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Ausstellungsbericht
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Hund & Katz
Ausstellungsansicht
© NHM Wien, Alice Schumacher
  

In dieser Ausstellung dreht sich alles um die beliebtesten Hausgenossen des Menschen. Sie wartet mit einer Fülle von Informationen über Fähigkeiten, Eigenheiten und Intelligenz der Vierbeiner auf. Es erwartet sie eine interaktive Sinnesreise mit vielen Spielen, Aktivitäten und Simulationen. Es gibt bekanntlich keinen besseren Weg, ein Tier zu verstehen, als sich in das Tier hineinzuversetzen.

von: 4.Oct 17
bis: 2.Apr 18


Naturhistorisches Museum
Burgring 7
1010 Wien, AT
Tel: +43 1 521 77 -0
Fax: +43 1 521 77 -578
Email: info ::: nhm-wien. ac. at
http://www.nhm-wien.ac.at/

Öffnungszeiten:
Mi-Mo: 9 - 18:30
Mi bis 21



Karten mit Ziel und
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Schon lange lebt der Mensch mit Hund und Katz eng zusammen: Über 20.000 Jahre mit dem Hund, 8.000 bis 10.000 mit der Katze. Die Beziehung zu den Tieren hat sich im Lauf der Jahrhunderte allerdings geändert und unterscheidet sich in verschiedenen Kulturen: ob Arbeitstier oder Schoßtier, manchmal misshandelt, gehasst oder gefürchtet, manchmal geliebt und vergöttert.
 
Ihr Hund führt Sie an der Leine, regiert Ihr Haus, flippt aus, wenn er einen anderen Hund sieht? Das Zusammenleben zwischen Mensch und Hund ist ein langer Lernprozess für ihn – und für Sie. In der Ausstellung erfährt man so manches über das Tiertraining.

Wer weiß, wie viele Nachkommen ein Katzenpaar in fünf Jahren haben kann, wie viel ein Besitzer für seine Katze in einem Jahr ausgibt oder wie lange es braucht, einen Blindenführhund auszubilden? Wie bei „Trivial Pursuit“ stellen sich im interaktiven Schaubereich zwei Spieler gegenseitig Fragen und sammeln Wissenspunkte. Ungewöhnliche Experimente bieten die Möglichkeit, zu sehen, zu hören und zu fühlen wie die Vierbeiner.

Eine Katze heult, faucht, zischt, schreit, knurrt und gurrt. Besucherinnen und Besucher werden eingeladen, die verschiedenen Lautäußerungen den richtigen Emotionen zuzuordnen. Was ist dran an den vielen weitläufigen Meinungen und Vorstellungen über Hund und Katz? Sind kleine Hunde wirklich aggressiver? Fühlen Katzen, wenn jemand krank ist? Denkt ein Hund, die Familie seines Besitzers sei sein Rudel?

Katzen und Hunde leben in ihrer eigenen Sinneswelt, die sich von unserer deutlich unterscheidet. Sie hören und riechen viel besser als wir, sehen aber schlechter. Katzen haben einen „Sechsten Sinn“ dank ihrer Schnurrhaare, mit denen sie schon die geringsten Luftbewegungen wahrnehmen. In einem multisensorischen Kino sehen Besucherinnen und Besucher einen 2-Minuten-Sketch mit den Augen einer Katze, eines Hundes und schließlich so, wie ihn die Menschen sehen. Sie hören wie die Tiere und fühlen Erschütterungen in ihren Händen und Bewegungen in der Luft als hätten sie Schnurrhaare.

An einer Multimedia-Station kann man virtuell 24 Stunden mit einem Hund oder einer Katze verbringen. In Szenen aus dem täglichen Leben können die Zuseherin und der Zuseher entscheiden, was er in der jeweiligen Situation tun würden. Ein Verhaltensforscher und ein Tierarzt kommentieren die Antworten.

