Passwort vergessen?
 
Neuen Account erstellen
 
Warum registrieren
 
Nachricht
DruckenArtikel als pdf anzeigen

Weintipp: Schindler Cuvée d'Or 2015
Flaschenphoto
© Weingut Franz Schindler
  

Franz Schindler war in seinen jungen Jahren einer der Weinpioniere im Burgenland, ja in ganz Österreich, war er doch unter den ersten, die Cabernet anpflanzten und vinifizierten und ebenso unter den ersten, die in Barriques ausbauten. Nach 30 Jahren sieht man das Ergebnis langer Erfahrung: die Cuvée d'Or gehört immer wieder zu den besten Roten Österreichs.

Mitte der 80er Jahre hatte der junge Franz Schindler einen Traum. Er fuhr gerade für eine längere Studienreise nach Bordeaux, wo er auch den jungen Grafen Stephan Neipperg von Château Canon la Gaffelière kennenlernte. 'Solche Weine würde ich auch gerne machen, und zwar daheim im Burgenland!' dachte er sich. Die Kraft und Eleganz der klassischen Bordeauxcuvées wurden bei ihm sozusagen zur fixen Idee und er pflanzte die passenden Rebstöcke aus, unter anderem als einer der ersten in Österreich den gerade schon zugelassenen Cabernet Sauvignon. Zusätzlich hatte er aus Frankreich die Erkenntnis mitgebracht, dass alte Rebstöcke zwar im Ertrag zurückgehen, dafür aber an Kraft und Intensität zulegen können.

Dieses Wissen setzte er sogleich im heimischen Mörbisch in die Tat um und bewahrte so 1985 einen Weingarten mit 35 Jahre alten Blaufränkisch Rebstöcken davor, gerodet zu werden. Stattdessen setzte er den Weingarten behutsam wieder instand und konnte nachfolgend, durch strenges Ausdünnen, einen vollreifen, dichten Wein keltern. Ebenfalls noch unter dem Eindruck seines Bordeaux-Aufenthaltes, baute er diesen Wein in Barriques aus - als einer der allerersten in Österreich. Um die Chancen zu optimieren und von Anfang an möglichst viel Erfahrung zu sammeln verwendete er dafür unterschiedliche Eichenfässer. Nur die goldene Mischung aus den richtigen Trauben und der optimalen Verarbeitung, so war er sich sicher, kann schließlich das beste Ergebnis bringen, daher taufte er seine Cuvée schließlich Cuvée d'Or.

Diese Cuvée bestand vorerst aus reinen Blaufränkisch-Weinen, als Verschnitt aus verschiedenen Fässern, denn es sollte bis 1989 dauern, bis er seine jungen Cabernet Sauvignons erstmals in Ertrag brachte. Mit dem legendären 2000er Jahrgang kam erstmals eine dritte Komponente hinzu, wiederum nach bordelaiser Vorbild - der Merlot. Auch hier war es Freund Stephan Graf Neipberg, der entscheidende Anregungen im gemeinsamen Diskurs gab und den Schindlers verständlich machte, dass nur ältere Rebstöcke beim Merlot die gewünschte Qualität ergeben können, also eine Investition in die Zukunft. Und so besinnen sich Franz und Sohn Ferry gerade beim Merlot ganz auf die großen Vorbilder in Bordeaux und freuen sich, dass die jungen Rebstöcke, wie dort auch, von Jahr zu Jahr elegantere und erwachsenere Weine hervorbringen

Das Rezept für die heutige Cuvée d'Or hat sich entwickelt und so finden sich heute typisch 60% Blaufränkisch in ihr, dazu je 20% Cabernet Sauvignon und Merlot. Nach strenger Selektion des besten Traubenmaterials wird die Maische nach rund 14 Tagen Standzeit abgepresst und der biologische Säureabbau eingeleitet. Die Reifung erfolgt über gut 12 Monate in überwiegend neuen Barriques.

