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Ausstellungsbericht
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Bruch und Kontinuität: Das Schicksal des habsburgischen Erbes nach 1918
Ausstellungsansicht: Funeralkronen
© BMobV, Marianne Haller
  

Diese ausgezeichnet gestaltete und sehr interessante Ausstellung erzählt anhand konkreter Objekte, wie die kaiserlichen Residenzen und Schlösser mitsamt ihren Ausstattungen, die Kunstsammlungen und die Vermögenswerte des Hofes in den Besitz der jungen Republik übergingen und wie sich ihr weiteres Schicksal gestaltete.

  

von: 5.Dec 18
bis: 30.Jun 19


Hofmobiliendepot
Möbel Museum Wien
Andreasgasse 7
1070 Wien, AT
Tel: +43 1 524 33 57
Fax: +43 1 524 33 57 -666
Email: info ::: hofmobiliendepot. at
http://www.hofmobiliendepot.at/

Öffnungszeiten:
Dienstag – Sonntag 10 – 18 Uhr



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Mit dem Ende der habsburgischen Herrschaft 1918 stellte sich nicht nur die Frage, wie mit dem politischen Erbe der Habsburgermonarchie umzugehen war. Auch, was mit dem materiellen Nachlass der Dynastie Habsburg-Lothringen und des kaiserlichen Hofes passieren sollte, musste geklärt werden. Anhand konkreter Objekte wird sehr anschaulich erzählt, wie die kaiserlichen Residenzen und Schlösser mitsamt ihren Ausstattungen, die Kunstsammlungen und die Vermögenswerte des Hofes in den Besitz der jungen Republik übergingen und wie sich ihr weiteres Schicksal gestaltete.

Zu Beginn geht die Schau auf verschiedene Facetten des historischen und sozialen Umbruchs ein. Sie erklärt das rechtlich komplizierte Geflecht der habsburgischen Besitztümer und Sammlungen, um die verschiedenen Wege der Übernahme und Verwertung durch die Republik zu verstehen. Zum Zeitpunkt des Endes der Monarchie unterschied man zwischen drei Hauptgruppen: dem staatlichen Hofärar (Staatseigentum), dem Familienvermögen der Dynastie Habsburg-Lothringen (gebundenes Vermögen) und dem Privateigentum der einzelnen Mitglieder des Herrscherhauses. Welche Vermögenswerte zu welcher Gruppe gezählt wurden, war nach 1918 entscheidend für das weitere Schicksal der jeweiligen Besitztümer. In den Habsburgergesetzen vom April 1919 wurde die Übernahme des staatlichen Hofärars und des gebundenen Vermögens durch die Republik festgelegt.

Die Ausstellung zeigt nicht nur, über welche teils verworrenen Wege ehemals kaiserliche Besitztümer und Kunstobjekte in den Besitz der jungen Republik kamen. Sie erzählt auch, wie die republikanische Inbesitznahme vor sich ging: Etwa mittels Austausch der Insignien der Habsburgermonarchie gegen Symbole der jungen Republik, durch Namensänderung, Neuinventarisierung und Neuordnung der Kunstschätze, aber ebenso durch aktive Aneignung. Als Ausdruck der revolutionären Stimmung wurden beispielsweise zahlreiche Ansprüche auf das Schloß Schönbrunn als Symbol der Habsburgerherrschaft gestellt. Es kam zu Szenen wilder Aneignung. So sahen sich die Kriegsinvaliden als „Opfer habsburgischen Unrechts“ berechtigt, Teile von Schloß Schönbrunn zu besetzen.

Die junge Republik sah sich nach der Verstaatlichung der kaiserlichen Besitztümer mit deren enormen Erhaltungskosten konfrontiert. Hinzu kamen Reparationszahlungen an die Nachfolgestaaten und die Verpflichtung zur Übernahme der Staatsschulden der untergegangenen Monarchie. Es mussten daher innovative Konzepte zur gewinnbringenden Verwertung des kaiserlichen Erbes gefunden werden. Im Rahmen der „Demokratisierung“ der kaiserlichen Besitztümer wurden Schlösser und Kunstsammlungen einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Ganze Schlossanlagen samt ihren Ausstattungen wurden musealisiert. Am Beispiel der symbolischen Machtzentren Schönbrunn und Hofburg sowie dem Hofmobiliendepot stellt die Ausstellung die vielen Nutzungskonzepte für eine wirtschaftliche Verwertung vor. Manche wurden verworfen, andere leben bis heute fort.

Die Ausstellung macht auch deutlich, wie wichtig die Filmindustrie für die gewinnbringende Verwertung des kaiserlichen Erbes war. Aufgrund der anhaltenden Währungskrise und der damit einhergehenden Inflation waren die Kosten für Filmproduktionen vergleichsweise niedrig. 1921 existierten in Wien 42 Filmfirmen. Im Schnitt wurde alle zwei Wochen ein Film gedreht. Vor allem für die Produktion von Historienfilmen, für die aufwendige Ausstattungen und eine Vielzahl von Komparsen benötigt wurden, fand man in Wien günstige Bedingungen. Durch Kooperationen mit Filmfirmen und den Verleih von Requisiten eröffnete sich der Republik eine äußert lukrative neue Einnahmequelle. Der überaus reiche Fundus an hofärarischen Beständen ermöglichte prachtvolle Ausstattungen mit historischen Möbeln. Die ehemals kaiserlichen Schlösser und Gärten stellten perfekte Kulissen für Historienfilme dar. Die Verwendung von ehemals höfischem Mobiliar und Haushaltsgut als Filmrequisiten wurde jedoch nicht selten als „Ausverkauf der Vergangenheit“ kritisiert. Auch die Beschädigungen der Objekte wurden bemängelt. Dennoch blieb der Verleih von Requisiten bis in die 1970er Jahre eine gewinnbringende Form der Verwertung.

Ein eigener Bereich ist in der Ausstellung der „Roten Erzherzogin“, der Tochter Kronprinz Rudolfs, gewidmet. Es dauerte bis 1926, bis der Besitz von Elisabeth Windisch-Graetz aus der Hofburg und Schloß Schönbrunn gänzlich an sie übergeben wurde. Als bekennende Sozialdemokratin vermachte sie ihr Erbe, Kunstwerke aus dem Privatbesitz Kaiserin Elisabeths und ihres Vaters, der Republik. Nach ihrem Tode 1963 wurden die von ihr bestimmten Objekte – Möbel, Bilder, Skulpturen und familiäre Erinnerungsstücke – zwischen der Albertina, dem Kunsthistorischen Museum, dem MAK, der Nationalbibliothek und der Bundesmobilienverwaltung aufgeteilt. Ein großer Teil wird gemäß ihrem Wunsch im Hofmobiliendepot und in den Kaiserappartements der Wiener Hofburg präsentiert.

[pge]

Ausstellungsansicht: Vitrine XIII mit Futteralen
© SKB

Ausstellungsansicht: Der Thron
© SKB

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