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Ausstellungsbericht
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Schatzkammer des Wissens. 650 Jahre Österreichische Nationalbibliothek
Prunksaal, Josefsplatz 1, 1010 Wien
© Österreichische Nationalbibliothek/Hloch
  

2018 begeht die Österreichische Nationalbibliothek ihr 650-Jahr-Jubiläum. Sie ist damit eine der ältesten und bedeutendsten Bibliotheken der Welt. Im Jahr 1368 wurde das in Goldlettern geschriebene, reich illustrierte Evangeliar des Johannes von Troppau fertiggestellt, das heute als Gründungscodex der Bibliothek gilt. Die prachtvolle Handschrift ist ein zentrales Objekt in der großen Jubiläumsausstellung.

von: 26.Jan 18
bis: 13.Jan 19


Österreichische Nationalbibliothek
Prunksaal
Josefsplatz 1
1010 Wien, AT
Tel: +43 1 534 10 -394
https://www.onb.ac.at/museen/pru...

Öffnungszeiten:
Di - So 10 - 18 Uhr
Sommer (2.6. - 29.9)
Mo 10 - 18 Uhr
Do bis 21 Uhr



Karten mit Ziel und
momentanen Standort anzeigen

Sie lädt im Prunksaal zu einer Reise durch 650 Jahre Kultur- und Bibliotheksgeschichte ein, wie sie kaum eine andere Bibliothek zu erzählen weiß. Über 170 wertvolle Objekte wie Prachthandschriften, seltene Frühdrucke und Musiknoten, kostbare Landkarten, Fotos und Grafiken erzählen dabei nicht nur die Geschichte der Bibliothek selbst, sondern auch die Geschichte Österreichs und die Geschichte der Medien von den Papyri der alten Ägypter bis in die digitale Gegenwart.

Manche der Kostbarkeiten können aus konservatorischen Gründen nur für kurze Zeit als „Objekt des Monats“ präsentiert werden, darunter etwa Mozarts „Requiem“, die berühmte Gutenberg-Bibel, die zum UNESCO-Weltdokumentenerbe zählende antike Straßenkarte Tabula Peutingeriana, das fragile Typoskript von Ingeborg Bachmanns Gedicht „Böhmen liegt am Meer“ und natürlich auch das Evangeliar des Johannes von Troppau. In besonders lichtempfindlichen Objekten wird immer wieder geblättert oder sie werden durch gleichwertige Stücke (in Ausnahmefällen auch durch Faksimiles) ersetzt: Ein Besuch der Jubiläumsausstellung – der größten, jemals im Prunksaal gezeigten Ausstellung – lohnt sich also das ganze Jubiläumsjahr hindurch.



Der Gründungscodex und die Anfänge der habsburgischen Büchersammlung



Das Evangeliar des Johannes von Troppau ist ein wahres Luxusobjekt: In Gold geschrieben, mit aufwändigen Initialen und Miniaturen versehen und von einem Prachteinband umgeben, zählt diese Handschrift zu den wertvollsten Beständen der Österreichischen Nationalbibliothek. Am Ende der insgesamt 189 Pergamentblätter, die alle vier Evangelien des Neuen Testaments versammeln, führte der Schreiber nicht nur seinen Namen und seine kirchlichen Ämter an, sondern auch das Jahr, in dem er das Werk vollendet hat: 1368. Neben der überlieferten Jahreszahl lassen die an den Blatträndern dargestellten Wappen (Österreich, Steiermark, Kärnten, Tirol) darauf schließen, dass das Evangeliar im Auftrag von Herzog Albrecht III. von Österreich geschaffen wurde. Die prunkvolle Handschrift gilt daher als Ausgangspunkt der habsburgischen Büchersammlungen und als Gründungscodex der Österreichischen Nationalbibliothek.



Die Handschrift gelangte 1444 in den Besitz von Friedrich III. Seine Büchersammlung kann als Kernbestand der späteren Hofbibliothek angesehen werden, ließ der Kaiser doch besonders wertvolle Bücher in seine Burg nach Wiener Neustadt bringen. Darunter befand sich auch die ausgestellte Prachtabschrift der Goldenen Bulle aus der Zeit um 1400. Die Goldene Bulle ist eines der wichtigsten Rechtsdokumente des Heiligen Römischen Reiches und wurde 2013 von der UNESCO in die Liste des Weltdokumentenerbes aufgenommen.