Nicht dass man glaubt, die Familie Schindler wäre bei der überaus erfolgreichen Cuvée stehen geblieben, im Weingarten wie im Keller erproben Franz Senior und Sohn Ferry immer wieder Neues. So wurden erst kürzlich alte Rebstöcke im Weingarten neu veredelt, anstatt sie auszureissen und ganz neue zu pflanzen - der Tipp eines französischen Beraters übrigens. Der Vorteil ist klar - das tief verzweigte Wurzelsystem bleibt erhalten und versorgt die oben junge Pflanze zuverlässig mit Wasser und Nährstoffen, auch in heissen, trockenen Sommern. Und im Keller experimentiert Ferry mit etwas völlig Neuem: einer Rotweincuvée die, statt im Holzfass, in einem Granitsarg ausgebaut wird - mit überaus spannenden ersten Zwischenergebnissen.

Doch zurück zum Leitschiff, unserem Weintipp der Woche: Die Trauben für die Cuvée d'Or werden sorgfältig von Hand verlesen, nur die Besten dürfen in den Topwein. Bis zu 14 Tage Maischestandzeit vor dem behutsamen Abpressen geben der Cuvée bereits einen kraftvoll aromatischen Start bevor der biologische Säureabbau eingeleitet wird. Dann geht's ins Holz, bis zu 90% neue Barriques stellen eine gewaltige Investition dar und verlangen auch Weine bester Qualität. Mindestens 12 Monate dürfen sie darin ruhen, bevor die Cuvée aus Blaufränkisch, Cabernet-Sauvignon und 10% Merlot assembliert wird. Der Witterungsverlauf 2015 brachte die Zutaten für einen sehr guten Jahrgang mit, besonders ein Traumsommer mit heissen Tagen und vergleichsweise kühlen Nächten. Dabei war es vom Frühjahr weg anhaltend wärmer als im Durchschnitt - 2015 sollte das zweitwärmste Jahr in Österreich werden, seit es Aufzeichnungen gibt, dazu auch noch 10% mehr Sonnenschein als im langjährigen Schnitt, dafür wenig Niederschläge. Das führte zu einer relativ frühen Lese und vollreifem Traubenmaterial.

Unsere Kostnotizen:

Tiefdunkler Rubin, kaum aufgehellter Rand, dunkles Herz; in der Nase röstig-rauchige Noten mit feinen Holzakzenten, würzig, dunkle Beeren, Lakritze; Am Gaumen kraftvoll und opulent, reife, dichte Tanninstruktur, breiter Körper, eingelegte Beeren, reife Kirschen, etwas Kaffee, Nougat im Abgang, sehr lange anhaftend, noch recht junge Balance verspricht ein erhebliches Potenzial, dieser Wein darf ruhig noch einige Jahre liegen.

Das Weingut Schindler empfiehlt ihn als Essensbegleiter zu kräftigen Steaks, vielleicht gegrillt, aber auch zu klassischen Wildgerichten. Zu beziehen direkt ab Hof (auch online) für faire EUR 23,-

[kjz]

Link zu: Weingut Schindler online

Link zu: Online-Shop des Weingut Schindler

Ferry Schindler im Verkostungsraum, vor ihm zwei Flaschen 'Stein' und 'Holz', davor Gläser mit Rotwein
© Lifestyle/kjz

Franz Schindler Senior führt durch einen Weingarten
© Lifestyle/kjz

Kommentare
Nur registrierte Benutzer können Kommentare schreiben!

3.26 Copyright (C) 2008 Compojoom.com / Copyright (C) 2007 Alain Georgette / Copyright (C) 2006 Frantisek Hliva. All rights reserved."

 
Drucken
Lifestyle Nachrichten

Tenuta Luce öffnet den Keller

Fünf Tipps für den E-Bike-Gebrauchtkauf

Sabathi und Tement erobern 100 Punkte

Am Donaukanal lodern wieder die Flammen

Gemeinsam machen Tee und Schokolade doppelt glücklich

Die Sammlung alter Musikinstrumente des KHM in der neuen Burg wieder geöffnet

down
Suche nach News

Bitte geben Sie den gewünschten Suchbegriff ein:

 
GO

  smsParkschein - Das App zum Erstellen einer SMS an Handy Parken
 

 

 
iLifestyle - Das App von Lifestyle -das gute Leben im Internet