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Ausstellungsbericht
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Henrike Naumann - Das Reich
Ausstellungsansicht: Henrike Naumann. Das Reich
© Johannes Stoll, © Belvedere, Wien / Courtesy die Künstlerin und KOW, Berlin
  

In dieser bemerkenswerten Rauminstallation werden die BesucherInnen ins Jahr 1990 versetzt und ein fiktives Szenario skizziert, in dem sich politische Verschwörungstheorien mit persönlichen Schicksalen und den Brüchen der deutsch-österreichischen Geschichte verbinden.

  

von: 26.Sep 19
bis: 12.Jan 20


Belvedere 21
Österreichische Galerie Belvedere
Arsenalstraße 1
1030 Wien, AT
Tel: +43 1 79 557 0
Email: info ::: belvedere. at
http://www.21erhaus.at/de

Öffnungszeiten:
Mi-So, Fei 11-18 Uhr
Mi, Fr bis 21 Uhr



Karten mit Ziel und
momentanen Standort anzeigen

„Henrike Naumann gehört zu den Shootingstars der jungen Szene. Sie überführt zeitgemäße Themen in szenografisch gestaltete Räume und geht dabei der Frage nach, wie sich die Radikalisierung weiter Teile der Bevölkerung in der Inneneinrichtung widerspiegelt“, so Stella Rollig, Generaldirektorin des Belvedere.

Die Reichsbürger sind eine rechtsgerichtete politische Bewegung, deren Mitglieder die Legitimität und Souveränität der Bundesrepublik Deutschland nicht anerkennen. Sie pochen auf die Aushandlung eines Friedensvertrags, die 1949 im Grundgesetz festgeschrieben wurde, und beharren deshalb auf einem Fortbestehen des Deutschen Reichs. Sie sehen sich als bedrohtes indigenes Volk in einem besetzten Land und bitten die Vereinten Nationen um Unterstützung gegen Völkerrechtsverletzungen. Die Reichsbürger horten Waffen und Munition für den Tag X, wenn der Endkampf kommt und das Deutsche Reich wiederauferstehen wird.

Henrike Naumann entwickelt mit dieser Schau ein fiktives Szenario, in dem die Reichsbürgerbewegung 1990 tatsächlich die Kontrolle über das wiedervereinte Deutschland übernimmt. In der Folge schließt sich Österreich dem wiedererrichteten Deutschen Reich an. Das neu erwachte völkische Zusammengehörigkeitsgefühl wird euphorisch gefeiert. Dies äußert sich aber nicht in Massenaufmärschen wie 1938, sondern in einer überschwänglichen Konsumkultur. „Ich kaufe ein, also bin ich!“, lautet das Motto, das die Kraft zur Herausbildung eines neuen Germanentums aus dem totalen Kaufrausch schöpft. Denn so wie in Ostdeutschland schießen auch in Österreich die Möbelhäuser aus dem Boden. Anstatt „nur zu wohnen“, lebt man das Deutschtum als hedonistischen Lifestyle, der in Produktform erworben werden kann.

Diese gesellschaftspolitische Stimmung skizziert die Künstlerin in einer immersiven Rauminstallation aus Möbeln, Dekoelementen, Wohnaccessoires und Videos. Die Reichs(-bürger-)kanzlei wird als eine Art völkische Kultstätte inszeniert. Dort treffen Homevideos des Nationalsozialistischen Untergrunds sowie von Feiernden auf Ibiza auf ein 1990er-Jahre-Möbelhaus und allerlei Finca-Chic.

„Das Reich lässt sich als Psychogramm einer alternativen Weltanschauung lesen, die dem realen Gedankenkosmos heutiger rechtsextremer Strömungen bedrohlich ähnelt“, so Kurator Severin Dünser.

Henrike Naumann wird 1984 in Zwickau geboren und wächst dort auf, als das politische Ende der DDR naht und der Staat schließlich in einem wiedervereinten Deutschland aufgeht. Die Erfahrungen ihrer Jugend zwischen Hedonismus, Konsumkultur und erstarkendem Rechtsradikalismus verarbeitet sie in mehreren Ausstellungen zu Installationen. Als Künstlerin interessiert sie sich für die Formensprache, die diese Extreme im Alltag der Bevölkerung hervorgebracht haben. Inwiefern spiegeln Möbel und Gegenstände Haltung und Geschichte wider? In alternativen Geschichtsszenarien untersucht Naumann die Wechselwirkungen zwischen Ästhetik und Ideologie und macht diese in begehbaren Raumsituationen erfahrbar.
Henrike Nauman lebt und arbeitet in Berlin. Zuletzt waren ihre Werke unter anderem im Kunstverein Hannover, bei KOW, Berlin, im Museum Abteiberg, Mönchengladbach, im MMK, Frankfurt am Main, im Rahmen des steirischen herbsts, Graz, bei der Busan Biennale, bei der Ghetto Biennale, Port-au-Prince, und im Musée d’Art Contemporain et Multimédia, Kinshasa, ausgestellt.

[pge]

Ausstellungsansicht: Henrike Naumann. Das Reich
© Life-style.at

Henrike Naumann, „Terror“, 2012, video still
© Henrike Naumann und KOW, Berlin

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