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Ausstellungsbericht
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Caravaggio & Bernini - Die Entdeckung der Gefühle
Michelangelo Merisi da Caravaggio (Mailand 1571–1610 Porto Ercole) Knabe, von einer Eidechse gebissen Um 1597/98
© Florenz, Fondazione Roberto Longhi
  

Diese ausgezeichnete Ausstellung zeigt den Aufbruch der römischen Meister der Malerei und Skulptur in den Barock am Anfang des 17. Jahrhunderts, wobei nicht nur Beispiele von Caravaggio und Bernini zu sehen sind. Zu erleben ist ein großes und überwältigendes visuelles Barockspektakel, wobei die Bilder nach verschieden Gefühlen geordnet wurden.

  

von: 15.Oct 19
bis: 19.Jan 20


Kunsthistorisches Museum
Maria Theresien-Platz
1010 Wien, AT
Tel: +43 1 525 24- 0
Fax: +43 1 525 24- 4099
Email: info ::: khm. at
http://www.khm.at/

Öffnungszeiten:
Di - So 10 bis 18 Uhr
Do bis 21 Uhr



Karten mit Ziel und
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Im Zentrum stehen dabei die bahnbrechenden Werke des Malers Michelangelo Merisi da Caravaggio (1571-1610) und des Bildhauers Gian Lorenzo Bernini (1598-1680). Erstmals sind die beiden weltberühmten Protagonisten, die jeweils auf ihre Art stilbildend für die europäische Kunst des 17. Jahrhunderts waren, gemeinsam in einer Ausstellung vereint. Was sie verbindet, ist eine neue Aufmerksamkeit für die wirklichkeitsnahe Naturdarstellung und für das Pathos großer Gefühle. Die Entdeckung der menschlichen Regungen als theatralisches Anliegen des Barocks ist dann auch das zentrale Thema der Ausstellung, die rund siebzig Meisterwerke römischer Malerei und Skulptur in Dialog setzt.

Obwohl das Kunsthistorische Museum den umfangreichsten und wertvollsten Bestand an Werken Caravaggios und seiner Nachfolger außerhalb Italiens besitzt, hat in Österreich bislang noch keine Ausstellung zu diesem Maler und seiner Zeit stattgefunden. Werke des um eine Generation jüngeren Bildhauers Gian Lorenzo Bernini, dessen Kunst auch für den österreichischen Barock prägend werden sollte, waren hierzulande bisher ebenfalls kaum zu sehen.

Die Schau spürt dem Phänomen des aufblühenden Barockzeitalters nach und stellt die revolutionäre Kunst im Rom dieser Zeit vor. Der Maler Caravaggio und der Bildhauer Bernini waren dabei die führenden Persönlichkeiten, die mit ihrer neuartigen Ausdrucksweise ebenso wie mit ihrem unkonventionellen Lebensstil in Rom für Furore sorgten.

In sehr kurzer Zeit wurde Rom zu einem blühenden Zentrum innovativer Ideen und Erfindungen. Die Ausstellung konzentriert sich auf die künstlerischen Umwälzungen, die in der Heiligen Stadt zwischen 1600 und 1650 stattfanden und weitreichende Auswirkungen auf ganz Europa hatten. In diesen Jahrzehnten wurde die Stadt zu einem Anziehungspunkt für zahlreiche talentierte Künstler, die aus Florenz, Neapel und der Lombardei, aber auch aus Frankreich, Deutschland, Flandern und den Niederlanden kamen. Sie alle experimentierten mit den neuen Bildthemen und kompositorischen Lösungen. Es entstanden faszinierende Werke voller Dramatik und Leidenschaft, die sich durch Darstellung exzentrischer wie starker Bewegung und Gefühlsregung sowie durch eine theatralisch inszenierte Farbregie auszeichnen.
Die Figuren zeigten jetzt in ihrer ausholenden Gestik, ihrer starken Mimik und in ihrem Handeln intensive Gefühle. Es wurde regelrecht zur künstlerischen Aufgabe, das Publikum emotional zu berühren. Nicht nur in der bildenden Kunst, sondern auch in Dichtung und Literatur sowie in Musik und Theater kann man die fünf Jahrzehnte von 1600 bis 1650 als „Geburtsmoment“ einer Kunst der Affekte bezeichnen.

Charakteristisch für diese Epoche, die man später als Frühbarock bezeichnen wird, ist auch eine zunehmende Bereitschaft zur Zusammenarbeit unter den Künstler, wie die Gründung einer gemeinsamen Akademie (Accademia di San Luca) oder die persönlichen Freundschaften belegen. Maler und Bildhauer arbeiteten zusammen an der Ausstattung kostspieliger Familienkapellen und großer Galeriesäle, in denen sich die Medien ergänzten, gegenseitig in der Wirkung steigerten, ja mitunter so nebeneinander erschienen, dass ihre Grenzen fließend wurden - ein weiteres Merkmal barocken Ausdrucks: Skulpturen konnten geradezu malerische Qualitäten aufweisen, während umgekehrt die Malerei illusionistisch Architektur und Skulptur hervorzubringen vermochte.

Die Schau versucht durch die Zusammenschau von Malerei und Skulptur neuartige Perspektiven auf die römische Kunstlandschaft des frühen 17. Jahrhunderts zu zeigen. Eine vergleichbar groß angelegte Auswahl herausragender Kunstwerke dieser Zeit hat es außerhalb Italiens bislang nicht gegeben. Hauptwerke des römischen Frühbarocks werden zu einem einzigartigen Schauzusammenhang verdichtet, der erstmals die „Entdeckung der Gefühle“ als künstlerische Herausforderung thematisiert und zugleich auf eine Reise in die Ewige Stadt mitnimmt: Ganz direkt begegnet man den zentralen Impulsen Caravaggios und Berninis, die begleitet werden von einem Kaleidoskop an Meisterwerken: von Malern wie Artemisia Gentileschi, Annibale Carracci, Nicolas Poussin, Mattia Preti, Guido Reni oder Pietro da Cortona und von Bildhauern wie Francesco Mochi, Giuliano Finelli, Alessandro Algardi oder François Du Quesnoy .

Die Ausstellung entstand in Kooperation mit dem Rijksmuseum Amsterdam, wo sie von 14. Februar bis 7. Juni 2020 zu sehen sein wird.


ACHTUNG: für den Besuch der Sonderausstellung ist die Buchung eines fixen Timeslots (Zeitfenster) erforderlich.
Der Einlass in die Sonderausstellung ist nur während des gebuchten Timeslots möglich – die Dauer des Aufenthalts in der Ausstellung ist jedoch nicht beschränkt.
Der Besuch der Schausammlung ist ohne Timeslot wie gewohnt möglich!

[pge]

Link zu: Ausstellungswebseite: Caravaggio & Bernini

Ausstellungsansicht
© KHM-Museumsverband

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