Wie ist der Körper von Hunden und Katzen aufgebaut, wie funktioniert er? Welche Unterschiede gibt es? Allein unter den Hunden gibt es 343 Rassen unterschiedlichster Größen und Erscheinungsbilder, mit einem Gewicht von 500 g bis über 100 kg und einer Schulterhöhe von 20 cm bis fast 1 m. Hunde- und Katzenrassen unterscheiden sich in Körpergröße, Fell, Ohren, Schwänzen, Schnurrhaaren u.a. In einem Spiel kann durch Fragen erraten werden, welche Rasse sich ein Mitspieler ausgesucht hat.

Gäste der Ausstellung werden außerdem aufgefordert, in die Rolle eines Hundes oder einer Katze zu schlüpfen und die eigenen körperlichen Fähigkeiten mit denen der Tiere zu vergleichen. Ein Parcours testet Schnelligkeit und Beweglichkeit, an einem Bogen kann man seine Sprungkraft beweisen. Eine weitere Multimedia-Station gibt Einblicke in die verschiedenen Rassen, Kreuzungen und in die Genetik.

Es gibt Rassehunde und Mischlinge, Rassekatzen und Straßenköter, Blindenführhunde und Rettungshunde. Wie konnten sie sich so anders entwickeln als Wildtiere? Die Ausstellung stellt Wolf und Wildkatze – die Vorfahren unserer Haustiere – vor und erklärt, wie es zur Domestizierung dieser Tiere gekommen ist. Wahrscheinlich wagten sich nur die weniger scheuen Wildtiere an die Futterquellen im menschlichen Bereich und profitierten vom Abfall der Jäger oder von den Mäusen in den Getreidelagern. Weil Haustiere der Auslese durch den Menschen unterliegen, entstehen viele Rassen mit unterschiedlichen Größen, Formen und Verhaltensweisen. Hunde und Katzen weichen von ihren Stammformen genetisch ab, bestimmte Merkmale der Führungstiere (α-Tiere) und Bestandteile des Instinktverhaltens der Wildformen gingen bei der Domestizierung verloren. Also wird aus ihnen nie wieder ein Wolf oder eine Wildkatze – zum Glück!

Das Hundeskelett von Ossarn bei Herzogenburg wurde in einem Gräberfeld der ausgehenden Jungsteinzeit geborgen. Bei dem Hund handelt es sich um eine Grabbeigabe in einem Kindergrab aus der Jungsteinzeit, das zirka 4.500 Jahre alt ist. Gefunden wurde das Skelett am 06.08.1983 im Zuge einer Grabung in der Schottergrube der Stadtgemeinde Herzogenburg im Bereich der Katastralgemeinde Ossarn gemacht. Das Kindergrab stammt aus der Schnurkeramischen Kultur (Endneolithikum). Das Kinderskelett war zur Zeit der Freilegung bereits größtenteils abgestürzt, doch der beigegebene Hund war noch bis zur Kreuzbeingegend annähernd im Skelettverband erhalten geblieben. Nach dem Abreibungszustand der Schneidezähne ist auf ein Alter von 3,5 bis 4,5 Jahren zu schließen. „Morphologisch handelt es sich um einen ‚prähistorischen Durchschnittshund‘ von rund 52 cm ohne besondere Wuchsformmerkmale“, so NHM Wien-Archäozoologe Erwin Pucher, der das Skelett untersuchte. Solche Hunde waren (ernährungsbedingt?) etwas schlanker gebaut als viele moderne Hunde gleicher Größe und zeigen noch keinerlei Ansätze von Rassendifferenzierung, wie sie erst viel später auftraten.

Gestaltet wurde die Schau von der „Stadt der Wissenschaften und der Industrie“ in Paris (Cité des Sciences & de l’industrie, Paris), vom NHM Wien wurde sie adaptiert und ergänzt.

[pge]

Ausstellungsansicht
© NHM Wien, Alice Schumacher

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