezu wachgeküsst.

Der Traum von den Großen Lagen

Offen belibt schließlich die Frage, ob - oder vielmehr wann - es denn Große Lagen in Wien geben könnte. Ein Problem ist dabei der gesetzlich Rahmen, denn auf dem Etikett darf in Östereich derzeit schon nicht Erste Lage stehen, lediglich ein Piktogramm weist die Weine als die Besten der Besten aus. Die Hoffnung besteht jedoch, dass sich mit der Diversität der Steiermark DAC hier generell etwas bewegen wird und die vielfach zu rigiden DAC Regulierungen in Österreich sich wieder an die Realität anpassen werden. 12 Große Lagen waren ja von WienWein bereits angedacht, doch nun wird eben mit Ersten Lagen begonnen, um einen (viel) längeren Beobachtungszeitraum zu ermöglichen. "Große Lagen zu klassifizieren, das bleibt ein Ziel für die Zukunft", so Michael Edelmoser zuversichtlich, "sie werden sich aus den Ersten Lagen entwickeln." Für Fritz Wieninger ist das ohnehin ein Generationenprojekt, auch wenn man in 5 Jahren richtig weit gekommen ist. Vor 10 Jahren hätte man das gar nicht machen können, da wäre man gleich von der 'Weinobrigkeit' gesteinigt worden. Wir setzen dennoch mit unseren Bemühungen einen wichtigen Qualitätsimpuls als Investition in die Zukunft. Lagencharakter ist ein wichtiger Aspekt, gerade auch der letzten Expertenrunden. Gemeinsames Verkosten ist auch gemeinsames Lernen.

[kjz]

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