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Ausstellungsbericht
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Made in Denmark. Dänisches Design seit 1900
Made in Denmark
© SKB, Foto Esther Hoyer
  

Dänisches Design gilt heute als Inbegriff und Ausdruck eines zeitlosen und dennoch modernen Lebensstils. Diese Ausstellung die facettenreiche Entwicklung des dänischen Designs seit der Jahrhundertwende bis heute. Der Schwerpunkt der Präsentation liegt auf den Entwürfen der 1950er und 1960er Jahre, als dänisches Design den internationalen Durchbruch feierte und unter dem Namen „Danish Modern“ zum Synonym für hochwertige und innovative Gestaltung wurde.

von: 25.Sep 19
bis: 12.Jan 20


Hofmobiliendepot
Möbel Museum Wien
Andreasgasse 7
1070 Wien, AT
Tel: +43 1 524 33 57
Fax: +43 1 524 33 57 -666
Email: info ::: hofmobiliendepot. at
http://www.hofmobiliendepot.at/

Öffnungszeiten:
Dienstag – Sonntag 10 – 18 Uhr



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Zu sehen sind in der Ausstellung rund 220 Exponate, darunter um die 65 Möbel sowie eine Auswahl an Keramik, Porzellan, Silber, Schmuck und Spielzeug.

Dänisches Design ist untrennbar mit vielen namhaften Designikonen des 20. Jahrhunderts verbunden. Dänische Entwerfer wie Kaare Klint, Arne Jacobsen, Hans Wegner, Poul Henningsen, Poul Kjærholm, Nanna Ditzel und Verner Panton haben die Produkt- und Wohnkultur ganzer Generationen geprägt – vor allem in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, als sich „Made in Denmark“ als internationales Markenzeichen etablieren konnte. Visionäre Hersteller wie Fritz Hansen im Möbelbereich und Louis Poulsen im Lampendesign haben das ihre zur Bedeutung des dänischen Designs beigetragen. „Durch die enge Zusammenarbeit der Designer mit engagierten Produzenten entstanden in der Nachkriegszeit zahlreiche Möbel- und Leuchtenklassiker, die größtenteils noch heute in Produktion sind“, berichtet die Kuratorin Sabine Epple. In der Ausstellung werden unter anderem Designklassiker wie die Pendelleuchte „Artichoke“, entworfen von Poul Henningsen und hergestellt von Louis Poulsen, sowie der Stuhl „Die Ameise“, designt von Arne Jacobsen und produziert von Fritz Hansen, gezeigt.

Dass dieser Ära ebenso bedeutende Gestalter, Kunsthandwerker sowie international beachtete Strömungen vorausgingen, wird in der Schau ebenfalls thematisiert. So ist es gerade der „Skønvirke“ – der Name der dänischen Ausprägung des Jugendstils – der die Basis für das moderne dänische Design schuf. „Die dänischen Jugendstilkünstler begaben sich auf die Suche nach neuen, unverbrauchten Formen. Trotz der teils expressiven Formgebung hatte die Funktionalität bzw. der Gebrauchswert eines Gegenstandes für die dänischen Entwerfer stets höchste Priorität“, erzählt Kuratorin Mag.a Dr.in Marlene Ott-Wodni. Den herausragenden Vertretern dieses Stils, Thorvald Bindesbøll (1846-1908) und Johan Rohde (1856-1935), wird in der Ausstellung besondere Beachtung geschenkt. Von ihnen ist jeweils ein Möbelensemble zu sehen.

Die Schau wirft zudem einen spannenden Blick auf die Tendenzen im Art Déco – das die Formensprache des geometrisch-abstrakten Jugendstils aufgriff und weiterführte – und auf die Entwicklungen im Funktionalismus – bei dem der Dekor reduziert wurde bzw. vollständig verschwand. Auch von Kaare Klint (1888-1954), dem „Vater der dänischen Möbelschule“, werden Entwürfe präsentiert, darunter der berühmte „Safari Chair“. Im Bereich des Möbeldesigns legte Klint mit seinen funktionalen Möbelentwürfen den Grundstein für die dänische Moderne, die in den 1950er Jahren internationale Erfolge feierte. Er orientierte sich bei seinen Entwürfen an den Bedürfnissen und Proportionen des Menschen.

Die organische Formgebung ist in den 1950er Jahren nicht nur im Möbelbereich, sondern auch bei Keramik-, Silber- und Glaswaren zu beobachten. Durch die schwingende Linienführung wird sowohl die leichte Formbarkeit als auch der ästhetische Reiz der Materialien besonders betont.Das berühmte dänische Silber und keramische Arbeiten von expressiver Ausdruckskraft spiegeln den Facettenreichtum dänischer Formgestaltung jener Zeit wider und werden in der Ausstellung gezeigt.

Außerdem geht die Schau auf die Kunststoffeuphorie der 1960er und 1970er Jahre ein. „Dänische Designer erkannten das kreative Potential und die vielfältigen ästhetischen und funktionalen Möglichkeiten der neuartigen Kunststoffe. Eine neue Möbelgeneration in innovativen Formen und lebhaften Farben eroberte den Markt“, erklärt Kurator Mag. Markus Laumann. Das traditionelle Handwerk in Verbindung mit einem gewissen Pragmatismus und einer Vorliebe für natürliche Materialien blieb allerdings bis heute vorherrschend. In den letzten Jahren entstanden einige neue Unternehmen, wie Normann Copenhagen, Hay oder Muuto, die sich die Neuausrichtung bzw. -interpretation des dänischen Designs auf die Fahne schreiben. Weiteres ist zu beobachten, dass Traditionsbetriebe wie Fredericia Furniture mit unterschiedlichen internationalen Designern zusammenarbeiten, ohne jedoch dabei den hohen Qualitätsanspruch und den Bezug zum skandinavischen Designerbe außer Acht zu lassen.

Die Konzeption der Ausstellung geht auf das Grassi Museum in Leipzig zurück, aus dessen rund 900 Objekte umfassender Sammlung an dänischem Design der Großteil der gezeigten Exponate stammt, die mit ausgewählten eigenen Werkenund Möbelentwürfe aus anderen renommierten Museen wie dem MAK - Österreichisches Museum für angewandte Kunst, Wien und dem Vitra Design Museum in Weil am Rhein ergänzt wurde.

[pge]

Made in Denmark, Blick in die Ausstellung, Postmodernes Dänemark
© SKB, Foto Dieter Nagl

Made in Denmark, Ox Chair, Hans Wegner mit  Hängeleuchte Artichoke
© SKB, Foto Dieter Nagl

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