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Ausstellungsbericht
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"Der Pianist Wiens" Alfred Grünfeld (1852 - 1924)
Alfred Grünfeld auf einem »Vollblut-Bösendorfer Imperial« die hohe Schule reitend (Druck E. M. Engel, Wien, 1907).
© Wienbibliothek im Rathaus
  

Alfred Grünfeld war vor 100 Jahren eine der berühmtesten Künstlerpersönlichkeiten der Stadt und der "Pianist Wiens". Die Ausstellung porträtiert den vielseitigen Künstler, Salon-Pianisten und Innovator für das Kunstspielklavier Phanola anhand von Exponaten aus dem Alfred-Grünfeld-Teilnachlass in der Wienbibliothek im Rathaus, dem Wien Museum Karlsplatz und dem Privatbesitz Isabella Sommers.

  

von: 10.Nov 17
bis: 31.Aug 18


Musiksammlung der Wienbibliothek
Loos-Räume
Bartensteingasse 9/5
1010 Wien, AT
Tel: +43 1 4000-84996
Email: post ::: wienbibliothek. at
https://www.wienbibliothek.at/be...

Öffnungszeiten:
Mo - Fr: 9 - 13 Uhr



Karten mit Ziel und
momentanen Standort anzeigen

Alfred Grünfeld wurde am 4. Juli 1852 in Prag geboren und verstarb am 4. Januar 1924 in Wien. Der Sohn eines Lederhändlers lernte bereits ab vier Jahren Klavierspielen und war später bekannt und beliebt für seine „glänzende Technik, sein sprühender Rhythmus, sein klangvoller Anschlag, sein unerschöpfliches Gedächtnis“ (Eduard Hanslick 1896). Er spielte neben dem klassischen und romantischen Klavierrepertoire Werke von Freunden und Zeitgenossen und begeisterte mit seinen Schumann-, Schubert- und Brahms-Interpretationen sowie mit eigenen Kompositionen.

Berühmt geworden ist Alfred Grünfeld schon zu Lebzeiten mit seinen virtuosen Transkriptionen nach Melodien von Johann Strauss (Frühlingsstimmen). Grünfeld komponierte an die 100 Klavierwerke (Virtuosenstücke, Salonmusik, Lieder). Die "Kleine Serenade" ist in der Fassung für Orchester "um die ganze Welt gegangen". Die virtuosen Klavierwerke hat er für seinen Vortrag geschrieben, der Großteil davon ist zu seinen Lebzeiten nicht gedruckt worden und manche Werke sind nur in seinen Einspielungen überliefert.



Als Mensch war er beliebt und bekannt in den höchsten gesellschaftlichen Kreisen und bei bedeutenden Künstlerkollegen.



Der für mich faszinierendste Teil ist, daß er als Aufnahme-Pionier für damals neue, heute vergessene Aufnahmetechniken arbeitete. 1889 spielte er die Wachsrollen für Edison Phonograph ein, ab 1899 machte er Schallplatten-Aufnahmen und ab 1905 wurden nach seinem Spiel Notenrollen für Reproduktionsklavier (Welte Mignon) und Kunstspielklavier (Phonola) gestanzt.

Diese Aufnahmen sind als Zeitdokumente nicht nur für die Technik sondern auch als Beweis für seine Musikalität und Interpretation beeindruckend.



Exkurs : das Kunstspielklavier Phonola ist ein automatisches Klavier, das pneumatisch betrieben wird. Die Musik wird durch Papierbänder / Klavierrolle / Notenrolle als Medium übertragen. Diese Bänder waren auswechselbar und im Laden zu kaufen. Die „Phanola“ war eine deutsche Marke die im den Sprachgebrauch teilweise übernommen wurde.

Mit dem Kunstspielklavier ist es möglich beim Abspielen der Rolle die Agogik (die Tempoänderungen) des Pianisten wiederzugeben. Diese Feinheit war bei den Rollen des reinen Reproduktionsklaviers nicht möglich.




Diese Tondokumente sind heute nicht nur eine wichtige und manchmal auch die einzige Quelle einzelner Kompositionen, sondern sie überliefern auch seine Musizierpraxis: Er spielte frei im Tempo, mit dynamischer Breite, großem Rubato, improvisierend und oft vom gedruckten Notentext abweichend. Er hat, so wie andere Pianisten seiner Zeit, zwischen Konzert- und Aufnahmesituation unterschieden. 1913 spielte Alfred Grünfeld sogar im ersten Johann-Strauss-Film mit.



In Vitrinen sind Briefe, Kompositionen, Bleistifte und Federn zu sehen; aber auch Rollen für das Kunstspielklaver. Hier sind Aufnahmen und Kopfhörer bereit gestellt; die Aufnahmen ziehen in den Bann und verzaubern.



In Summe eine kleine feine Ausstellung über ein wunderbares Stück Musik und Klaviergeschichte Wiens.



- - - - - - - - - - -



Wer keine Zeit hat an einem Werktagsvormittag ins Museum zu gehen, hat am Dienstag den 27. Februar 2018 um 19 Uhr bei einem Konzert die Chance die Ausstellung zu sehen, und Frau Doris Adam mit Werken von Alfred Grünfeld am Klavier zu erleben.



Am Freitag, den 16. März sind Führung und Filmführung von „Johann Strauss an der schönen blauen Donau“ (gedreht 1913) ab 18h30 (Einlaß) bzw 19 Uhr (Filmstart) zugänglich.

[chs]

Ausstellungsansicht
© Claudia Hörr-Szalay

Ausstellungsansicht
© Claudia Hörr-Szalay

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