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Ausstellungsbericht
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moving freud museum
Sigmund Freud 1920 in Den Haag
© Sigmund Freud Privatstiftung
  

Während des großen Umbaus der Räume im Haus Berggasse 19 findet man in zwei Strassenlokalen in der Berggasse 13 bzw. Liechtensteinstrasse 19 (Ecke Berggasse) das ausgelagerte Museum. Im ersteren wird eine Ausstellung über den großen Österreichischen Arzt und ein Nachbau seines Wartezimmers gezeigt. In der ehemaligen Konditorei mit 50er Jahr Flair um die Ecke wartet ein gut sortierter Buch- und Museumsladen. Außerdem werden hier Filme gezeigt und Veranstaltungen abgehalten.

  

von: 4.Mar 19
bis: 8.May 20


moving freud museum
Berggasse 13 | Liechtensteinstraße 19
1090 Wien, AT
https://www.freud2020.at/de/movi...

Öffnungszeiten:
Täglich 10 - 18 Uhr

Das Sigmund Freud Museum ist seit 1. März 2019 geschlossen und wird nach Abschluss der Sanierungs- und Renovierungsarbeiten voraussichtlich am 9. Mai 2020 erweitert und barrierefrei wiedereröffnet. In der Zwischenzeit bietet das Museum in unmittelbarer Nähe eine Ausstellung an zwei Standorten, die eigens für diese Phase des Übergangs konzipiert wurde.

Die Schau eröffnet in konzentrierter Form Einblicke in Leben und Werk Sigmund Freuds. Der Auftakt der musealen Präsentation ist den frühen Jahren des Arztes und Neurologen gewidmet, der sogenannten „voranalytischen Phase“. Besonderes Augenmerk kommt der von Freud entwickelten „Talking Cure“ sowie der Wissenschaft vom Unbewussten, die Träume, Fehlleistungen,Wunschvorstellungen, Phantasien und Erinnerungen zum Untersuchungsgegenstand erhebt, zu. Die Präsentation ausgewählter Briefwechsel wie beispielsweise mit Wilhelm Fließ, Lou Andreas-Salomé und Albert Einstein gibt sowohl Aufschluss über die Sprachgewandtheit Freuds als auch über seine Netzwerke.

Die berühmt gewordenen „Home Movies“ aus den 1930er-Jahren, zusammengestellt und kommentiert von Anna Freud, zeigen den „Vater der Psychoanalyse“ von seiner ganz privaten Seite.

Eine Auswahl von Antiken verweist auf eine der großen Leidenschaften Freuds: das Sammeln. Fotografien von KollegInnen und Familienmitgliedern, aber auch die als Fototapete präsentierten Aufnahmen von Freuds Behandlungs- und Arbeitszimmer vergegenwärtigen sein Umfeld, seinen Alltag und sein Arbeiten. Die Aufstellung der originalen Wartezimmermöbel bietet Gelegenheit, der Atmosphäre von Freuds Praxis und dem Ursprung aller psychoanalytischen Vereinigungen nachzuspüren: denZusammenkünften der „Psychologischen Mittwoch-Gesellschaft“ in der Berggasse 19.

Der Abschluss des Ausstellungsrundgangs widmet sich dem vorläufigen Ende der psychoanalytischen Bewegung in Wien 1938 und dokumentiert Freuds Flucht mit seinem engsten Familienkreis vor dem Nationalsozialismus ins Londoner Exil am 4. Juni desselben Jahres.

Der provisorische Charakter des moving freud museums spiegelt sich vor allem in seiner Gestaltung wider: Die Displays der Ausstellungsräume sind aus schlichten Materialien wie Holz und Wellpappegefertigt und werden so als ein „Setting auf Zeit“ kenntlich.

Mit dem Aspekt der Zeitlichkeit spielt auch der zweite Standort des moving freud museums in der Liechtensteinstraße 19. Hier, im Ambiente eines 50er- Jahre-Cafés, befindet sich neben einem Bücher- und Museumshop auch ein Filmvorführraum, in dem die Filmcollage „Starring Sigmund Freud“ von John Menick gezeigt wird: In diesem ursprünglich für die documenta13 entstandenen Kurzfilm sind Darstellungen Sigmund Freuds in internationalen Filmproduktionen gesammelt – Schauspieler wie Viggo Mortensen, Montgomery Clift oder Alan Arkin verkörpern den Psychoanalytiker. Eine Leseecke lädt zum Verweilen und Kaffeetrinken ein. Die beiden Standorte bilden inhaltlich wie räumlich ein Bindeglied zwischen der Vergangenheit und Zukunft des Sigmund Freud Museums und binden Freud mit seiner Lebens- und Wirkungsgeschichte sichtbar und räumlich über die Berggasse 19 hinaus in das Stadtviertel ein, in dem er fast 50 Jahre lebte und seine Wege ging.

[pge]

Wartezimmer Sigmund Freuds
© Stephanie Letofsky, Sigmund Freud Privatstiftung

moving freud Shop
© Stephanie Letofsky - Sigmund Freud Privatstiftung

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