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Melancholie und Provokation - Das Egon Schiele-Projekt
copyright: Leopold Museum
© Leopold Museum
  

Diese eigentlich aus zwei Teilen bestehende Schau zeigt einen großen Überblick über das Schaffen von Schiele, das bewußt in Dialog gesetzt wird mit Werken von Künstlern aus seiner und unserer Zeit. Der erste Teil setzt sich mit der Wirkung und der zeitgenössischen Rezeption von Egon Schiele auseinander; im zweiten Teil durften fünf Künstler jeweils einen Raum mit ihren und Schieles Werken gestalten - ein interessanter und riskanter aber gelungener Versuch der Ausstellungsgestaltung!

  

von: 23.Sep 11
bis: 16.Apr 12


Leopold Museum im MQ
Museumsplatz 1 im MQ
1070 Wien, AT
Tel: +43 1 525 70 -0
Fax: +43 1 525 70 -1500
Email: office ::: leopoldmuseum. org
http://www.leopoldmuseum.org/

Öffnungszeiten:
tgl. 10-18 Uhr
Do 10-21 Uhr
Sonderöffnungszeiten an Feiertagen
siehe Webseite



Karten mit Ziel und
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Der Titel des ersten Teils - Melancholie und Provokation - verweist vor allem auf das Frühwerk des 1918 mit nur 28 Jahren verstorbenen Künstlers. Denn Schieles erste Hauptwerke, die der Künstler ab 1910 mit nur 20 Jahren geschaffen hat, sind von einer tiefen Melancholie und Trauer, aber auch von einer Faszination am Ungewöhnlichen und Ekstatischen geprägt.

In seiner ersten Personalausstellung, die Schiele 1911 im Kunstsalon Miethke präsentierte, finden sich großteils elegische Werke, die eine dunkle, mystische Farbigkeit, eine inhaltsbetonte Schwermut und eine radikale körperliche Selbstdarstellung gleichermaßen zum Ausdruck bringen. (Es wurde versucht, diese im ersten Raum so weit wie möglich nachzuhängen.)

Mit vielen seiner zwischen 1910 und 1914 entstandenen Werke stellte sich der Künstler ins Zentrum der öffentlichen Kunstkritik. Das Publikum entsetzte sich vor allem über Schieles provokante Aktdarstellungen, die durch ihre Drastik und Direktheit alle damals herrschenden Konventionen überschritten. Selbst Schieles nur um wenige Jahre älterer Kollege Oskar Kokoschka wagte kaum dermaßen provokante Darstellungen. In ihrer oft krassen Proportionalität und farbigen Kühnheit stellen Schieles Körperbilder frühe Meisterwerke des Expressionismus dar. Beispiele aus seinem künstlerischen Umfeld sowie Werke, die in einem engen thematischen Konnex stehen, versuchen in dieser Schau die Singularität von Schieles Arbeiten zusätzlich zu unterstreichen.

Ein weiterer Schwerpunkt ist der Pose und Bewegung im Werk von Egon Schiele gewidmet. In den frühen Darstellungen seiner engsten Freunde und Freundinnen, etwa dem Pantomimen Erwin Dom Osen oder der Tänzerin Moa, oder auch in der höchst originellen, eigenen Posierung vor der Kamera seines Freundes Anton Josef Trčka wird Schieles Begeisterung spürbar, den menschlichen Körper inklusive des eigenen zum Gesamtkunstwerk zu verwandeln.

Im Titel des zweiten Teilsdas Egon Schiele-Projekt – klingt an, dass sich die Schau aber nicht auf eine historische Betrachtung von Schieles Meisterwerken beschränkt. Sechs ausgewählte Künstlerinnen und Künstler aus den Bereichen Bildende Kunst, Tanz und Performance treten in je einem eigenen Raum in einen spannenden Dialog mit dem Werk und der Persönlichkeit des exzentrischen Künstlers der Jahrhundertwende. Bis auf den 1969 verstorbenen Wiener Aktionisten Rudolf Schwarzkogler handelt es sich dabei um lebende Künstler, deren Werke innerhalb der zeitgenössischen Kunstszene ein markantes Profil aufweisen.

Es sind dies: Rudolf Schwarzkogler (kuratiert von Hubert Klocker), Günter Brus, Elke Krystufek, Franz Graf, Claudia Bosse und Philipp Gehmacher.

In jedem Saal erwartet den Besucher eine vollkommen andere Gestaltung des Raumes, die in der Ausseinandersetzung mit Schieles Werk die Sichtweise des jeweiligen Künstler zeigt und ausserordentlich spannend ist.

[pge]

Link zu: Artikel zu parallel stattfindenden Ausstellung "Hermann Nitsch - Strukturen"

Link zu: Artikel zu parallel stattfindenden Ausstellung "The Excitement continues - Zeitgenössische Kunst aus der Sammlung Leopold II"

copyright: www.bild-at.at
© www.bild-at.at

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