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Ausstellungsbericht
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Hundertwasser - Schiele. Imagine Tomorrow
Friedensreich Hundertwasser: Der große Weg, 1955
© Belvedere, Wien/Johannes Stoll © 2020 Namida AG, Glarus, Schweiz
  

Friedensreich Hundertwasser (1928–2000) prägte als Maler, Gestalter von Lebensräumen und Vorkämpfer der Ökologiebewegung die Kunst des 20. Jahrhunderts über die Grenzen Österreichs hinaus. Wenig bekannt ist seine lebenslange, intensive Beschäftigung mit der Person und dem Werk Egon Schieles (1890–1918). Dies wird in dieser Ausstellung nachgegangen und versucht darzustellen.

von: 21.Feb 20
bis: 31.Aug 20


Leopold Museum im MQ
Museumsplatz 1 im MQ
1070 Wien, AT
Tel: +43 1 525 70 -0
Fax: +43 1 525 70 -1500
Email: office ::: leopoldmuseum. org
http://www.leopoldmuseum.org/

Öffnungszeiten:
Mi - So: 10 - 18 Uhr



Karten mit Ziel und
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Am 19. Februar 2020 jährte sich der Todestag Friedensreich Hundertwassers (1928– 2000) zum zwanzigsten Mal. Als Maler, Vorkämpfer der Ökologiebewegung und Gestalter von Lebensräumen prägte er die Kunst des 20. Jahrhunderts über die Grenzen Österreichs hinaus. Wenig bekannt ist die intensive Beschäftigung des Künstlers mit der Person und dem Werk Egon Schieles (1890–1918).

Der am 15. Dezember 1928 als Friedrich Stowasser in Wien geborene Künstler überlebte mit seiner jüdischen Mutter die Diktatur des Nationalsozialismus und die Shoah. 1943 wurden 69 Familienmitglieder deportiert und ermordet. Im gleichen Jahr schuf Friedrich Stowasser erste bewusste Zeichnungen nach der Natur. Nach Ende des Zweiten Weltkriegs entschied sich Stowasser für den Künstlerberuf und schrieb sich an der Akademie der bildenden Künste in Wien ein. Im Wintersemester 1948/49 studierte er drei Monate in der Klasse von Robin Christian Andersen, bevor er später in die Klasse des Schiele-Freundes Albert Paris Gütersloh wechseln wollte. Zeitgleich entdeckte Stowasser in Ausstellungen und in Büchern die Kunst der Wiener Moderne: Vor allem Egon Schiele sollte in den folgenden Jahren eine zentrale Bezugsfigur für den international agierenden Künstler werden. Schiele war schon bei seinen Zeitgenossen für seine charakteristische Strichführung, seine Flächengliederung und sein tonales Kolorit berühmt. Die Selbststilisierung Schieles zum Propheten fand in Hundertwasser ebenso Widerhall wie die Darstellung der beseelten Natur.

Der in dieser Ausstellung angelegte künstlerische Dialog mit Schiele führt von Hundertwassers Verschimmelungsmanifest zu Schieles Haus- und Städtebildern und von dessen Landschaften zur vegetabilen Abstraktion in Hundertwassers Werken. Erstmals werden diese beiden Ikonen österreichischer Kunst – zusammen 100 Jahre Kunstgeschichte umspannend – in einem neuen, überraschenden Licht beleuchtet und es wird der Verwandtschaft zweier Künstler nachgespürt, die einander nie persönlich kennenlernen konnten und doch so viel verbindet.

