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Ausstellungsbericht
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Chinese Whispers - Neue Kunst aus der Sigg Collection
Ausstellungsansicht, 2019 CHINESE WHISPERS. Neue Kunst aus der Sigg Collection MAK-Ausstellungshalle Im Vordergrund: Ai Weiwei, Descending Light with A Missing Circle, 2017 Metall, Kristallglasperlen, Leuchtkörper, Kabel  Sigg Collection, Schweiz
© MAK/Georg Mayer
  

Kennen Sie zeitgenössische chinesische Kunst? Dann sollten sie unbedingt in diese phänomenal gestaltete Ausstellung gehen. Zu sehen sind die von dem schweizer Sammler Uli Sigg an Hong-Kong geschenkten erstklassigen Werke, die er in den letzten Jahrzehnten als Wirtschaftsjournalist, Unternehmer und Schweizer Botschafter in China zusammengetragen hat.

  

von: 30.Jan 19
bis: 26.May 19


Museum für angewandte Kunst -MAK
Stubenring 5
1010 Wien, AT
Tel: +43 1 712 80 00
Fax: +43 1 713 10 26
Email: office ::: mak. at
http://www.mak.at/

Öffnungszeiten:
Mi–So 10 – 18 Uhr
Di 18 - 22 Uhr (Eintritt frei)



Karten mit Ziel und
momentanen Standort anzeigen

Der Sammler Uli Sigg (* 1946) verfolgt seit Ende der 1970er Jahre die Entwicklung zeitgenössischer Kunst in China und begann Mitte der 1990er Jahre, die weltweit repräsentativste Sammlung chinesischer Kunst aufzubauen. Kulturelle Techniken und gesellschaftspolitische Strategien bilden das Referenzsystem der Schau, die in einer Gegenüberstellung von rund 100 Arbeiten aus der Sigg Collection – u. a. von international renommierten KünstlerInnen wie Ai Weiwei, Cao Fei, Feng Mengbo, He Xiangyu, Liu Ding oder Song Dong – mit Objekten der MAK- Sammlung Asien den westlich geprägten Diskurs öffnen will.

Der Schweizer hatte die Möglichkeit, hinter die Kulissen der enormen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Entwicklungen zu blicken, die – wie Chinas Vision einer Neuen Seidenstraße zeigt – der Tradition und der Zukunft verschrieben sind. Sigg förderte zahlreiche internationale Karrieren wie jene von Ai Weiwei und übergab 1 510 Werke seiner Sammlung als "M+ Sigg Collection" an das neu gegründete "M+ Museum for visual culture", Teil des West Kowloon Cultural District in Hongkong, das vom Architekturbüro Herzog & de Meuron entworfen wurde.

Die Ausstellung konzentriert sich auf Objekte der kontinuierlich von Uli Sigg erweiterten Schweizer Privatsammlung. Mit Techniken wie Kalligrafie, Malerei, Fotografie, Skulptur, Installation und Video eröffnen die gezeigten Arbeiten ein breites Spektrum von traditionell analog bis zu digital produzierten Werken. Der Titel CHINESE WHISPERS bezieht sich auf das Kinderspiel „Stille Post“, bei dem Nachrichten von Ohr zu Ohr weitergeflüstert und durch die permanente Wiederholung in Inhalt und Bedeutung verfälscht werden. Diese Idee der Wiedergabe und Verzerrung versteht sich als ironische Anspielung auf interkulturelle Kommunikation. Die Schau wurde unter dem gleichnamigen Titel im Jahr 2016 zeitgleich im Kunstmuseum Bern und im Zentrum Paul Klee in Bern gezeigt und für die Präsentation im MAK im Dialog mit Sigg weiterentwickelt.

Die chinesische Gegenwartskunst ist ein Phänomen ohne Parallele. Auch nach der Kulturrevolution bleiben die Einflüsse des Sozialistischen Realismus und die Einschränkungen durch die Zensur spürbar. Dennoch erlebte zeitgenössische Kunst in China nach der zunehmenden politischen Öffnung in den 1980er Jahren eine einschneidende Richtungsänderung. In kürzester Zeit griff eine neue Generation chinesischer KünstlerInnen moderne Strömungen des Westens auf. Die Inhalte lesen sich oft als Reaktion auf die politische und gesellschaftliche Situation der Zeit.

In seiner Hybridfähigkeit eignete sich der chinesische Kommunismus den globalen Kapitalismus an. Die Volksrepublik China gilt heute als Motor der Weltwirtschaft und verfolgt globalpolitische Ziele. Chinas Investitionen in Technologie, Wissenschaft und Forschung bedeuten die Kontrolle der Ökonomie, aber auch die Kontrolle des Menschen. Mit dem mittlerweile als Teil der politischen Ideologie populären Slogan „Chinese Dream“ („Chinesischer Traum“) beschreibt Xi Jingping (* 1953), Generalsekretär der Kommunistischen Partei Chinas, die Rolle des Einzelnen in der Gesellschaft und nationale Ziele.

Die kontroverse Rolle des Individuums in einer rasant wachsenden Gesellschaft und die Grenzen zwischen künstlerischem, sozialem und politischem Raum werden in dieser Ausstellung in einer Vielzahl von Arbeiten spürbar.

In der Schau treten die modernen Arbeiten in Dialog mit historischen Objekten aus China aus der MAK-Sammlung Asien. Die über 25 000 Objekte umfassende MAK-Sammlung Asien zählt zu den bedeutendsten Sammlungen asiatischer Kunst in Europa und schafft somit eine diskursive Plattform für die Präsentation der Sigg Collection.

[pge]

copyright: Life-style.at
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