Ein bibliophiler Kaiser und der erste Hofbibliothekar



Bücher spielten für Kaiser Maximilian I. eine besondere Rolle. Um auch nach seinem Tod im Gedächtnis zu bleiben, trat er als Verfasser von gleich zwei illustrierten Autobiografien in Erscheinung. Beide Werke aus der Frühzeit des Buchdrucks – „Theuerdank“ und „Weißkunig“ – sind in der Ausstellung zu sehen. Aber auch durch verschiedene Widmungsexemplare und die wertvollen Bücher aus der Mitgift seiner Gemahlinnen Maria von Burgund und Bianca Sforza trug er im 16. Jahrhundert wesentlich zum Wachsen der habsburgischen Büchersammlung bei.



Im Juni des Jahres 1575 berief Kaiser Maximilian II. den niederländischen Gelehrten Hugo Blotius zum ersten Hofbibliothekar. Seine vorrangige Aufgabe war es, alle Werke in einem ordentlichen Katalog zu erfassen; dieser erste Katalog enthielt 7.379 Einträge. Dennoch war Blotius nicht glücklich: Die Bücher befanden sich in wenig repräsentativen Räumlichkeiten über dem Kreuzgang des Minoritenklosters in Wien. Sie konnten nur über die Wohnung des Bibliothekars oder über die Klosterräumlichkeiten betreten werden. Zudem gab es weder eine Bibliotheksordnung noch festgelegte Öffnungszeiten. Sein Wunsch nach passenden Räumlichkeiten blieb zeitlebens unerfüllt.



„Schnäppchenjagd“ und Pflichtablieferung



Ein auf den ersten Blick unscheinbares Stimmbuch mit einem kleinen Fugger-Wappen ist in der Ausstellung der Einstieg in eine spannende Geschichte über eine der umfangreichsten Erwerbungen des 17. Jahrhunderts. Damals musste die verarmte Augsburger Handelsfamilie der Fugger ihre 15.000 Bände umfassende Büchersammlung verkaufen. Kaiser Ferdinand III. nutzte diese Gelegenheit für seine Hofbibliothek aus und erwarb sie um nur 15.000 Gulden – obwohl die Bibliothek damals auf 40.000 Gulden geschätzt wurde.



Richtungsweisend für die weitere Entwicklung wurde hingegen die Anregung von Hugo Blotius, dass von allen Büchern, die mit einem kaiserlichen Privileg gedruckt werden, ein Exemplar kostenlos an die Bibliothek gehen soll. Daraus entwickelte sich im 17. Jahrhundert die sogenannte Pflichtablieferung, die heute im Mediengesetz geregelt ist und dafür sorgt, dass jedes in Österreich erscheinende Druckwerk für alle Zeiten an der Österreichischen Nationalbibliothek aufbewahrt wird.



Die Bibliothek bekommt ein eigenes Gebäude



Der entscheidende Einschnitt in der Geschichte der Hofbibliothek fällt ins 18. Jahrhundert. Kaiser Karl VI. veranlasste den Umbau des Reitschulgebäudes zu einer prachtvollen Bibliothek, die von 1723 bis 1726 nach Plänen des berühmten Hofarchitekten Johann Bernhard Fischer von Erlach errichtet wurde. Die Hofbibliothek fand in diesem imperialen barocken Saal ihre erste dauerhafte Bleibe. Gleichzeitig steht der Bau, der als Gesamtkunstwerk ein integraler Bestandteil der Ausstellung ist, für die Öffnung der Bibliothek im Sinne der Aufklärung: Erstmals gab es fixe Öffnungszeiten und die Bibliotheksordnung widmete den Raum für die „allgemeine Nutzung“ – nur „Unwissende, Diener, Faule, Schwätzer und Herumspazierer“ sollten fernbleiben.



