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Josef Bauer - Demonstration
Josef Bauer,
© Josef Bauer; Krobath, Wien; Galerie Karin Guenther, Hamburg
  

Diese Personale ist dem visionären oberösterreichischen Konzeptkünstler Josef Bauer (*1934) gewidmet, der in seiner Kunst eine einzigartige skulpturale Sprache, die Körper, Objekte und Schrift zueinander in Beziehung setzt, entwickelte.

von: 5.Sep 19
bis: 12.Jan 20


Belvedere 21
Österreichische Galerie Belvedere
Arsenalstraße 1
1030 Wien, AT
Tel: +43 1 79 557 0
Email: info ::: belvedere. at
https://www.belvedere.at/besuch/...

Öffnungszeiten:
Mo-So: 10-18 Uhr



Karten mit Ziel und
momentanen Standort anzeigen

Seit den 1950er-Jahren interessiert sich Bauer für die unterschiedliche Wahrnehmung von Bild und Text sowie für deren spezifisches Verhältnis zur Wirklichkeit. Den Bezug zu Wittgensteins Sprachkritik teilt Bauer mit der Neoavantgarde der 1950er- und 1960er-Jahre, der Wiener Gruppe und Vertretern der Konkreten Poesie in Deutschland. Doch niemand hat so konsequent wie er Sprachzeichen in die räumliche Dimension übertragen und diese in körperliche Interaktionen eingebunden. Und anders als die angloamerikanische Concept Art entwickelt Bauer nicht nur Ideen, sondern auch sinnlich erfahrbare Werke.

Der 1934 in Wels geborene Künstler bezeichnet einige Arbeiten als „taktile Poesie“. Er kombiniert Sprachzeichen mit Objekten und setzt die einzelnen Elemente im Raum in Beziehung. Die Idee von Interaktion mit seinen Skulpturen weist auf Bauers poetischen Zugang zur Plastik. Wie sich die Buchstaben zur Sprache verhalten, so geht Bauer mit seinen Objekten um. Verdichtungen entstehen, wenn die Metallbuchstaben ROT am Boden liegend lesbar sind oder wenn das alles verbindende UND eine Altarplatte trägt und damit neue Bedeutungsebenen eröffnet. Sprache und Objekt werden vom Künstler zusammengeführt – in der Landschaft, mit dem menschlichen Körper oder als Installation.

Die Doppelbedeutung des Ausstellungstitels Demonstration verweist zum einen auf die Geste des Präsentierens, zum anderen auf den Ausdruck politischen Protests – zwei Themen, die in Bauers Werk wesentliche Rollen spielen. Wie ein Statement halten in der Fotoserie "Die Sprache des Herzeigens" Hände Gegenstände in die Höhe: einen Buchstaben, eine Schere oder eine Blume – alles wird auf dieselbe Art präsentiert. Die Geste des Präsentierens nimmt der Künstler immer wieder in seinen fotografischen Arbeiten auf, behandelt sie aber auch in anderen Medien.

Bauer wechselt regelmäßig Stil und Medien. Er schreibt, malt oder druckt nicht nur Wörter, sondern macht auch Collagen, übermalt Buchseiten oder Einkaufszettel und baut Wort-Skulpturen. Sein fotografisches Werk reicht von der Dokumentation seiner performativen Arbeiten bis hin zu eigenständigen Serien. Seine Referenzen kommen aus der Kunsttheorie genauso wie aus Bereichen wie Wahrnehmungspsychologie, Sprach- und Naturwissenschaft, Religion oder Poesie.

Durch das Schaffen scheinbarer Paradoxien bringt Bauer die Sprache ins Schleudern. So bezeichnet der Titel "Zwei Farben Bilder" in Wirklichkeit Bilder mit drei Farben, von denen aber nur zwei gezeigt werden. Die dritte wird verbal durch ein Wort bezeichnet, das in einer anderen Farbe gemalt ist. Betrachter, die das Wort Blau lesen, aber die Farbe Rot sehen, sind irritiert und werden dadurch zurückgeworfen auf die Frage: Was sagen Bilder, was zeigen Wörter?

Ein Ausstellungsraum bewirkt häufig eine Neuordnung bestehender Elemente, die gemeinsam eine neue räumliche Lesart ermöglichen. So findet in dieser Schau das massive "Ecken-A" zu den "BuchSTABEN": drei Meter lange lettristische Stäbe, die Bauer 1968 für eine Fotoserie als temporäre Skulpturen durch die Landschaft trug.

„Der Versuch, die Welt durch Konfrontation und Komposition einzelner Teile zu organisieren, kennzeichnet Josef Bauers Werk. Eine Welt, die durch den Zweiten Weltkrieg tief erschüttert wurde. Ähnlich wie in der Sprache setzt Bauer Objekte und Wörter in Beziehung und lässt Bedeutungen hervortreten. Bauers Geschichten erzählen auf poetische Weise vom Wunsch nach Zusammenführung, nach poetischer Dichte und nach Versöhnung von Schrift und Objekt“, so Kurator Harald Krejci.

[pge]

Ausstellungsansicht
© Belvedere, Wien, Foto: Johannes Stoll

Ausstellungsansicht
© Belvedere, Wien, Foto: Johannes Stoll

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