Auf Basis seiner Notizen und Tagebücher verfasste Hundertwasser um 1950/51 den poetischen Text Ich liebe Schiele . Der Künstler war für den jungen Maler aus Wien ein „Vater“ und Kunst eine „neue Religion“. Als er 1949 durch Italien und Nordafrika reiste und nach Paris übersiedelte, schrieb Hundertwasser unzählige Briefe an seine Mutter nach Wien. Diese lassen den Weg Hundertwassers vom suchenden und lernenden Kunststudenten zum selbstsicheren Künstler lebendig werden. In diesen Dokumenten legte er seine Überlegungen zur Kunst dar, schrieb Listen mit seinen Lieblingskünstlern und nannte immer wieder den Namen Egon Schiele. Als er in Paris angekommen war, musste Hundertwasser entdecken, dass Schiele dort ein Unbekannter war. Daraufhin ließ er sich von seiner Mutter Publikationen über Schiele nachsenden, die er an seine Freunde verschenkte.

Hundertwassers Liebe zu Schiele währte ein Leben lang. Auch noch nach der Selbstfindung als Künstler 1950 sah er sich mit der Kunst Schieles verbunden und noch in seinen späten Lebensjahren hingen Reproduktionen von dessen Werken in Hundertwassers Wohn- und Arbeitsräumen – sowohl in Venedig als auch in Neuseeland.

Friedrich Stowasser, der sich ab Mitte Mai 1950 Hundertwasser nannte, reagierte seit 1948 auf eine sich im Aufbruch befindliche Ausstellungspolitik, die auf die Wiederentdeckung der Wiener Moderne setzte. Bereits im September 1945 postulierte die Gedächtnisausstellung Klimt, Schiele, Kokoschka, organisiert von der Österreichischen Kulturvereinigung in den Räumen der Neuen Galerie, sowie im Herbst 1946 die Großausstellung Österreichische Kunst vom Mittelalter bis zur Gegenwart, dass Schieles Werk der „vorläufige Endpunkt“ der österreichischen Kunst wäre. Daher präsentierte die wiedereröffnete Albertina im Frühjahr/Herbst 1948 erste monografische Ausstellungen mit Zeichnungen von Gustav Klimt und Egon Schiele. Schiele war in diesem Sommer auch der Vertreter Österreichs auf der Biennale von Venedig, der ersten nach Ende des Zweiten Weltkrieges.

Hundertwasser konnte als Jugendlicher an mehreren Stellen in Wien auf das Werk von Egon Schiele stoßen: Ausstellungen, Bücher, Grafikmappen und Zeitungsberichte würdigten die Leistungen des inzwischen zum Mythos stilisierten Malers und Grafikers.

Reenactment. Die "Linie von Wien": Von 18. bis 20. Februar 2020 widmeten sich im Leopold Museum Studierende der Universität für angewandte Kunst unter der Ägide von Bazon Brock in einer 36 Stunden dauernden Reinszenierung der "Endlosen Linie". Im Wintersemester 1959/60 nahm Hundertwasser eine Gastdozentur an der Hamburger Hochschule für bildende Künste an, wodurch seine Position in der Avantgardeszene – bereits zehn Jahre nach der ersten Ausstellungsbeteiligung – institutionell anerkannt wurde. Gemeinsam mit den Dichtern Bazon Brock und Herbert Schuldt strebte Hundertwasser, beginnend am 18. Dezember 1959, in einem performativen Akt nach der Erschaffung einer „unendlichen Linie“, welche als die Linie von Hamburg in die Kunstgeschichte einging. Mit Pinsel und Farbe zogen die Teilnehmenden abwechselnd und Tag und Nacht hindurch eine ungleichmäßige Linie über Wände und Fenster. Ziel war es, die vegetative Spirale Hundertwassers im Lebensraum zu entfalten. Die nicht genehmigte Aktion schlug allerdings medial so hohe Wellen, dass die Hochschulleitung die Fortführung untersagte und Hundertwasser die Linienziehung am 20. Dezember vorzeitig beendete.

[pge]

Ausstellungsansicht: Hundertwasser – Schiele. Imagine Tomorrow
© Leopold Museum, Wien | Foto: Lisa Rastl

Ausstellungsansicht: Hundertwasser – Schiele. Imagine Tomorrow
© Leopold Museum, Wien | Foto: Lisa Rastl

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