Bis ins 19. Jahrhundert waren im Prunksaal mit seinen Seitenkabinetten sämtliche Handschriften, Frühdrucke, Druckschriften, Landkarten, Globen, Musikhandschriften, Notendrucke, Autografen, Handzeichnungen und Druckgrafiken der Hofbibliothek untergebracht. Zu den wertvollsten Beständen gehörte damals wie heute die Bibliothek des Prinzen Eugen von Savoyen. Sie umfasste nicht nur rund 15.000 Bücher, die heute im Mitteloval des Prunksaales aufgestellt sind, sondern auch ein Unikat von Weltrang: die ab 1. November im Original zu sehende Tabula Peutingeriana. Diese mittelalterliche Kopie einer antiken Straßenkarte steht seit 2007 auf der Liste des UNESCO-Weltdokumentenerbes. Die Bibliothek des Prinzen wurde wie alle rund 200.000 Bände des Prunksaal im Rahmen des Projektes Austrian Books Online digitalisiert, gemeinsam bilden sie die reale wie die virtuelle „Kulisse“ der Jubiläumsausstellung.



Der erste Zettelkatalog der Bibliotheksgeschichte



1745 kam mit Gerard van Swieten ein Präfekt ins Haus, der trotz der finanziell angespannten Lage für die Bibliothek die neueste Literatur bei europäischen Buchhändlern erwarb und durch Buchbinde- und Restaurierungsarbeiten zahlreiche Werke für LeserInnen erst zugänglich machte. Gottfried van Swieten, sein Sohn und Nachfolger im Amt des Präfekten, beschleunigte den Wandel der kaiserlichen Büchersammlung zu einer wissenschaftlichen Bibliothek. Er veranlasste 1780 die Erstellung des ältesten Zettelkataloges der Bibliotheksgeschichte: Alle Bücher des Prunksaals wurden auf insgesamt 300.000 Zetteln erfasst und alphabetisch nach AutorInnen in 205 sogenannten Kapseln geordnet. Das Original dieses ersten Zettelkatalogs hat sich erhalten, eine „Kapsel“ ist in der Ausstellung zu sehen.



Bildnerische Kunst und Papyri in der Hofbibliothek



Franz I. war ab 1806 nicht nur der erste Kaiser Österreichs, sondern auch der erste Habsburgerkaiser, der systematisch Kunstblätter sammelte. Er interessierte sich für Porträts unmittelbarer Zeitgenossen aus Politik und Militär ebenso wie für Städteansichten und Naturdarstellungen. Matthias Schmutzer wurde von ihm eigens als Hofbotanikmaler angestellt. In 30 Jahren hielt der Künstler rund 1.300 Pflanzen der kaiserlichen Gärten in prachtvollen Aquarellen fest. Schmutzer war aber auch als Tiermaler für den Kaiser tätig und porträtierte Elefanten, Tiger und andere exotische Tiere der Menagerie in Schönbrunn, die er in fantastische Landschaften setzte. Die Ausstellung zeigt einige seiner farbenprächtigen Arbeiten im Original.



1878/79 wurden in Ägypten per Zufall umfangreiche antike Papyrusdepots gefunden und von einem Wiener Antiquitätenhändler angekauft. Der Orientalist Josef von Karabacek erkannte die hohe Bedeutung dieser Entdeckung und ließ rund 10.000 Papyri nach Wien bringen. 1883 entschloss sich Erzherzog Rainer, diese Sammlung zu erwerben und zu erweitern. 1899 schenkte er sie seinem Onkel Kaiser Franz Joseph I., der sie wiederum als Spezialsammlung in die mittlerweile von Karabacek geleitete Hofbibliothek eingliederte. Deshalb kann die Jubiläumsausstellung so unterschiedliche Objekte zeigen wie die Akten des Konzils von Ephesos in koptischer Sprache und ab Mitte September den Brief einer wohlhabenden Muslimin aus Kairo, die im 12. Jahrhundert ihrem Ehemann Untreue vorwirft; letzteres ist ein außergewöhnlich frühes Beispiel für die schriftliche Formulierung von Emotionen. Heute zählt die Papyrussammlung mit über 180.000 Objekten weltweit zu den größten ihrer Art und wurde daher 2001 in die UNESCO-Liste des Weltdokumentenerbes aufgenommen.



Musiknoten und Kartenwerke in der Hofbibliothek



Moritz Graf von Dietrichstein war ab 1826 Präfekt der Hofbibliothek. Der Musikliebhaber und Beethoven-Förderer sorgte für die Überstellung des Archivs der kaiserlichen Hofmusikkapelle in die Hofbibliothek. Aber auch Josef Haydns Autograf von „Gott! Erhalte“ und die ab 30. März ausgestellte Partitur von Mozarts „Requiem“ verdanken sich seinem Engagement. Dieser Grundstein der späteren Musiksammlung wurde im 19. und 20. Jahrhundert um zahlreiche Nachlässe, Originalhandschriften und Lebensdokumente etwa von Richard Strauss und Alban Berg erweitert. Heute ist die Musiksammlung der Österreichischen Nationalbibliothek eine der historisch bedeutendsten Musikbibliotheken der Welt. In der Jubiläumsausstellung sind unter anderem Musikhandschriften von Gustav Mahler und Anton Bruckner zu entdecken.



Ebenfalls im 19. Jahrhundert begann man an der Hofbibliothek, die seit dem 16. Jahrhundert erworbenen Kartenwerke systematisch zu erfassen und zu ordnen. Im 20. Jahrhundert erkannte man schließlich die Bedeutung topografischer Ansichten als Quelle für die raumbezogene Forschung. Die Basis bilden die sogenannten „Vues“ der ehemaligen Hofbibliothek, darunter die berühmte Serie der Donauansichten von Jakob Alt, die 2014 in die UNESCO-Liste „Memory of Austria“ aufgenommen wurde und von der während des Jubiläumsjahres mehrere unterschiedliche Ansichten ausgestellt sind.



Bibliothek und Ideologie



Der Erste Weltkrieg bedeutete eine Zäsur für die Hofbibliothek. Mit dem Untergang des Habsburgerreiches wurde aus der zentralen Bibliothek des österreichischen Kaiserreiches die Nationalbibliothek der Ersten Republik, der Bestand der Bibliothek in Staatsbesitz übernommen und die ehemalige Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen als „Porträtsammlung“ der Nationalbibliothek angegliedert.



In den 1920er-Jahren definierte sich diese Nationalbibliothek als symbolische Vertreterin der deutschsprachigen Minderheiten der Nachfolgestaaten Österreich-Ungarns – sie müsse „über ihren Rahmen als Hauptbibliothek Oesterreichs hinaus ein Sammelpunkt für die nationale Literatur jener deutschen Stämme sein […], die jetzt unter fremdnationale Herrschaft gekommen sind“. Die Integration des Esperantomuseums in die Nationalbibliothek 1928 – in der Ausstellung repräsentiert durch ausgewählte Objekte zur Kunstsprache Esperanto – kann symbolisch als Zeichen gesehen werden, dass die Bibliothek trotz ihrer deutschnationalen Selbstpositionierung ihre transnationale Tradition nicht gänzlich aufgegegen hat.



Mit dem „Anschluss“ Österreichs am 12. März 1938 begann eines der dunkelsten Kapitel in der Geschichte der Österreichischen Nationalbibliothek. Paul Heigl, ein überzeugter Nationalsozialist, wurde mit der kommissarischen Leitung der Nationalbibliothek beauftragt, sein Vorgänger Josef Bick inhaftiert. Heigl leitete das Haus bis zu seinem Selbstmord im April 1945. Seine guten Beziehungen zu Gestapo, SS und SD ermöglichten ihm eine aggressive Erwerbungspolitik. Die beschlagnahmten Bestände stammten von jüdischen Privatpersonen bzw. jüdischen Einrichtungen, aber auch von als regimefeindlich eingestuften Vereinen.



Trotz umfangreicher Restitutionen in den Nachkriegsjahren verblieben wesentliche Teile dieser geraubten Sammlungen nach 1945 in der Bibliothek. Im Provenienzbericht 2003 sind über 52.000 Objekte aufgelistet, die mittlerweile nahezu vollständig an die rechtmäßigen ErbInnen – bzw. an den Nationalfonds der Republik Österreich für Opfer des Nationalsozialismus – zurückgegeben werden konnten. Repräsentativ für diese Zeit sind ein Schreiben Paul Heigls an Adolf Eichmann und ein Foto von der Demontage der Statue Karls VI., die 1943 als Vorsichtsmaßnahme aus dem Prunksaal transportiert wurde.



Den bibliothekarischen Aufbruch nach 1945 zeigt nicht nur die Umbenennung des Hauses in „Österreichische Nationalbibliothek“, sondern auch die Gründung des hauseigenen Instituts für Restaurierung, das sich seit diesen Tagen für die Konservierung und Restaurierung der Bibliotheksbestände einsetzt. Eine der Vitrinen dokumentiert, wie der wertvolle Bestand erhalten und der historische Zustand des Originals bewahrt wird.



Die Bibliothek, der Heldenplatz und die Erweiterung rund um die Hofburg



Im berühmten Handschreiben Kaiser Franz Josephs I. zur Errichtung der Ringstraße war der Bau einer neuen Hofbibliothek vorgesehen. Dieser Bau wurde allerdings genauso wenig realisiert wie der Plan des Architekten Werner Theiss aus den 1930er Jahren für eine Zentralbibliothek, die die TU-Bibliothek, die Universitäts- und Nationalbibliothek vereinen sollte – der futuristische Entwurf eines Bibliothekswolkenkratzers ist eines der vielen überraschenden Objekte in der Ausstellung. Realisiert wurde hingegen die Erweiterung der Österreichischen Nationalbibliothek in Richtung Neue Burg am Heldenplatz mit der Eröffnung der Lesesäle 1966. 1992 ging die Bibliothek „unter die Erde“, der neu errichtete Bücherspeicher unter der Burggartenterrasse beherbergt seitdem auf vier Etagen alle Bücher, die nach 1850 erschienen sind. Weitere Meilensteine in der räumlichen Entwicklung sind die Übersiedlung des Globen- und des Esperantomuseums sowie zweier Sammlungen 2005 in das Palais Mollard in der Herrengasse sowie die Einrichtung des Literaturmuseums im „Grillparzerhaus“ 2015 in der Johannesgasse. Die Objekte des Literaturmuseums stammen dabei großteils aus dem Literaturarchiv der Österreichischen Nationalbibliothek, das in der Ausstellung durch die Romananfänge von zentralen österreichischen Werken des 20. Jahrhunderts vertreten ist: Robert Musils „Der Mann ohne Eigenschaften“, Heimito von Doderers „Die Strudelhofstiege“ und Ingeborg Bachmanns „Malina“ – sowie durch einen auf Birkenrinde geschriebenen Brief von Peter Handke.



1368 – 2018 – 2668



Die grundsätzlichen Aufgaben der Österreichischen Nationalbibliothek sind (mit unterschiedlichen Schwerpunkten) über die Geschichte hinweg gleich geblieben: Sammeln, Bewahren, Dokumentieren, Vermitteln und Forschen. Was sich immer wieder massiv geändert hat, das sind die Publikationsmedien selbst, die organisatorische Hülle und die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen. Der Blick in die Vergangenheit wirft daher auch Fragen zur Zukunft auf: Werden Bibliotheken im Zeitalter des Internets überhaupt noch gebraucht? Die große Jubiläumsausstellung „Schatzkammer des Wissens“ beantwortet diese Frage mit einem klaren Ja. Die Bibliothek der Zukunft wird eine Hybrid-Bibliothek sein, die die vielen Vorteile der alten „analogen“ Bibliothek mit den Vorteilen der neuen virtuellen Bibliothek verbindet. Dafür stehen in der Ausstellung ausgewählte Objekte, die die „Aura des Originals“ verströmen und heute kostenlos über die Website abgerufen werden können, etwa historische Zeitungen, die im Volltext im digitalen Zeitungslesesaal ANNO durchsuchbar sind, oder Ansichtskarten aus dem 19. Jahrhundert, die alle Interessierten vom Ansichtskartenportal AKON aus über Social-Media-Kanäle teilen können. Zur Bibliothek der Zukunft gehört natürlich auch die Dokumentation des „österreichischen Internets“, die im Webarchiv Austria erfolgt, damit zukünftige Generationen selbst diesen flüchtigen Teil der Wirklichkeit noch erkunden können. Die große Jubiläumsausstellung steht damit unter dem gleichen Motto wie das Jubiläumsjahr selbst: „Unsere Geschichte lebt“.

[pge]

Josefsplatz, Kolorierter Kupferstich von Carl Schütz, 1780
© österreichische Nationalbibliothek

Tabula Peutingeriana, Verfasser unbekannt, Handschrift, Segment III, um 1200
© Österreichische Nationalbibliothek

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